Überraschend ausgezeichnet: Fränkische Stadt hat Deutschlands schönste Altstadt

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Die mittelfränkische Stadt Dinkelsbühl, im Jahr 2025 zur schönsten Altstadt Deutschlands gekürt, beeindruckt mit der historischen Stadtmauer, dem Münster St ...
Luftaufnahme der Altstadt Dinkelsbühl im Winter
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Altstadt mit St.-Pauls-Kirche in Dinkelsbühl.
Altstadt mit St.-Pauls-Kirche in Dinkelsbühl.
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Diese Städte und Ausflugsziele muss man in Franken gesehen haben
Eine Ansicht von Dinkelsbühl.
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Schmiedsgasse in Dinkelsbühl
Die Schmiedsgasse im mittelfränkischen Dinkelsbühl.
Die Schmiedsgasse im mittelfränkischen Dinkelsbühl.
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Zwischen Stadtmauer, Fachwerk und Museen zeigt sich Dinkelsbühl als facettenreiche Stadt in Mittelfranken. 2025 wurde sie zur schönsten Altstadt Deutschlands gekürt.

Dinkelsbühl hat sich im Landkreis Ansbach einen besonderen Namen gemacht. Das Magazin Focus hat die Stadt zur schönsten Altstadt Deutschlands gekürt. Damit hat sich Dinkelsbühl gegen starke Konkurrenz behauptet, denn mit Rothenburg ob der Tauber liegt einer der bekanntesten Touristenmagnete Deutschlands nur wenige Kilometer entfernt. Die Auszeichnung hat einen klaren Hintergrund. In Dinkelsbühl geht es deutlich ruhiger zu als im oft überlaufenen Rothenburg.

Auch kulturell hat die Stadt einiges zu bieten: Museen, kleine Läden und saisonale Veranstaltungen sorgen dafür, dass es bei einem Spaziergang durch die Gassen nie langweilig wird. Die Anreise gestaltet sich unkompliziert. Ihr erreicht Dinkelsbühl mit dem Auto über mehrere Bundesstraßen, mit dem Fahrrad über gut ausgebaute Radwege oder bequem mit dem Zug. Von Nürnberg aus seid ihr etwa zwei Stunden unterwegs.

Dinkelsbühls besonderes Highlight: Historische Stadtmauer mit verträumter Altstadt

Die Stadt Dinkelsbühl blickt auf eine lange Geschichte zurück. Die Stadtgründung erfolgte bereits um das Jahr 730 nach Christus, während die Altstadt erst rund 400 Jahre später, im Jahr 1130, entstanden ist. Im Unterschied zu den umliegenden Städten hat sich Dinkelsbühl nach keinem festen Plan entwickelt, sodass es in der Stadt beispielsweise keinen zentral angelegten, rechteckigen Marktplatz gibt. Stattdessen findet ihr viele Marktstraßen, die das Stadtbild prägen und sich im Verlauf trichterförmig erweitern. Ein Beispiel ist der Weinmarkt, der sich auf eine Breite von 36 Metern ausdehnt und dadurch wie ein offener Platz wirkt.

Um das Jahr 1372 entstand die Stadtmauer, welche heute das Dinkelsbühler Stadtbild prägt und zu den besonderen Highlights des historischen Zentrums gehört. Der Mauerring verläuft auf einer Länge von rund 2500 Metern um die Innenstadt und diente der Kreisstadt und ihren Einwohnern zum Schutz. Von der älteren Mauer sind nur noch Reste erhalten, die ihr bei einem Rundgang entdecken könnt. Während die Stadt zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges, die Reichsstadt Dinkelsbühl, nahezu 60 Türme, Basteien und Tore besaß, könnt ihr heute nur noch vier Tortürme betrachten. 

Die Stadtmauer eignet sich heute gut als Ausgangspunkt für einen Spaziergang durch Dinkelsbühl. Wenn ihr dem Mauerring in Richtung Spitalhof folgt, gelangt ihr zum sogenannten Mauerknick. Dort treffen die ältere und die jüngere Mauer aufeinander und machen die Entwicklung der Stadtbefestigung anschaulich. Auch die historischen Zwinger und Zwingertürme sind noch erkennbar und vermitteln einen Eindruck von der früheren Verteidigungsstruktur. Vier Stadttore sind vollständig erhalten und markieren bis heute markante Zugänge zur Altstadt. So verbindet der Mauerring die Geschichte der Reichsstadt mit einem Rundweg, auf dem ihr Stadtansichten, Türme und Gassen aus verschiedenen Blickwinkeln erleben könnt. 

Münster St. Georg, Altes Rathaus & Metal-Festival: Weitere Sehenswürdigkeiten in Dinkelsbühl

Im Alten Rathaus von Dinkelsbühl befindet sich das Haus der Geschichte, in welchem die lange Vergangenheit der Reichsstadt zu entdecken ist. Der Gebäudekomplex stammt aus dem 14. bis 16. Jahrhundert und bietet einen eindrucksvollen Rahmen für die Ausstellung. Das Museum nimmt euch mit auf über 800 Jahre alte Spuren zur Stadtgeschichte und bietet euch dabei ein modernes museumspädagogisches Konzept. Das Haus der Geschichte öffnet an allen 365 Tagen im Jahr und erlaubt es euch, die "Faszination Dinkelsbühl" lebendig zu erleben.

