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Weisendorf
Beisetzung

Bürgermeister plötzlich verstorben: So trauert die Gemeinde um ihren "Heiner"

Mit einer bewegenden Trauerfeier wurde in Weisendorf an den plötzlich verstorbenen Bürgermeister erinnert. Mit nur 56 Jahren war Heinrich Süß unerwartet aus dem Leben geschieden. "Die Lücke, die dieser außergewöhnliche Mensch hinterlässt, wird sich nur schwer schließen lassen", sagte der Pfarrer.
 
Die Trauerfeier fand auf dem ASV-Gelände statt. Im Hintergrund entsteht eines der Herzensprojekte von Heinrich Süß, die neue Ballsporthalle.     Foto: Richard Sänger
Die Trauerfeier für den verstorbenen Bürgermeister von Weisendorf fand auf dem ASV-Gelände statt. Im Hintergrund entsteht eines der Herzensprojekte von Heinrich Süß, die neue Ballsporthalle. Foto: Richard Sänger

Trauerfeier für verstorbenen Bürgermeister von Weisendorf: "Ich bin gegangen nur einen kleinen Schritt und gar nicht weit. Und wenn ihr dorthin kommt, wo ich jetzt bin, werden ihr euch fragen, warum ihr geweint habt", dieser Spruch auf dem Erinnerungsbild des verstorbenen Weisendorfer Bürgermeisters zog sich durch das gesamte Requiem für Heinrich Süß.

Mit einer bewegenden Trauerfeier auf dem grünen Rasen des ASV-Sportplatzes, die vom evangelischen Posaunenchor umrahmt wurde, haben Familie, Freunde und Weggefährten sowie die Bevölkerung Abschied von Bürgermeister Heinrich Süß genommen. Der leidenschaftliche und allseits beliebte Kommunalpolitiker war am 10. September überraschend im Alter von nur 56 Jahren nach einer kurzen, schweren Krankheit gestorben.

Pfarrer gedenkt Heinrich Süß: "Unser Heiner [...] konnte Menschen begeistern und mitreißen"

"Sein früher Tod hinterlässt nicht nur eine Lücke, sondern einen ganzen Krater - bei seiner Familie, seinen Freunden und Weggefährten und in der Gemeinde Weisendorf", sagte Pfarrer Johannes Saffer eingangs. "Sämtliche Lebenspläne wurden plötzlich durchkreuzt und er fehlt, ein Familienmensch durch und durch. Sein Tod erfüllt uns mit tiefer Trauer. Unser Heiner hatte immer einen flotten Spruch auf Lager, konnte Menschen begeistern und mitreißen. Er hat immer angepackt und er hinterlässt viele tiefe Spuren, nicht nur in der Gemeinde." Er habe immer ein gutes Wort gefunden - und einen Witz parat gehabt.

Die Teilnahme der vielen Trauergäste kündete von großer Anteilnahme und Wertschätzung für einen besonderen Menschen. Mit seiner ausgleichenden und freundlichen Art war er ein äußerst beliebter Bürgermeister und Freund vieler Weisendorfer. "Die Lücke, die dieser außergewöhnliche Mensch hinterlässt, wird sich nur schwer schließen lassen", sagte der Pfarrer.

Auch in den Worten der anderen Redner wurde deutlich, dass es sich bei Heinrich Süß um einen "außergewöhnlichen Menschen" gehandelt habe. Er sei immer offen, ehrlich und bescheiden sowie besonnen und tatkräftig gewesen, konnte humorvoll genauso sein wie tiefsinnig. Neben seiner Familie habe er immer seine Heimatgemeinde und das Wohl der Bürger im Blick gehabt.

Zweiter Bürgermeister: "Er konnte Menschen zuhören"

Der Zweite Bürgermeister Karl-Heinz Hertlein (CSU), der für die Gemeinde und die Vereine, Einrichtungen und Organisationen sowie als ehemaliger Schulkamerad sprach, betonte, dass Heinrich Süß von der Jugend an immer sportlich und positiv unterwegs gewesen sei. Er sei ein Bürgermeister seiner Bürgerinnen und Bürger sowie Förderer und Wegbereiter gewesen. Er habe die Schule unterstützt und oft den Unterricht bereichert, indem er sich Zeit für die Schulkinder und ihre Fragen nahm. So sei ihm auch die Schulpartnerschaft der Zubzas ans Herz gewachsen und er sei mit seiner Frau Claudia zweimal nach Indien gereist.

