Der Trend hin zum Mobilfunk hat mehrere Ursachen. Mobilnummern sind weiter verbreitet, gelten als persönlicher und wirken seriöser. Bestimmte Betrugsmaschen, etwa die Übernahme von WhatsApp-Accounts, lassen sich über Mobilfunk einfacher umsetzen. Besonders bei Messenger- und KI-Verfahren setzen Täter deshalb vermehrt auf Mobilnummern.
Diese Schlüsselwörter fielen im Zusammenhang mit Telefonspam häufig
Fünf Fälle von Spam-Anrufen waren 2025 besonders extrem. Dabei fielen auch häufig Schlüsselwörter, die eine Einordnung der Anrufe mittels Schlüsselwortanalyse und manueller Fallprüfung ermöglicht.
Demnach wurden folgende Schlüsselwörter in negativen Bewertungen am häufigsten erwähnt:
- 1. Allgemeiner Spam & Belästigung – 20,2 %
- 2. Allgemeiner Betrug/Scam – 8,1 %
- 3. Gewinnspiele & Lotterien – 6,5 %
- 4. Vertrieb & Telefonmarketing – 4,6 %
- 5. Banken, Konten & Finanzen – 3,0 %
- 6. Energie/Strom/Gas – 2,7 %
- 7. Inkasso & Behörden – 1,2 %
- 8. WhatsApp, Messenger & KI – 1,1 %
- 9. Robocalls & Bandansagen – 0,9 %
- 10. Versicherungen – 0,8 %
- 11. Paket & Zoll – 0,5 %
- 12. Ping-Anrufe – 0,3 %
- 13. Unzugeordnet – 49,6 % (extrem kurze Kommentare, Emojis, Ein-Wort-Aussagen)
Das steckt hinter Number Cycling
Täter nutzen ganze Rufnummernblöcke, automatisierte Wählsysteme und intelligente Taktiken, um Erkennungssystemen immer einen Schritt voraus zu sein. Für Verbraucherinnen und Verbraucher reicht es immer weniger, einzelne Nummern zu sperren oder gelegentlich zu reagieren. Ein Beispiel für diese Entwicklung ist das sogenannte Number Cycling. Hier nutzen Täter komplette Rufnummernblöcke und tauschen regelmäßig die letzten Ziffern.
"Wir beobachten seit Monaten eine deutliche Zunahme von Spam-Anrufen, die aus ganzen Rufnummernblöcken stammen und ihre Endziffern regelmäßig wechseln. Dieses Vorgehen ist kein Zufall, sondern eine bewusste Strategie professioneller Betrugs- und Callcenter-Strukturen", erklärt Spamschutz-Experte Thomas Wrobel. "Durch das kontinuierliche Rotieren einzelner Ziffern am Ende einer Telefonnummer versuchen die Betreiber, die Erkennung zu umgehen und Sperrlisten ins Leere laufen zu lassen."
Im Telefonspam-Check vom Oktober 2025 wird diese Technik sichtbar. Sechs der zehn meistgemeldeten Spam-Nummern stammen aus Düsseldorf oder Hamburg und unterscheiden sich nur in den letzten beiden Ziffern – ein Muster, das typisch für systematisches Number Cycling ist.
So können KI-Stimmen erkannt werden
2025 war zudem das Jahr, in dem KI-Stimmen im Telefonspam klar nachweisbar wurden. Nutzer meldeten auffallend glatte, unnatürlich perfekte Sprachmuster und Situationen, in denen Stimmmanipulation sehr wahrscheinlich war. Ab August nahm die Zahl dieser Hinweise sichtbar zu. "Angriffe, die einst als simple Nachrichten vom vermeintlichen Kind leicht zu entlarven waren, wirken heute wie glaubwürdige Hilferufe", warnt Wrobel. "Entscheidend dafür ist der Fortschritt im Real Time Voice Cloning. Diese Technik – zwar nicht neu, aber durch moderne KI rasant beschleunigt – ermöglicht es, Stimmen täuschend echt zu replizieren und während des Gesprächs flexibel anzupassen."
Parallel zu klassischen Anrufen nimmt die Zahl hybrider Betrugsversuche zu. Viele Nutzer berichten 2025 von mehrstufigen Angriffen: erst der Anruf, dann Nachrichten über Messenger, schließlich ein Link oder eine Zahlungsaufforderung.
Charakteristisch ist ein Zusammenspiel aus Zeitdruck, Emotion und digitaler Nähe. Ein Anruf schafft zunächst Dramatik oder Vertrauen. Über Messenger wird die Geschichte weitergesponnen, mit Bildern, Sprachnachrichten oder Links. Am Ende steht oft eine konkrete Handlungsaufforderung – eine Überweisung, eine Datenfreigabe oder ein Klick auf eine manipulierte Seite.
Wie werden sich Spam-Anrufe 2026 entwickeln?
Clever Dialer geht davon aus, dass KI 2026 eine noch größere Rolle spielen wird– sowohl bei Tätern als auch bei den Schutzmechanismen. Auf Angreiferseite wird Voice Cloning mutmaßlich vermehrt eingesetzt werden. Die KI wird vermutlich flexibler auf Gesprächslagen reagieren und Mischformen aus Deepfake-Stimmen und Social Engineering könnten entstehen.
Auf der Verteidigungsseite wandern Anti-Spam-Technologien tiefer in die Infrastruktur. So könnten Filtermechanismen im Telefonnetz verbessert werden, die verdächtige Anrufmuster erkennen und blockieren, bevor sie das Handy erreichen. Betriebssysteme integrieren Funktionen, die Manipulationen bei Anruferinformationen oder in der Stimmanalyse früh markieren sollen.
Ein bestimmtes Wort sollte am Telefon niemals gesagt werden. Die Bundesnetzagentur ermöglicht zudem, manipulierte Nummern zu melden und zu sperren. Mit iOS 26 wird dein iPhone zum Spam-Filter: Ein Anruf-Assistent schützt vor nervigen Spam-Calls und übernimmt Warteschleifen für dich. Einige Nummern wurden von Betrügern während bestimmten Zeiträumen besonders häufig genutzt:
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Ich hatte 2025 auch eine ganze Menge an Spam- und Schockanrufen - die Polizei hat mich aber abgewiesen