Im Advent 2006 hatte der ökumenische Verein "Bibelwelten" erstmals zum lebendigen Adventskalender in Haßfurt eingeladen. Inzwischen wurden die kleinen Pausen in der hektischen Vorweihnachtszeit zu einer schönen Tradition. Doch so wie gewohnt kann es wegen der Corona-Pandemie den lebendigen Adventskalender in diesem Jahr nicht geben. Keine singenden Kindergruppen, keine Zuschauer, kein Glühweinausschank. Das alles geht 2020 nicht. Den Adventskalender absagen? Das kam für die Hauptkoordinatorin Antje Eickhoff nicht infrage. Gemeinsam mit ihrem Mann wurde sie kreativ, und so gibt es ab 1. Dezember sogar zwei lebendige Adventskalender - kontaktlos, aber hoffentlich Gemeinschaft stiftend.

Was kann getan werden?

"Alles ist abgesagt, aber Jesu Geburt ist ja trotzdem", erklärt Antje Eickhoff ihre Motivation, vor den Corona-Einschränkungen nicht die Segel zu streichen. Als im Herbst die "Bibelwelten"-Vorstandschaft besprach, was an Aktivitäten wohl möglich sein wird, war das ein Stochern im Nebel. Antje Eickhoff begann dennoch, bei den Geschäftsleuten und Institutionen anzufragen, wer ein Adventsfenster gestalten möchte.

Das war bisher der klassische lebendige Adventskalender: Die Menschen treffen sich am frühen Abend an einem geschmückten Fenster, es gibt eine Geschichte, ein Lied oder eine Melodie und ein kurzes Beisammensein.

QR-Code und Impulse

Die kleinen Feiern wird es heuer nicht geben - aber 24 geschmückte Fenster in der Stadt dagegen schon, beginnend mit der Stadthalle. An vielen Stellen in Haßfurt hängt die Liste, anhand derer man seinen Spaziergang zu den Adventsfenstern organisieren kann.

Gleichzeitig gibt es einen zweiten "Adventskalender" am sogenannten Bibelturm, dem Unteren Turm in Haßfurt. Mathias Eickhoff hatte die Idee, die großen Fenster im Eingangsbereich zu einem Adventskalender umzugestalten. Er baute eine Art Setzkasten. Da hinein kommen Tag für Tag Bilder, die Kinder und Künstler gestaltet haben. Bei den Kindertagesstätten in Haßfurt rannte Antje Eickhoff mit ihrer Idee offene Türen ein - alle sind sie dabei, steuern Bilder bei, ebenso die Kindergottesdienstkinder aus Holzhausen. Dazu gesellen sich heimische Künstler wie Jannina Hector aus Hofheim mit einer "Corona-Edition 2020: Hamsterkäufe noch möglich", gedruckt auf gebleichtem Toilettenpapier. Auch Kim Davey aus Haßfurt und Janna Liebender-Folz ließen sich nicht lange bitten. Gabriele Schöpplein aus Ebelsbach, der Karikaturist Klaus Strobel und Inge Ender aus Zeil sind an Bord - und auch der "Bibelwelten"-Vorsitzende Gerhard Winkler malt ebenso wie Familie Eickhoff, die den 2. Dezember gestaltet. Mit Licht werden die Bilder entsprechend in Szene gesetzt, so dass sie besonders bei Dunkelheit wirken.

Am 24. Dezember vereinigen sich dann die beiden Adventskalender, denn das 24. Adventsfenster vervollständigt die In-stallation am Unteren Turm. Dort findet sich auch täglich ein QR-Code, der nähere Informationen zu den Bildern vermittelt. Virtuell gibt es an den drei Adventssonntagen im Dezember und am Heiligen Abend kleine Impulse über QR-Code und die Homepage des Vereins un-ter: www.bibelwelten.de.

Antje Eickhoff freut sich, dass viele mitmachen, um diese Idee zu realisieren und so ein Zeichen der Gemeinschaft zu setzen.