Zehn Punkte standen auf der Tagesordnung des Weisendorfer Bau- und Umweltausschusses, über die Zweiter Bürgermeister Karl-Heinz Hertlein (CSU) nach einem Gedenken an den vor kurzem verstorbenen Bürgermeister Heinrich Süß beraten und abstimmen ließ.

Bei den Bauanträgen waren sich die Ausschussmitglieder bis auf den Antrag zum Bau eines Einfamilienhauses mit Doppelgarage und Geräteraum am Heidweihergraben weitgehend einig. Der Antragsteller stellte zum Standort der Doppelgarage einen Antrag auf Abweichungen. So ist von der Garage ein direkter Zugang in den Flur des Hauses vorgesehen. Dadurch müsste sie um rund vier Meter aus dem Baufeld nach Osten verschoben werden und hätte zur öffentlichen Straße dann nur noch einen Abstand von drei Metern entsprechend der Baulinie für die Wohnhäuser. Günther Vogel (BWG/FW) kritisierte den Beschlussvorschlag, der vorsah, eine Befreiung zu erteilen. Nach seiner Ansicht ist das Grundstück groß genug, um das geplante Wohnhaus nach hinten zu verschieben, damit der Abstand zur Straße vergrößert werde. Vogel befürchtet, dass der zu geringe Stauraum dazu führt, dass Fahrzeuge in die Straße ragen. Er wurde von Hans Kreiner (CSU) unterstützt, nach dessen Meinung ein Bebauungsplan überflüssig sei, wenn ständig Befreiungen erteilt werden. Nach der Diskussion stimmten fünf Gemeinderäte für den Beschlussvorschlag und vier dagegen.

Baulinie muss eingehalten werden

Nach Hertleins Worten werden sicher weitere Befreiungen nötig, denn es gebe eine Baulinie und diese sollte im gesamten Wohnbaugebiet auch eingehalten werden. Dies bestätigte am Ende der Sitzung auch der anwesende Antragsteller. "Gerne hätte ich das Haus nach hinten verschoben, aber ich wurde eindringlich darauf hingewiesen, die Baulinie einzuhalten."

Der Antrag auf Vorbescheid für den Neubau eines Einfamilienhauses mit zwei Garagen am Heidweihergraben handelt von einem ähnlichen Problem und der Antragsteller wollte geklärt wissen: "Sind die Überschreitungen der Baugrenzen der erdgeschossigen Anbauten in der dargestellten Form und Größe zulässig? Und sind die Dächer der erdgeschossigen Anbauten (Flachdach bzw. flach geneigte Dächer) zulässig?"

Im Bebauungsplan "Gerbersleithe-Ost" ist festgelegt, dass bei allen Gebäuden ein eingeschossiger Anbaubereich an der Gartenseite bis zu einer Tiefe von drei Metern möglich ist (z. B. Wintergärten), wobei die Haustiefe maximal 13 Meter nicht überschreiten darf. Ausnahmen sind in allen Bereichen für eingeschossige Windfänge oder Eingangsbereiche bis zu einer Größe von fünf Metern Länge und zwei Metern Tiefe möglich. Zur Dachform von Anbauten ist im Bebauungsplan keine explizite Aussage getroffen. Der Ausschuss beantwortete die gestellten Fragen positiv.

Der Antrag auf isolierte Befreiung für den Bau eines Allzweckschuppens (Fahrräder und Müllgefäße) am Geisgrün im Baugebiet Gerbersleithe-Ost zur Überschreitung der Baugrenzen wurde ebenfalls einstimmig befürwortet.

Der Bauantrag zum Anbau eines Wohnhauses mit drei Wohneinheiten und Neubau einer Garagenhalle im Ortsteil Oberlindach warf Fragen auf. Hans Kreiner (CSU) stellte die Frage nach weiteren Hausanschlüssen, schließlich sollen im Anbau drei neue Wohnungen entstehen.

Von den Festsetzungen des Bebauungsplanes "Oberlindach" wurden folgende Befreiungen erteilt: Wohnhausanbau und Garagenhalle außerhalb der Baugrenzen, Kniestock von einem Meter (anstelle von 0,5 Metern) und Dachneigung für Satteldach von 30 Grad (anstelle von 26 Grad). Der Zweite Bürgermeister ließ noch aufnehmen, dass das Bauamt prüfen soll, ob weitere Anschlüsse nötig werden.

Auch dem Antrag auf isolierte Befreiung über Errichtung eines kleinen Schwimmbeckens und Errichtung eines Sichtschutzes bis maximal zwei Meter Höhe im Ortsteil Buch am Hoderweg wurde nach kurzer Diskussion zugestimmt. Auf dem Grundstück sollen ein Schwimmbecken mit sechs mal drei Metern sowie ein Sichtschutz in Höhe von zwei Metern mit offenen Holzelementen, die per Rankbepflanzung zuwachsen sollen, errichtet werden. Das Schwimmbecken ist verfahrensfrei, liegt jedoch außerhalb der festgelegten Baugrenzen. Von den Festsetzungen des Bebauungsplanes musste für die Lage des Schwimmbeckens außerhalb der Baugrenzen und für die Höhe und Gestaltung der Teil-Einfriedung eine Befreiung erteilt werden. Alle Nachbarn haben dem Bauvorhaben zugestimmt, dem stimmte dann auch der Ausschuss zu.

Abschließend legte Karl-Heinz Hertlein dem Bau- und Umweltausschuss noch einen Antrag auf Gewährung eines Zuschusses aus dem kommunalen Förderprogramm im Sanierungsgebiet "Ortsmitte von Weisendorf"' zur Städtebauförderung vor. Dazu hatte Thomas Rosemann vom Planungsbüro Topos-Team eine Zuschussfähigkeit für folgende Maßnahmen errechnet: Errichtung eines Carports und Umbau der Ladenvorflächen. Der Gesamtzuschuss (maximal 10 000 Euro) beläuft sich nach seiner Berechnung auf knapp 7000 Euro. Um die beantragten Maßnahmen mit Mitteln aus dem kommunalen Förderprogramm unterstützen zu können, sollte sich die Antragstellerin mit der Anerkennung der Zuschussbedingungen außerdem verpflichten, die bestehenden Pflanzflächen vor dem Anwesen zu erhalten und die neuen Wandflächen zu begrünen. Aufgrund der festgestellten Zuschussfähigkeit wurde eine Förderzusage des Marktes Weisendorf ohne Diskussion erteilt.