Ein bisschen sieht es aus wie eine Kraterlandschaft auf dem Mond: Die Arbeiten für den viergleisigen ICE-Ausbau rund um Forchheim und Eggolsheim schreiten immer weiter voran - trotz Corona-Krise. "Es läuft alles nach Plan. Wir sind mit den Arbeiten sehr weit", sagt Karsten Lehmann, zuständiger Projektingenieur der Deutschen Bahn (DB).

Rund 13,6 Kilometer lang ist der gesamte Bauabschnitt Baiersdorf-Forchheim-Eggolsheim, der Teil der Ausbaustrecke Nürnberg bis Ebensfeld ist. Rund sechs Kilometer davon entfallen auf den Bauabschnitt Forchheim-Bahnhof bis Eggolsheim, wo aktuell vom Süden (Forchheim-Bahnhof) bis auf Höhe Eggolsheim (Kreisstraße FO 5) gebaut wird.

"Das ergibt eine beträchtliche Kapazitätserweiterung durch die neuen Gleise und eine wesentliche Geschwindigkeitserhöhung für die Hochgeschwindigkeitszüge ", sagt Lehmann. Bisher können die Züge auf der Bestandsstrecke bis zu 160 Stundenkilometer fahren.

Auf den zwei neuen Gleisen sollen dann Geschwindigkeiten von maximal 230 Stundenkilometer möglich sein. Dafür werden erst die zwei neuen, östlichen Gleise gebaut, dann wird der rollende Verkehr auf die neuen Gleise geleitet, damit die beiden bestehenden Gleise erneuert werden.

Wenn Projektingenieur Lehmann über die Baustelle bei Eggolsheim läuft, ist von den neuen Gleisen im Moment zwar noch nichts zu sehen. Doch ihr Bett ist bereits geebnet, der Bahndamm mit allen technischen Einrichtungen wird gerade gebaut, Pfeiler für die Lärmschutzwände stehen bereits.

Die Brücke über die Kreisstraße FO 1 Richtung Bammersdorf wurde erweitert, weil hier Platz für den Überholbahnhof gebraucht wird. Der künftige Bahnhof Eggolsheim-Süd, ein rund ein Kilometer langer Überholbahnhof ohne Bahnsteig, nimmt bereits Form an. Hier wird die Strecke um zwei Überholgleise auf sechs erweitert.

Die zwei neuen Gleise zwischen Forchheim und Eggolsheim mit dem ersten Überholgleis sollen bis April 2022 in Betrieb gehen, dann soll auch der Überholbahnhof fertig sein. Danach folgt der Neubau der beiden Bestandsgleise zwischen Eggolsheim und Forchheim mit dem zweiten Überholgleis, Ende 2024 sollen hier die neuen Gleisanlagen komplett fertig sein und der neue S- Bahn-Haltepunkt Forchheim-Nord mit einem 140 Meter langen Mittelbahnsteig in Betrieb gehen.

Piastenbrücke ab August 2021 abgebaut

Dafür müssen nun vor allem einige Eisenbahnbrücken über Straßen und über die A 73 neu gebaut werden. Im nächsten Jahr, ein Jahr später als ursprünglich geplant, sollen die umstrittenen Arbeiten an der Piastenbrücke beginnen. Zuerst wird dort eine Fußgängerbehelfsbrücke gebaut, ab August 2021 soll die alte Piastenbrücke abgebaut werden. "Ungefähr ein Jahr später soll sie benutzbar sein", sagt Lehmann.

Kaum zu übersehen für Autofahrer auf der A 73 sind momentan die Arbeiten an der östlichen Brücke über die Autobahn, nördlich von Forchheim. Bis Mitte nächsten Jahres werde die östliche Brücke gebaut, im August 2023 soll dann auch die zweite Bogenbrücke über der A 73 in Betrieb gehen, sagt Lehmann.

In Forchheim-Nord und Eggolsheim kommen die lauten Arbeiten erst noch auf die Anwohner zu. Claus Schwarzmann (BB), Eggolsheims Bürgermeister, rechnet damit, dass ab nächstem Frühjahr in der Bahnhofssiedlung für den Haltepunkt Eggolsheim gebaut wird. "Das wird 2021 bestimmt ein sehr intensives Baujahr", sagt Bürgermeister Schwarzmann. Vor allem die umliegenden Schulen, wie beispielsweise die Fachoberschule Fränkische Schweiz (FOS) seien davon betroffen. Beschwerden habe es bisher von den Bürgern aber nicht gegeben.