Über ein Jahr ist es her, dass sich die jungen Klimaaktivisten von "Fridays For Future" zuletzt in Forchheim versammelt hatten, um gegen Missstände in der Klimapolitik zu demonstrieren. Am Freitag war es wieder so weit: Ab 13 Uhr schallte es vom Forchheimer Paradeplatz: "Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut."

Unter dem Motto "Kein Grad weiter" versammelten sich laut Polizeiangaben rund 50 Demonstranten auf dem Paradeplatz, die Veranstalter sprachen gar von rund 150 Teilnehmern. Aufgrund der Corona-Auflagen galt das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes und der Mindestabstand. Viele Erwachsene waren gekommen, Schüler waren eher in der Minderheit.

Erstmals hat an der Forchheimer Demonstration die Initiative "Omas For Future" teilgenommen, vertreten durch Klara Günther von Transition Forchheim. "Die kleinen Schritte zählen. Hauptsache, wir fangen überhaupt an", sagte Günther.

Unter den Demonstranten standen auch Bürgermeisterin Annette Prechtel (FGL) und Grünen-Bundestagsabgeordnete Lisa Badum.

Neben den beiden Versammlungsleitern Franziska Wild und Richard Schmidt hielten Linus Hluchy, Nicolai Prechtel und Lena Kiermaier Reden: Wegen einer Anordnung von Kultusminister Michael Piazolo (FW) finde die Demonstration nun nach Schulschluss statt, sagte Kiermaier. "Momentan müssen wir noch zusehen, wie es mit den Temperaturen aufwärts und mit uns abwärts geht", rief Kiermaier mit fester Stimme. "Ich fühle mich alleingelassen von der Generation, die die Verantwortung hat". Und weiter: "Klimaschutz geht nicht ohne funktionierende Wirtschaft. Das gilt aber genauso andersherum."

Aus dem Publikum meldeten sich einige Redner zu Wort, darunter ein Vater mit Baby, der sich um die Zukunft seines Nachwuchses sorgt. Eine Siemens-Mitarbeiterin meinte, dass es vor allem junge Leute braucht, die sich engagieren. Ihr Arbeitgeber mache genug für den Klimaschutz, trotz der Vorwürfe gegen Siemens-Chef Joe Kaeser.