Vollsperrung auf A9 irritiert Autofahrer in Franken - dabei gibt es sie gar nicht

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Etliche Autofahrer wurden Anfang des Jahres in Oberfranken von Google Maps von der A9 gelotst – wegen einer Sperrung, die es gar nicht gab.

Eine Falschmeldung bei Google Maps hat für Irritationen bei Autofahrern in Franken gesorgt. Der Kartendienst zeigte eine Vollsperrung der A9 zwischen den Ausfahrten Berg/Bad Steben und Rudolphstein (Kreis Hof) an, obwohl die Strecke tatsächlich frei war. Zunächst hatte der Bayerische Rundfunk berichtet. 

Die Autobahn sei trotz einer größeren Baustelle befahrbar, sagte die Polizei BR24. Demnach sei das Problem seit einigen Tagen bekannt gewesen.

Sperrung auf A9 im Kreis Hof existiert nicht - Falschmeldung bei Google Maps

Die Autobahn GmbH des Bundes wandte sich an Google, um die fehlerhafte Information aus dem System entfernen zu lassen. Am Montag (5. Januar 2026) verschwand der Sperrhinweis aus der Anwendung. Einem Bericht von Bayern 1 zufolge beruhe der Fehler auf einer falschen Übermittlung von Verkehrsdaten. Die rund sieben Kilometer lange Baustelle auf dem Abschnitt der A9, die es im Gegensatz zur Vollsperrung tatsächlich gibt, soll voraussichtlich noch bis 2027 dauern.

Google Maps war in der Vergangenheit bereits mehrfach wegen Falschmeldungen von Straßensperrungen aufgefallen. Ähnliche Vorfälle wurden bereits von anderen bayerischen Autobahnen wie der A7 und der A73 bekannt, der SWR  berichtete im Sommer 2025 von falschen Sperrungsmeldungen im Westen und Südwesten Deutschlands. Aber es gibt auch erfundene Straßen bei Google Maps, bei denen absichtlich falsche Straßennamen eingezeichnet werden.

Eigenen Angaben zufolge nutzt Google für die Vorhersage von Staus Standortdaten, Partnerinformationen und Nutzermeldungen. Über die Google-Maps-App können Nutzer in Echtzeit Rückmeldungen geben. Hinzu kommen anonymisierte Standortdaten von Handys sowie Verkehrshinweise von Drittanbietern. Die Bewegungsdaten der Geräte werden mit künstlicher Intelligenz ausgewertet und mit Informationen über Baustellen, Sperrungen oder Unfälle verknüpft.

Wie berechnet Google Maps alternative Routen?

Für die Vorhersage künftiger Verkehrsströme setzt Google auf Machine-Learning-Algorithmen, die historische Verkehrsdaten auswerten und typische Muster erkennen. So unterscheidet die App etwa zwischen dichtem Berufsverkehr an einem Montagmorgen und geringerer Verkehrsdichte an Feiertagen. Diese Prognosen werden mit den aktuellen Messdaten abgeglichen. Auf dieser Basis schlägt Google Maps alternative Routen vor, mit denen Nutzer in der Regel zügiger ans Ziel gelangen. Aktuelle Staus in Franken findest du in unserem Staumelder.

Vorschaubild: © KI-generiertes Symbolbild/Gemini