Im Einkaufswagen von Julia Schmitt stehen Buntnesseln, Steinpflanzen und einige Blühpflanzen. "Ich habe alles abgearbeitet, jetzt ist der Garten dran", sagt die Forchheimerin. Wie viele andere hat sie sich gestern in einer Gärtnerei eingedeckt, die neben den Baumärkten seit Montag wieder öffnen dürfen. "Bei dem tollen Wetter hat man das sehnsüchtig erwartet", sagt Schmitt.

Sehnsüchtig erwartet haben die Öffnung auch die Inhaber und Mitarbeiter der Baumärkte und Gärtnereien. "Die Kunden sind noch entspannt", sagt Konrad Hofstätter, Inhaber der Gärtnerei Blumen Betz in Forchheim. Der große Ansturm am Montag sei ausgeblieben.

"Es ist immer noch erst Mitte April", sagt er. Viele würden sich erst im Mai, nach den Eisheiligen, um das Blumenbeet kümmern. Besonders hoch im Kurs stehen im Moment Setzlinge fürs Gemüse- und Kräuterbeet, außerdem Balkon- und Beetpflanzen, erzählt der Gärtner.

Seinen Laden in der Fußgängerzone darf Hofstätter noch nicht öffnen, weil dort ausschließlich Schnittblumen verkauft werden. Fast einen Monat war die Gärtnerei wie alle anderen geschlossen. Der Verkauf lief nur über Vorbestellungen.

Schutzvorrichtung und Abstand

Jetzt, nach der Wiedereröffnung, hat der Inhaber in seinem Geschäft einiges umgebaut. Gleich am Eingang weisen Richtungspfeile den Weg für den Ein- und Ausgang, um die Kundenströme zu lenken. Mit Schildern bittet der Gärtner seine Kunden, dass sie Sicherheitsabstand halten und vor sich einen Wagen schieben sollen, um den Abstand leichter einzuhalten.

Die Mitarbeiterinnen tragen einen Mund-Nasen-Schutz und Handschuhe. Das Personal arbeitet schichtenweise, vormittags und nachmittags. An der Kassentheke sollen große Scheiben vor einer Übertragung des Coronavirus schützen.

Ähnlich sieht es beim Obi-Baumarkt im Forchheimer Süden aus. Ein Kunde nach dem anderen kommt dort durch die Automatiktüre - viele mit Maske im Gesicht. Eine lange Warteschlange habe es am Morgen nicht gegeben. "Für die Zeit im April ist das ganz normal", sagt ein Mitarbeiter.

Die Leute hätten begriffen, dass sie nicht hamstern müssen, dass jeder etwas bekommt. Besonders begehrt: Alles für den Garten. Die großen Grillgeräte warten auf Käufer, in der Gartenabteilung sprießen bunte Blumenteppiche.

Am Eingang des Baumarktes steht der Filialleiter und zählt mit dem Handy alle Kunden, die zur einen Türe in das Geschäft kommen und durch die Türe auf der anderen Seite wieder verlassen. 94 Kunden zeigt sein Zählerstand am Montagmorgen an. 600 Personen dürfen unter Corona-Auflagen in den 12 000 Quadratmeter großen Baumarkt. Eine Person auf 20 Quadratmeter - so hat es Ministerpräsiden Markus Söder beschlossen. Sollte es in einer Abteilung eng werden, dann werde diese kurzzeitig geschlossen und keine Kunden mehr in den Markt gelassen.