Alte Häuser und insbesondere historische Gebäude sind immer für Überraschungen gut. Die gilt auch für das Herzogenauracher Schlossgebäude, das im Zuge des Rathausneubaus derzeit saniert wird. Bereits bei den vorbereitenden Untersuchungen kam so manche Überraschung zutage.

Die gerade tätige Zimmererfirma (Denkmalbau GmbH aus Ettersburg) entdeckte weitere bisher unbekannte Schäden im zweiten Obergeschoss des Ostflügels des Schlossgebäude, als im Zuge der Arbeiten weitere Decken geöffnet werden mussten.

Wie Bürgermeister German Hacker (SPD) bei der Haupt- und Finanzausschusssitzung informierte, wurden offenbar bei einer früheren Installation von Heizungsleitungen massive Schlitze in die Außenwand getrieben. Unterhalb der Ausmauerung der horizontalen Schlitze sind alle Balkenköpfe und die Holzschwellen schwer geschädigt. Der Schaden hat sich nach ersten Erkenntnissen nicht in der frei sichtbaren Decke fortgesetzt. Die beauftragte Holzgutachterin hat vom freien Deckenfeld aus Bohrungen in die Deckenbalken durchgeführt, die allerdings nicht in den geschädigten Bereich vorgedrungen sind.

Um bei den Arbeiten keine Zeit zu verlieren und unter dem Aspekt einer alternativlosen Sanierung, wurde die ausführende Zimmererfirma im Rahmen einer dringlichen Anordnung mit der zusätzlichen Materialbeschaffung mit teilweise langen Lieferzeiten und der Fortführung der Sanierung in diesem Bereich beauftragt. Darüber hinaus wurden die Fraktionsvorsitzenden aller im Stadtrat vertretenen Parteien informiert und über die abgestimmte Beauftragung des ersten Nachtrags für die Zimmererarbeiten im Schlossgebäude des Projektes "Rathausneubau und Sanierung Schlossgebäude" informiert.

Die Mehrkosten durch die zusätzlichen Maßnahmen belaufen sich gemäß beauftragtem Nachtragsangebot auf rund 115 000 Euro. Außerdem werde geprüft, ob Kostenkompensationen durch nicht erforderliche Leistungen erfolgen können. Ebenso sind Verschiebungen aus anderen Gewerken zu betrachten (etwa das Ausmauern der Wandpfeiler nach Rückbau der Heizungsleitungen).

Für die zusätzlich zum Hauptauftrag hinzugekommenen Leistungen wird momentan geprüft, wie sich diese Arbeiten auf die Bauzeit auswirken werden. Der Ausschuss stimmte den Mehrkosten ohne Diskussion oder weitere Fragen zu.