"Wir wollen den Weg weitergehen", hieß das Motto bei Nominierungsversammlung der Unabhängigen Wählergruppe Buch-Nankendorf (UWG), bei der einstimmig der 56-jährige Maschinenbautechniker Franz Dellermann für die Bürgermeisterwahl am 17. Januar 2021 in Weisendorf nominiert wurde.

Nach einer Schweigeminute für den verstorbenen Bürgermeister Heinrich Süß schlug Marktgemeinderätin Jutta Kattner den in der gleichen Versammlung zuvor neugewählten Vorsitzenden der UWG als Nachfolger für Heinrich Süß vor. Die Gemeinderätin erinnerte dabei an die Nominierungsversammlung vom 20. September, bei der Heinrich Süß einstimmig nominiert wurde und sich damals selbst fragte: "Warum stelle ich mich wieder zur Verfügung?" Er gab selbst die Antwort: "Weil ich nicht fertig geworden bin".

Bei der Kommunalwahl am 15. März wollten 2491 von 3363 Wählerinnen und Wählern, also 74,07 Prozent, dass Heinrich Süß seine Arbeit fortsetzt und "fertig macht". Daran knüpfte die Fraktionsvorsitzende Jutta Kattner mit den Worten "Wir wollen den Weg weitergehen" an, denn Weisendorf sei eine Herzensangelegenheit unseres "Heiners" gewesen.

Dass er damit richtig lag, zeigten der Zuspruch und seine Beliebtheit sowie Hilfsbereitschaft und sein überall gefragter Rat. Der Bürgermeister habe während seiner Amtszeit stets versucht, das Beste für die Gemeinde zu erreichen und überall sichtbare Spuren hinterließ.

Im gleichen Jahr geboren

Deshalb habe die Vorstandschaft der UWG beschlossen, den Weg weiterzugehen und mit Franz Dellermann wieder einen Bürgermeisterkandidaten zu nominieren. "Wir wollen damit zeigen, dass wir kompetente Leute haben, die bereit sind Verantwortung zu übernehmen und Führungsqualitäten aufweisen", erklärte Kattner.

So sei die UWG, wie es schon der Name sagt: Unabhängig und keine Partei. Themen, die den Markt Weisendorf betreffen, müssten gemeinsam gestaltet werden. Dabei sollte man weniger in den Parteien zur Lösung der einzelnen Probleme kommen, sondern die Menschen aus der Gemeinde und den Vereinen zu Wort kommen lassen. "Mitmachen und Mitentscheiden", das ist es, was sich die UWG, wie es schon Heiner Süß tat, auch weiter für die Zukunft gut vorstellen kann.

An den verstorbenen Bürgermeister anknüpfen möchte der verheiratete und zweifache Vater Franz Dellermann, der der UWG seit ihrer Gründung angehört. Dellermann und Süß sind im gleichen Jahr geboren und kannten sich nicht nur von Kindesbeinen an, sondern besuchten auch gemeinsam den Kindergarten.

"Weisendorf soll auch weiterhin gestaltet statt verwaltet werden, ist eines seiner Ziele", sagte der nominierte Bürgermeisterkandidat. "Wir wollen weiterhin unabhängig und bürgernah bleiben und den Weg vom Heiner weitergehen. Der Tod vom Heiner hat uns zwar bis heute geschockt, aber wir sind nicht erstarrt, deswegen wollen wir sein Erbe antreten", erklärte Dellermann.

Seine Verbundenheit zur Heimat und der Gemeinde bewog den Kandidaten einst auch, eine mögliche Karriere als Profifußballer auszuschlagen, zu der ihn Dieter Nüssing überreden wollte. Statt Fußball wählte Franz Dellermann eine Ausbildung in einem Herzogenaurach Industriebetrieb, "denn zu diesem Zeitpunkt war mir bereits klar, dass der Beruf an erster Stelle stehen muss", erklärte Dellermann. Nach seiner Ausbildung setzte er sich wieder auf die Schulbank, machte seinen Meister und führte diese Position über elf Jahre aus. Anschließend wechselte er als Technologe in die Umformung von Getriebeteilen und bildete sich zum Technischen Betriebswirt weiter. Vor dem Wechsel in die E-Achse war er für einige Abteilungen in der Produktion verantwortlich.

Seine Freizeit gehört dem Sport und der Natur und natürlich, wenn erforderlich, der UWG. "Denn Weisendorf ist eine Gemeinde des langen Lebens, des guten Lebens", betonte Dellermann. Deshalb möchte er an den verstorbenen Rathauschef anknüpfen, der stets geradlinig und ehrlich gewesen sei und seine Menschlichkeit auszeichnete.

Er machte aber auch klar, dass es keine Wahlkampfveranstaltungen oder Hausbesuche geben werde. Sie wären nicht nur wegen der Pandemie unangebracht, sondern auch aus Respekt gegenüber den verstorbenen UWG-Vorsitzenden und Bürgermeister. Die UWG setzt deshalb auf Mondpropaganda und wird Flyer verteilen, ist bei Fragen aber auch jederzeit ansprechbar.