Die Sanierung des Weisendorfer Badweihers wird noch im November abgeschlossen. Der Bund Naturschutz (BN) kritisiert, dass die Neugestaltung von den Plänen abweicht und zu viele Steine eingebracht wurden. In einer Pressemitteilung fordert Christian Wosegien, Vorsitzender der Ortsgruppe Seebachgrund im BN, dass vor der ersten Flutung mit der Renaturierung begonnen werden müsse. Er bedauert, dass von dem Vorschlag des BN, die gemeindeeigene Fläche im Sinne einer Förderung der Artenvielfalt zu gestalten, nichts übrig geblieben sei.

Vielmehr seien inzwischen die Weiherränder und das Inselufer vollständig mit Steinen zugepflastert. Selbst die frühere Verlandungszone sei davon nicht verschont worden. Den ursprünglichen Plänen zufolge sollte die Uferbefestigung mit organischem Material ausgeführt werden, und Wosegien würde dazu gerne die Meinung des Gemeinderates hören.

"Am Ende ergeben sich in Summe etliche Hundert Meter ökologisch totes Ufer - oder anders formuliert: Hier wurde mit Hunderttausenden Euros aus Steuermitteln ein weiterer Weiher für die traditionelle Teichwirtschaft umgebaut, der sich nur durch die Insel von den anderen negativen Beispielen in der Landschaft abhebt. Die logische Konsequenz kann nur sein, den Badweiher in ,Goldene Karpfenwanne‘ umzubenennen", schreibt Wosegien dazu.

Nach seiner Meinung wurde der südliche Weiherdamm zum Boulevard ausgebaut und damit gehe ein weiterer störungsfreier Lebensraum verloren. Wie schon beim Schlossgarten und der Seebachmündung in den Mühlweiher seien naturnahe Strukturen im Siedlungsraum leichtfertig zerstört worden, beklagt Wosegien.

Der BN hofft, dass "dieses abschreckende Beispiel" die Gemeinde dazu bewegt, zukünftig ihre Flächen nur noch unter dem Gesichtspunkt des Naturschutzes zu bewirtschaften und mit entsprechenden Auflagen zu verpachten. Im Nachbarlandkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim sei das eine riesengroße Erfolgsgeschichte, und diese könnte auch Weisendorf folgen. Der erste Schritt dazu wäre, bei der "Goldenen Karpfenwanne" vor der ersten Flutung mit der Renaturierung zu beginnen.

Wünsche der Anlieger

Am Ende der Sitzung des Gemeinderats am Montagabend, bei der sich Wosegien auch zu Wort meldete, nahm der Zweite Bürgermeister Karl-Heinz Hertlein (CSU) dazu Stellung. "Das ist eine Maßnahme mit mehreren Facetten, sie dient mehr als Instandhaltung, aber auch der städtebaulichen Sanierungsmaßnahme, und es war bekannt, dass das Nordufer stabil gestaltet werden muss", erklärte Hertlein, das sei auch ein Wunsch der Anlieger gewesen. Das Ufer sei in den letzten Jahren immer wieder unterspült worden, und ähnlich verhalte es sich am Südufer, das bei Hochwasser der Seebach in Mitleidenschaft gezogen worden sei.

Dies alles sei bei einem Ortstermin mit rund 40 Anwohnern und Gemeinderatsvertretern besprochen und von diesen gewünscht worden. Auch die Flachwasserzone am Westufer wurde modelliert, sie wurde aber anders als in der Planung nach Süden verschoben. Der von Wosegien beklagte "Boulevard" sei ein Wirtschaftsweg, der als Zufahrt für Pflegemaßnahmen notwendig sei und ansonsten nicht befahren werde. Und Hertlein ist sich sicher, dass die Pflanzen den Weiher wieder zurückerobern und auch wieder durch die Uferbefestigungen wachsen werden. So werde der Badweiher Fischweiher bleiben, aber trotzdem naturnah gestaltet und auch wieder zugewanderten und teils seltenen Tier-, Vogel- und Pflanzenarten eine Heimat bieten.

"Es geht schon mit rechten Dingen zu und es wird eine gelungene Maßnahme", erklärte der Zweite Bürgermeister abschließend. Auf Nachfrage zu einer Verpachtung mit ökologischen Vorgaben erklärte Hertlein, dass der Pachtvertrag noch laufe und die Gemeinde erst bei der Neuverpachtung Einfluss nehmen könne.