Ein weiteres Highlight der Stadt ist das Münster St. Georg, welches als Wahrzeichen von Dinkelsbühl gilt und seit 2018 als Denkmal nationaler Bedeutung zählt. Rund um die Kirche führen euch schmale Gassen entlang an den zahlreichen Fachwerkhäusern der Stadt, vorbei an Geschäften und Restaurants, die mit ihren altdeutschen Aufschriften das historische Stadtbild ergänzen. Viele Touristen fühlen sich dadurch bei einem Rundgang durch die Innenstadt in die Vergangenheit versetzt.

Neben der historischen Kulisse spielt auch die Musikszene eine große Rolle in der mittelfränkischen Stadt. Ein bekanntes Ereignis war das Summer Breeze, das jedes Jahr in Dinkelsbühl stattfindet und für viele Besuchende zu einem der Highlight-Festivals in Franken zählt. Für das kommende Festival sind bereits die ersten Acts und Bands angekündigt. So könnt ihr in diesem Jahr unter anderem Helloween, In Flames, Arch Enemy, Lamb Of God und viele weitere Metal-Artists live erleben. Der Ticketverkauf ist 2025 gestartet und das Festival ist bis auf Tagestickets bereits ausverkauft, obwohl es erst vom 12. bis 16. August 2026 stattfinden wird. Alle Infos zum kommenden Festival und den besonderen Jubiläums-Highlights in diesem Jahr, findet ihr in unserer großen Summer-Breeze-Übersicht.

Hexenverfolgung in Dinkelsbühl: Prozesse, Anklagen und Todesurteile

Zwischen 1550 und 1700 kam es in Dinkelsbühl zu mehreren Hexenprozessen. Aus dieser Zeit sind sieben Verfahren mit zahlreichen Todesurteilen überliefert – darunter über dreizehn Frauen und zwei Männer. Im Jahr 1611 standen beispielsweise drei Frauen unter dem Vorwurf der Hexerei vor Gericht. Zwei Jahre später folgten erneut zwei Todesurteile. Für das Jahr 1645 ist die Hinrichtung einer evangelischen Hebamme dokumentiert. In den Jahren 1655 und 1656 gab es zudem einen größeren Serienprozess, bei dem acht Frauen angeklagt wurden.

Zwischen 1649 und 1709 verhandelte das Ratsgericht weitere 40 Fälle von Hexenbezichtigungen. Diese Verfahren endeten jedoch ohne Hinrichtungen. Stattdessen mussten die Beschuldigerinnen und Beschuldiger mit Konsequenzen rechnen. Ihnen drohten Verbannung, Gefängnis, das Narrenhaus oder die Halsgeige. Außerdem hatten sie öffentlich Abbitte zu leisten.

Im Jahr 2006 eröffnete im Rothenburger Tor eine Dauerausstellung zur Geschichte der Hexenverfolgung in Dinkelsbühl. Im sogenannten Drudengewölbe, das sich über der Tordurchfahrt befindet, fanden früher die peinlichen Befragungen statt. Heute erinnern dort Glassteine im Boden an die Opfer. Auf ihnen sind die Namen der Menschen eingraviert, die in den Prozessen ums Leben kamen. Seit Mai 2012 ist die Ausstellung im Haus der Geschichte im Alten Rathaus untergebracht. Dort könnt ihr euch umfassend über die Hintergründe der Hexenverfolgung informieren und einen Einblick in die historischen Abläufe gewinnen.

Dinkelsbühl als Teil der Romantischen Straße

Die Romantische Straße führt über mehr als 400 Kilometer von Würzburg bis nach Füssen und verbindet historische Städte, Flusslandschaften und Bergpanoramen miteinander. Auf ihrem Weg durch Franken erreicht sie auch Dinkelsbühl, das mit seiner vollständig erhaltenen Altstadt zu den eindrucksvollsten Stationen der Route gehört. Die Stadt liegt im Wörnitztal und bietet mit ihren Patrizierhäusern, der Stadtmauer und dem Münster St. Georg ein mittelalterliches Stadtbild, das viele Reisende beeindruckt.

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Dinkelsbühl gilt als einer der Orte, an denen die besondere Atmosphäre der Romantischen Straße besonders spürbar wird. Die Altstadt mit ihren engen Gassen und Fachwerkfassaden fügt sich harmonisch in die historische Reiseroute ein. Viele Besucherinnen und Besucher nutzen die Gelegenheit, hier einen längeren Halt einzulegen, bevor sie weiter nach Süden in Richtung Nördlingen, Augsburg oder bis zu den Alpen fahren.

Für Reisende – egal ob zu Fuß, mit dem Rad oder mit dem Auto – bietet die Romantische Straße rund um Dinkelsbühl abwechslungsreiche Möglichkeiten. Radwege führen durch die Landschaft des Taubertals, während Wanderwege und Nebenstraßen immer wieder Ausblicke auf die mittelalterlichen Städte eröffnen. So wird Dinkelsbühl zu einem wichtigen Abschnitt der Route, der Geschichte, Natur und Kultur miteinander verbindet.

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