Geförderte schnelle Internetanschlüsse per Glasfaser sollen das Weisendorfer Rathaus und die Grundschule erhalten. Ein Großteil der Weisendorfer Bürger und in den Ortsteilen profitiert bereits durch den sukzessiven Ausbau des hochleistungsfähigen Breitbandnetzes. Bandbreiten von 50 Mbit/s im Download und viel höhere Upload-Geschwindigkeiten als bei Netzen der Breitbandgrundversorgung sollen am Ende möglich sein.

Doch man geht jetzt noch einen Schritt weiter: In der Sitzung am Montagabend beschloss der Marktgemeinderat die Errichtung von durchgängigen Glasfaseranbindungen für die Grundschule und das Rathaus. Dabei will Weisendorf eine Förderung des Bayerischen Staatsministeriums der Finanzen und Heimat in Anspruch nehmen.

Durch eine neue Glasfaser-Richtlinie des Freistaats wird für öffentliche Schulen und Rathäuser die Anbindung an das Internet über gigabitfähige und durchgängige Glasfaserleitungen bis in die Gebäude (FTTB) gefördert. Wie Sitzungsleiter und Zweiter Bürgermeister Karl-Heinz Hertlein (CSU) und Kämmerin Christina Strunk dazu ausführten, gebe es für den Anschluss des Rathauses einen Förderhöchstbetrag von 20 000 Euro und 50 000 Euro für die Schule bei einem Fördersatz von 80 Prozent. "Dieses Förderprogramm stellt eine gute Möglichkeit dar, die Digitalisierung in Schule und Rathaus kostengünstig voranzubringen", erklärte der Zweite Bürgermeister. Ein Glasfaseranschluss eröffne bessere Möglichkeiten im Anwenderbereich und biete mehr Raum für neue digitale Wege.

Ohne Diskussion wurde die Verwaltung beauftragt, die Möglichkeiten der Förderung von Glasfaseranschlüssen in Schule und Rathaus zu überprüfen. Dazu sollen Angebote eingeholt und Förderanträge gestellt werden. Die Auftragsvergabe soll gesondert beschlossen werden und die Haushaltsmittel für die Maßnahme können aus dem Sollüberschuss des Haushaltjahres 2019 bereitgestellt werden.

Letzte Erhöhung 2016

Beim Tagesordnungspunkt "Neuerlass der Hundesteuersatzung" gab es unterschiedliche Meinungen. Wie Hertlein erläuterte, erhebt die Gemeinde auf Grundlage der Hundesteuersatzung vom 24. Juli 2007, zuletzt geändert am 15. März 2016, Hundesteuer. Jetzt wurde ein neues Muster der Hundesteuersatzung im Bayerischen Ministerialblatt veröffentlicht, was als Grundlage für eine Überarbeitung diente. Änderungen in einer Reihe von Paragrafen machen einen Neuerlass erforderlich. "Die Höhe der Hundesteuer wurde zuletzt im Jahr 2016 geändert, eine Anhebung ist in die Neufassung eingearbeitet", erklärte der Sitzungsleiter dazu.

Auf Vorschlag der Verwaltung soll am 1. Januar 2021 die Hundesteuer um 25 Prozent, zum Missfallen der CSU-Fraktionsvorsitzenden Ute-Christine Geiler, angehoben werden. "Eine Erhöhung um 25 Prozent ist unsozial, weil es Arme und Reiche gleichermaßen trifft", kritisierte die Gemeinderätin und empfahl, den bisherigen Steuersatz beizubehalten, zumal die Gemeinde keine Gegenleistung erbringe.

"Die Gemeinde hat durchaus einen erheblichen Aufwand", erklärte Friedrich Mümmler (FW) und wurde durch Günther Vogel (BWG-FW) unterstützt. Denn es seien Mitarbeiter des Bauhofes unterwegs, um die Hundetoiletten zu kontrollieren, die Behälter zu leeren und mit neuen Beuteln zu bestücken. So sei eine Erhöhung um zehn Euro durchaus angemessen. "Wer sich einen Hund leisten kann, den bringen die zehn Euro im Jahr nicht um", sprach sich auch Christiane Kolbet (Grüne) für eine Erhöhung aus.

Katrin Rascher (SPD) plädierte in diesem Zusammenhang für mehr Hundetoiletten, denn die gefüllten Beutel würden überall entsorgt und schwämmen auch in den Weihern. "Mehr Hundetoiletten sind kein Problem, die Hundebesitzer müssten nur im Rathaus melden, wo noch welche aufgestellt werden sollen", erklärte der Zweite Bürgermeister. Eine Hundetoilette koste rund 2000 Euro, und wenn welche fehlen, müssen sie halt beschafft werden. Aber auch er kritisierte das Verhalten mancher Hundehalter, denn es sei nicht gerade angenehm, wenn beim Mähen und bei der Reinigung der Gräben die gefüllten Tüten platzen und der stinkende Inhalt aus Maschinen und Geräten entfernt werden müsse. Deswegen soll in einem der nächsten Amtsblätter erneut ein Appell an die Hundebesitzer veröffentlicht werden, damit die gefüllten Tüten ordnungsgemäß entsorgt werden. Nicht nur gefüllte Tüten lägen überall herum, sondern auch leere, die aus dem Spender herausgezogen und einfach weggeschmissen werden. Dem Verwaltungsvorschlag zur neuen Hundesteuersatzung folgten am Ende 17 Gemeinderäte und zwei lehnten sie ab.

Arbeitskreis bildet sich

In seiner Sitzung am 23. September hatte der Marktgemeinderat die Bildung eines Arbeitskreises "Energienutzungsplan" beschlossen und die Fraktionen gebeten, bis zur nächsten Sitzung die Mitglieder zu benennen. Damit sollen die Fraktionen frühzeitig in die weiteren Planungsschritten eingebunden werden. Von den Fraktionen wurden die ordentlichen Mitglieder genannt: Reinhard Mayer (CSU), Ernst Rappold (Grüne), Katrin Rascher (SPD), Sandra Ebersberger (FW), Jutta Kattner (UWG). Den Vorsitz übernimmt der Erste Bürgermeister und im Vertretungsfall seine Stellvertretung. Der Zweite Bürgermeister Karl-Heinz Hertlein sagte zu, baldmöglichst zur ersten Sitzung einzuladen.

Kran hebt Kessel ein

Der Neubau der Ballsporthalle geht in den Endspurt und der Marktgemeinderat beschäftig sich bereits mit der Innenausstattung und der Möblierung. Entsprechend des Vergabevorschlages des Büros bss Architekten Part Gmbh aus Nürnberg wurde das Schreiner-Gewerk WC-Trennwände an die Firma Schäfer KG Trennwandsysteme zum Bruttoangebotspreis in Höhe von knapp über 7000 Euro vergeben. Das Gewerk Schreiner Einbaumöbel ging für rund 23 000 Euro an die Firma Schäble Team aus Riesberg. Am Tag nach der Sitzung wurde außerdem ein Warmwasserkessel, der an die Nahwärmeversorgung des Weisendorfer Heizwerkes angeschlossen wird, mit einem Autokran an Ort und Stelle gebracht.