Mit einem stillen Gedenken an den kürzlich verstorbenen Bürgermeister des Marktes Weisendorf, Heinrich Süß, wurde die öffentliche Sitzung des Marktgemeinderates am Dienstagabend begonnen. Sitzungsleiter und Zweiter Bürgermeister Karl-Heinz Hertlein (CSU) würdigte die Verdienste des engagierten und beliebten Lokalpolitikers. Süß habe sich von Beginn an in der Gemeindepolitik sehr engagiert. "Mit seinem Sachverstand, seiner Energie und seiner Leidenschaft setzte er sich für Weisendorf ein." Vor allem Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit und Transparenz hätten ihm am Herzen gelegen. "Er hatte oft eine große Weitsicht." Immer sei der Bürgermeister auch konstruktiven Kompromissen gegenüber aufgeschlossen gewesen und habe den Markt Weisendorf in einer Reihe von Gremien, auch überörtlich, bestens vertreten. "Wir alle sind aufgefordert, die kommunalpolitische Arbeit in seinem Sinne weiterzuführen", appellierte Hertlein.

Vier Gebäude statt zwei

Eine rege Diskussion gab es dann im normalen Teil der Sitzung zum Bebauungsplan mit integriertem landschaftsplanerischen Fachbeitrag "Erweiterung Am Langweihergraben" dessen Änderung Matthias Rühl vom Büro Stadt & Land vorstellte. In der Sitzung im Mai war der Wunsch geäußert worden, die bauliche Dachgestaltung zu ändern. Außerdem erschienen damals die zwei geplanten Gebäude als zu massiv. Nun legte der Planer einen Alternativentwurf vor, aus zwei Gebäuden wurden vier, damit werde die Möglichkeit für eine zeitgemäße Planung und Bauform geschaffen. Die Baugrenzen (Baufenster) wurden geteilt und verkleinert.

Die Gebäude können alternativ mit zwei Vollgeschossen und freier Dachform bis maximal 26 Grad Dachneigung errichtet werden. Dabei gab es eine rege Diskussion über das Für und Wider von Pultdächern. Gegen die drei Stimmen der Grünen wurde den geänderten Festsetzungen zugestimmt. Nach Einarbeitung der Beschlussergebnisse vom Mai und dem jetzigen Ergänzungsbeschluss wird der Bebauungsplanentwurf mit landschaftsplanerischem Fachbeitrag öffentlich ausgelegt.

Bereits im Juni stand der Brandschutz der Grundschule auf der Tagesordnung, und die damaligen Erläuterungen der Fachbüros hatten teils für Fassungslosigkeit im Marktgemeinderat gesorgt. Das Ingenieurbüro Valentin Maier aus Höchstadt war mit den Planungs- und Beraterleistungen für das Brandschutzkonzept der Grundschule I beauftragt worden; das Ergebnis, das im Juni von den Sachverständigen vorgetragen wurde, war dann eher ernüchternd. Obwohl das Schulgebäude erst vor acht Jahren saniert worden war, hatten die Fachleute bei ihrer Untersuchung erhebliche Mängel gefunden. Zudem wurde festgestellt, dass für die Grundschulen I und II keine Brandschutzkonzepte vorhanden sind und die brandschutztechnischen Infrastrukturen voneinander abweichen, was insbesondere auch die Alarmierung betreffe. Dies habe aber mit der damaligen Sanierung nichts zu tun.

Inzwischen hatte das Ingenieurbüro Valentin Maier die Konzeptansätze ausgearbeitet und mit der Schulleitung eine Reihe von Punkten besprochen. Dazu wird die Verwaltung auch Fördermöglichkeiten prüfen, denn Ingenieur Thomas Maier konnte in der Sitzung noch keine Kostenschätzung angeben, erklärte aber, dass es "nicht gerade billig" werden wird. So beschloss der Marktgemeinderat, das bestehende Brandschutzkonzept des Hortes mit einzubinden und die bekannten Mängel zu beseitigen.

Unter anderem müssen die fehlenden Abnahmen nachgeholt und für den Hort im Obergeschoss eine Nutzungseinheit hergestellt werden. Auch werden das Flucht- und Rettungswegekonzept bedarfsgerecht aktualisiert sowie die notwendigen Flure ohne Brandlasten gestaltet. Die Hausalarmierungsanlage wird mit automatischen Brandmeldern und Handdruckknopfmeldern mit hinterleuchteten Flucht- und Rettungszeichen ausgestattet.

Für die Abgabe eines Kostenangebotes müssen jetzt die Honorarangebote für die Fachplaner der Elektrotechnik und für Architektenleistungen eingeholt werden. "Erst dann ist es möglich, eine Kostenschätzung für die bauliche Maßnahme abzugeben", erklärte Thomas Maier abschließend.

In der Diskussion wurde auch eine mögliche Haftungsfrage gegen den Planer der letzten Generalsanierung thematisiert. Wie Karl-Heinz Hertlein erklärte, wird dies die Verwaltung abklären und dem Gemeinderat vom Ergebnis berichten.