"Die Covid-19-Pandemie hat uns auf eine andere, neue Weise in Umbrüche geführt", schreibt Hacker. Nicht nur die gesundheitlichen Risiken machen Sorge, sondern auch, dass Existenzen gefährdet sind, von der Gastronomie bis hin zur Kultur. Der Bürgermeister ging auch darauf ein, dass bei einem Teil der Bevölkerung der Glaube an die Demokratie schwinde. Mit dem Vorwand, Angst um Grundrechte zu haben, werde unsere Demokratie von Verschwörungstheoretikern in Zweifel gezogen.

Vermischung von Rechtsradikalen und harmlos klingenden "Querdenkern" bei Demonstrationen birgt laut Hacker Gefahren in sich. Rechte Gruppen versuchen, sich dies zu Nutze zu machen."Lassen Sie uns besonnen aber deutlich dagegen halten!" Denn es sei gerade die Demokratie, "die zweifelsfrei der Garant für Stabilität und Meinungsfreiheit ist und bleibt." Und weiter: "Wir können uns - trotz aller Maskenpflicht - glücklich schätzen, in Frieden und in dieser Demokratie zu leben."

Unterdessen entstehe durch das alles überdeckende Thema "Corona" auch eine Situation, die viel Wichtiges in den Hintergrund rücken lässt, wie Hacker meint. Auswirkungen schon länger bestehender, anhaltender Gefahren, die teils jenseits aller Risiken von Corona liegen, würden nicht mehr gesehen. Konsequentes Handeln wäre zum Beispiel ebenso wichtig, wenn es um den Klimawandel geht.

Hacker: "Langfristig ist es ein weitaus folgenschwereres globales Problem für die Zukunft unserer Gesellschaft." All seine Konsequenzen - Hacker nannte durch Überschwemmungen oder Dürren zerstörte Ernten und die daraus entstehenden Hungersnöte - gefährden den Weltfrieden. Zumindest werde er deutlich zerbrechlicher. "Wo Menschen hungern oder Durst haben, entsteht Unfrieden, brechen Kriege aus", stellt der Bürgermeister fest.

Der Erhalt von Frieden und Freiheit erfordert laut Hacker von jedem Einzelnen auch Mut. "Lassen Sie uns nicht aufhören, vorsichtig zu sein, den Anfängen zu wehren. Antisemitismus, Ausgrenzung, Aggression im Alltag bis hin zur Radikalisierung und vieles mehr gefährden den gesellschaftlichen Zusammenhalt!"

Hacker erinnert daran, dass wir seit dem 8. Mai 1945, dem Ende des Zweiten Weltkriegs, in Frieden leben dürfen. "Viele Gedenk- und Jahrestage sind durch die Pandemie verdeckt worden, deshalb möchte ich ausdrücklich an diesem Volkstrauertag darauf hinweisen. Wir dürfen nicht müde werden, die Erinnerung an das schwere Vergangene wachzuhalten."