Nach Feuer-Inferno in Schweizer Bar: Fränkische Klinik versorgt Brandopfer

2 Min

Ein Brand in einer Schweizer Bar an Silvester hat 40 Todesopfer gefordert. Viele Schwerverletzte kämpfen weiter um ihr Leben. Ein Opfer wird inzwischen im Klinikum Nürnberg behandelt.

Zum Jahreswechsel kam es im Schweizer Ski-Ort Crans Montana zu einer verheerenden Feuerkatastrophe. In der Silvesternacht brach in einer Bar ein Feuer aus. 40 Menschen kamen ums Leben, 119 wurden zum Teil schwer verletzt. Aktuell laufen Ermittlungen zur Ursache des Brandes. 

Da die Kliniken in der Umgebung des Unglücksortes nicht genügend Kapazitäten für alle Verletzten gleichzeitig aufweisen, wurden einige Patienten auch in Krankenhäusern im benachbarten Ausland aufgenommen. Ein Brandopfer wird nun im Klinikum Nürnberg intensivmedizinisch behandelt. 

"Wir sind vorbereitet": Klinikum Nürnberg nimmt Schweizer Brandopfer auf

Wie das fränkische Krankenhaus in einer Pressemitteilung vom 5. Januar 2026 mitteilt, wurde ein Opfer der Feuerkatastrophe aus der Schweiz in der Nacht zum 3. Januar im Zentrum für Schwerbrandverletzte in Nürnberg aufgenommen. Dort können Patienten mit schwersten Brandverletzungen adäquat behandelt werden.

Laut den Verantwortlichen sei es keine Frage gewesen, Hilfe für die Schweizer Brandopfer anzubieten. "Wir sind vorbereitet und können noch weitere Patienten aufnehmen und dazu beitragen, möglichst viele von ihnen optimal zu versorgen", so Univ.-Prof. Dr. Jens Kubitz von der Klinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin. 

Bei Großschadenereignissen wie denen in der Schweiz sei das Zentrum für Schwerbrandverletzte aufgrund der personellen und technischen Ausstattung eine "wichtige Anlaufstelle", auch wenn es um internationale Hilfe gehe, wie der Universitätsprofessor festhält. "Wir haben dementsprechend weitere Kapazitäten zur Unterstützung angeboten. So konnten wir im aktuellen Fall das Brandopfer aus der Schweiz dank dieser interdisziplinären Zusammenarbeit direkt nach der Aufnahme ausreichend operativ versorgen", so Kubitz. 

"Interdisziplinär aufgestellt": Nürnberger Zentrum zählt zu größten und modernsten Deutschlands

Das fränkische Zentrum für Schwerbrandverletzte sei eines von drei spezialisierten Zentren für schwere Brandverletzungen in Bayern, wie Dr. med. univ. Moritz Billner, Leitender Oberarzt der Klinik für Plastische, Wiederherstellende und Handchirurgie, erklärt.  Mit acht Betten und einem eigenen Operationssaal zähle die Nürnberger Einrichtung zudem zu den Größten und Modernsten in ganz Deutschland.

Geleitet wird das Zentrum von Chefarzt Univ.-Prof. Dr. med. Dr. h. c. Denis Ehrl in enger Zusammenarbeit mit Univ.-Prof. Dr. Jens Kubitz von der Klinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin sowie Dr. Karl Bodenschatz von der Klinik für Kinder- und Jugendchirurgie und Kinderurologie.

"Wir sind interdisziplinär aufgestellt und arbeiten mit einem hochqualifizierten Team aus plastischen Chirurgen, Anästhesisten, Pflegekräften, Psychologen sowie Ergo- und Physiotherapeuten zusammen", so Prof. Kubitz.

Behandlung für Schwerbrandopfer: "Viel Zeit und Unterstützung auf dem Weg zurück ins Leben"

Gerade bei großflächigen Verbrennungen komme es auf eine schnelle Versorgung der Wunden an. Auch eine adäquate intensivmedizinische Behandlung ist von großer Bedeutung, was nur ein spezialisiertes Brandverletztenzentrum leisten könne, wie  Dr. Billner betont. Dafür gebe es auch klare Regelungen. 

"Die schwerbrandverletzten Patienten schweben in der Regel in akuter Lebensgefahr und sind intensivbehandlungsbedürftig. Daher liegen sie auf unserer Schwerbrandverletzten-Intensivstation – das ist eine operative Intensivstation eigens für Verbrennungspatientinnen und -patienten", sagt der Leitende Oberarzt der Klinik für Plastische, Wiederherstellende und Handchirurgie. Während der Operationen wird zunächst die tiefgradig verbrannte Haut entfernt. Anschließend müssen die Areale durch Hauttransplantate gedeckt werden.

Hierfür seien meist mehrere operative Eingriffe nötig und Schwerbrandverletzte in der Folge extrem pflegeintensiv. "Sie benötigen tägliche und aufwendige Verbandswechsel, sie sind lange auf der Intensivstation und brauchen schließlich auch viel Zeit und Unterstützung auf dem Weg zurück ins Leben - denn auch später sind oft Korrektureingriffe nötig. Die dauerhafte Anbindung an ein Schwerbrandverletztenzentrum ist unabdingbar", so Dr. Billner. 

Vorschaubild: © NEWS5 / Ferdinand Merzbach (NEWS5)