Im Markt Weisendorf sitzt der Schock tief. Heinrich Süß, Bürgermeister der Marktgemeinde, ist am Donnerstag nach schwerer Krankheit gestorben. Der aus dem Ortsteil Buch stammende verheiratete Kommunalpolitiker wurde nur 56 Jahre alt. Er war seit 2014 Erster Bürgermeister der Seebachgrundgemeinde und bekleidete dieses Amt mit Freude und Leidenschaft.

Es sei für ihn privat wie beruflich von großer Bedeutung, das Gespräch mit den Menschen zu suchen, "und wenn es einfach nur so" sei, betonte Heinrich Süß immer wieder. In politischer Hinsicht war Süß seit 1996 in der Unabhängigen Wählergemeinschaft Buch-Nankendorf aktiv und saß seit 2002 im Gemeinderat. Er bekleidete in dieser Zeit unter anderem auch das Amt des Zweiten Bürgermeisters, bevor er 2014 Bürgermeister wurde.

Süß war bei  Weisendorfern beliebt: "Schönster Beruf der Welt"

Bei der Kommunalwahl 2020 ließ Heinrich Süß seine beiden Gegenkandidaten klar hinter sich, über 74 Prozent der Weisendorfer Bürger gaben ihm ihre Stimme. Der gelernte Maschinenbautechniker sagte noch vor einigen Wochen in einem Gespräch, "Bürgermeister von Weisendorf ist einer der schönsten Berufe der Welt". Er sei schon als Gemeinderat angetreten, um eine sachliche, bürgernahe Politik zu machen. In seiner Amtszeit als Bürgermeister hatte er zusammen mit dem Marktgemeinderat einen maßgeblichen Anteil an der positiven Entwicklung des Marktes Weisendorf. Seine aktuellen Themen waren die Fortführung der Ortskernsanierung, die Senioren- und Familienpolitik sowie ein digitales Rathaus, die Feuerwehren, Vereine und die im Bau befindliche Dreifachhalle. Am Herzen lagen ihm insbesondere die Schule sowie die Kindertagesstätten, ein gutes Verhältnis zu den Nachbargemeinden und zur Verwaltung.

Mit großer Freude und mit Stolz feierte er zusammen mit der Bevölkerung die Umgestaltung des Schlossgartens und schwärmte schon von der Fertigstellung des Badweihers, der gegenwärtig saniert wird. Auch für die Einweihungsfeierlichkeiten der im Bau befindlichen Halle hatte er bereits ein Konzept in der Schublade.

Mit Leidenschaft und Weitblick

Mit seiner ausgleichenden und freundlichen Art war er ein äußerst beliebter Bürgermeister und Freund vieler Weisendorfer. Seine Fähigkeit, Menschen mit verschiedenen Meinungen zusammenzuführen und Konflikte sachlich zu lösen, stellte Heinrich Süß immer wieder unter Beweis. Er fand auch immer die richtigen Worte, wenn es um schwierige Verhandlungen ging.

Seine politischen Freunde und Wegbegleiter bezeichneten ihn immer als einen Bürgermeister mit Leidenschaft und Weitblick, und er hat nie das Ziel, Weisendorf für die Bürger lebens- und liebenswert zu gestalten, aus den Augen verloren. Das Credo des Gemeindeoberhauptes: Offen auf die Leute zugehen und zuhören können.