Herzensangelegenheiten seien für Süß auch die im Bau befindliche Ballsporthalle und die Sanierung des Badweihers gewesen, deren Fertigstellung er jetzt nicht mehr erlebe. Der direkte Kontakt zu seinen Weisendorfern sei ihm sehr wichtig gewesen. "Seine große Stärke war es, dass er Menschen zuhören konnte", hielt Hertlein fest - etwas, was alle anderen nachfolgenden Redner bestätigten. "Das große Vertrauen, das Heiner stets in mich als seinen Stellvertreter gesetzt hat, ist ein Schatz, der mir von ihm bleibt", betonte der Zweite Bürgermeister am Ende.

Für die Kreisverbandsvorsitzende des Bayerischen Gemeindetages, Ilse Dölle, die für die Bürgermeister und die Gewo-Land sprach, war Heinrich Süß ein Mann, der allseits respektiert wurde, und ein außergewöhnlicher Mensch, der über die Grenzen von Weisendorf hinaus wirkte. "Heiner war ein besonnener und bescheidener sowie leidenschaftlicher Kommunalpolitiker, der immer geradlinig seine Meinung vertrat. Wir alle werden sein oft verschmitztes Lächeln und manch flotten Spruch vermissen", betonte Ilse Dölle.

"Heinrich liebte seine Gemeinde und die Bürger"

Jutta Kattner, Fraktionssprecherin der UWG (Unabhängige Wählergruppe Buch-Nankendorf), die Heinrich Süß gegründet hatte, um den beiden Ortsteilen im Gemeinderat mehr Gewicht zu verleihen, wandte sich auch mit sehr persönlichen Worten an die Familie. "Heinrich liebte seine Gemeinde und die Bürger, er packte immer an, wenn es notwendig war. Seine Teilnahme an Veranstaltungen war keine Pflichtübung, sondern eine Selbstverständlichkeit." Jutta Kattner wünschte sich, dass sein "Geist des Miteinanders" lebendig bleibe und die politische Arbeit in seinem Sinne weitergeführt wird. Mit einem "Servus Heiner" verabschiedete sich die Fraktionsvorsitzende.

Der Kommandant Andreas Haagen, dankte im Namen der Weisendorfer Feuerwehren, für die der Bürgermeister immer ein offenes Ohr gehabt habe. Als aktiver Feuerwehrmann sei es für Heinrich Süß eine Selbstverständlichkeit gewesen, die höchste Stufe bei den Leistungsprüfungen abzulegen. "Mit seiner Gelassenheit und seinem Humor war es eine Freude, mit ihm zusammenzuarbeiten", erklärte der Kommandant, der mit Abordnungen aller Feuerwehren samt Fahnen an der Trauerfeier teilnahm.

Tief betroffen zeigte sich auch Walter Mayer, Vorsitzender des ASV Weisendorf: "Unser Heiner strahlte immer Zuversicht aus und hatte für jeden Gehör. Mit ihm verlieren wir einen sehr geschätzten Freund und Sportkameraden", betonte der Vorsitzende. Es sei immer eine Ehre gewesen, mit ihm zusammenzuarbeiten, er habe immer einen Ausweg aus schwierigen Situationen gefunden.

Im engsten Familienkreis: Urne von Heinrich Süß beigesetzt

Über 30 Jahre war Heinrich Süß mit seinen Skifahrer-Freunden unterwegs. "Unser Heiner war ein Mann im besten Sinne des Wortes", betonte Edmund Burger. Es habe all die Jahre kein böses Wort gegeben, man sei gerne sein Freund gewesen und sein überraschender Tod sei für die ganze Gruppe ein herber Verlust. "Wenn wir wieder auf der Piste stehen, wird Heiner immer an unserer Seite sein."

Nach der Trauerfeier wurde die Urne von Heinrich Süß im engsten Familienkreis beigesetzt.