Ein gemeinsamer Antrag der Fraktionen Bürgerliche Wählergemeinschaft (BWG-FW) und der Freien Wähler Weisendorf (FW) zur Auflösung der Bushaltestelle Hauptstraße an der Zufahrt Birkenhof sorgte für eine längere Diskussion im Weisendorfer Gemeinderat. So sollte die Verwaltung beauftragt werden, zu veranlassen, die Bushaltestelle Hauptstraße in Weisendorf aufzulösen.

In der Begründung heißt es: "Die Bushaltestelle wird nur noch ganz vereinzelt genutzt, es entstehen jedoch Instandhaltungs- und Reinigungskosten. In unmittelbarer Nähe (knapp 100 Meter) befindet sich die sehr gut ausgebaute Haltestelle am Badweiher, an der die Linie ein weiteres Mal hält. Die Haltebucht könnte nach Auflösung als Kurzparkplatz für angrenzende Geschäfte genutzt werden." Günther Vogel (BWG/FW) wies darauf hin, dass die Haltestelle nur täglich von einer Linie angefahren werde. Sie diene nur zum Abladen von Müll und könne besser genutzt werden.

Vom Antrag war Sitzungsleiter und Zweiter Bürgermeister Karl-Heinz Hertlein (CSU) nicht gerade angetan. "Das ist möglich und vielleicht auch denkbar, widerspricht aber der Stärkung des ÖPNV", erklärte Hertlein dazu als Mitglied des Kreistages. Der Kreistag bemühe sich, den ÖPNV weiter zu stärken, und da sei ein solcher Antrag nicht gerade hilfreich. "Ich teile die Einschätzung des Landkreises zum weiteren Ausbau des ÖPNV", erklärte Christiane Kolbet (Grüne), ebenfalls Kreisrätin. Da meist Schüler zusteigen, werde das Gedränge gerade in Corona-Zeiten entzerrt, so die Auffassung von Kolbet.

Auch die Aussage von Vogel, dass die Kunden der nahe gelegenen Apotheke öfter auf der Straße parken würden, konnte Kolbet nicht teilen, denn die Apotheke liege genau gegenüber vom Marktplatz mit seinen Parkplätzen.

"Die Pandemie muss derzeit für alles herhalten, das ist schon etwas weit hergeholt", kommentierte Vogel etwas verärgert die Aussage von Kolbet. Seiner Erfahrung nach würden die meisten Leute eh am Badweiher zusteigen.

ÖPNV-Ausbau nicht blockieren

Die CSU-Fraktion sprach sich gegen eine Auflösung der Haltestelle aus. "Ein Rückbau ist nicht notwendig, die Linie wird sicher später mal weiter ausgebaut", erklärte Fraktionssprecherin Ute-Christine Geiler und kündigte die Ablehnung an. Auch Ernst Rappold (Grüne) verwies auf die Zukunft, Weisendorf könne beim ÖPNV durchaus zu einem Drehkreuz werden. Nachdem sich Hertlein die Diskussion eine Zeitlang angehört hatte, machte er einen Kompromissvorschlag: Da die Haltestelle nur in der Früh von zwei Schulbussen angefahren wird, spreche nichts dagegen, in der Zeit von 8 bis 20 Uhr eine Kurzparkzone einzurichten. Damit waren auch die Antragsteller einverstanden und dem Vorschlag wurde gegen drei Stimmen zugestimmt.