Eigentlich hätte Großenseebachs Bürgermeister Jürgen Jäkel (MfG) den langjährigen Verwaltungsleiter Martin Hofmann am Ende der jüngsten Gemeinderatssitzung gerne persönlich verabschiedet, aber dieser konnte aus privaten Gründen nicht an der Sitzung teilnehmen. Am 1. Januar 1980 wurde die Verwaltungsgemeinschaft (VG) Heßdorf ins Leben gerufen, seither ist Hofmann deren Geschäftsführer. Neun Bürgermeister, fünf in der Mitgliedsgemeinde Großenseebach und vier in Heßdorf, hat Hofmann erlebt - und unzählige Sitzungen der beiden Gemeinderäte sowie Versammlungen der Verwaltungsgemeinschaft und der Zweckverbände. Zum Ende des Monats geht er in den Ruhestand.

Martin Hofmann begann am 1. September 1972 seine Laufbahn als Beamtenanwärter für den mittleren Verwaltungsdienst beim Landratsamt Erlangen-Höchstadt. Der damalige Heßdorfer Bürgermeister Simon Rabl lotste Hofmann dann vom Landratsamt in den Seebachgrund.

"Es gibt zwei Möglichkeiten, Karriere zu machen entweder man leistet wirklich etwas oder man behauptet, etwas zu leisten", zitierte Bürgermeister Jäkel den amerikanischen Schauspieler Danny Kaye. Martin Hofmann habe die Verwaltungsgemeinschaft Heßdorf/Großenseebach zu dem gemacht, was sie heute ist. Er habe die beiden Kommunen 40 Jahre lang gut durch ein nicht leichtes Fahrwasser gesteuert und sei der richtige Mann am richtigen Platz gewesen.

Ehrgeiz und Umsicht

Auch mit den vielen Veränderungen während seiner jahrzehntelangen Dienstzeit in und für Großenseebach sei Hofmann immer gut zurechtgekommen. Immer wieder habe es gegolten, alle Mitarbeiter zu motivieren und bei jedem neuen Schritt mitzuziehen, seien es nun neue Verordnungen oder neue Arbeitsstrukturen. Und ungeachtet aller Neuregelungen beziehungsweise damit verbundener Probleme habe das Amt leistungsfähig bleiben müssen.

"Das kostet Kraft; das bedeutet nicht nur eine Herausforderung, sondern auch Stress. Diese Aufgaben konnte der Verwaltungsleiter wohl nur gut bewältigen, weil ihm sein Job etwas bedeutete und weil er den Ehrgeiz hatte, etwas zu leisten. Das in langen Jahren erworbene Wissen wird der VG ebenso fehlen wie die Beharrlichkeit, die Erfahrung, der Ehrgeiz und die Umsicht", erklärte der Bürgermeister.

Mit seiner Haltung habe er sich große Achtung erworben und im Haus sowie bei den Bürgern und Unternehmen viel Anerkennung gefunden. Der letzte Arbeitstag löse meist gemischte Gefühle aus. Denn Abschied vom Berufsleben zu nehmen, das bedeute eine Zäsur. Ein Lebensabschnitt sei zu Ende. Und niemand schüttele es einfach ab, mit einer Tätigkeit aufzuhören, die einen viele Jahre lang Tag für Tag beschäftigt und ausgefüllt hat. Aber gleichzeitig beginne eine neue Lebensphase, sodass der letzte Arbeitstag neben einer gewissen Wehmut auch mit Vorfreude verbunden ist. "Wenn die Pandemie vorbei ist, werden wir noch eine gebührende Abschiedsfeier abhalten", versprach Bürgermeister Jäkel am Ende.

Im aktuellen Mitteilungsblatt der VG bedankte sich Martin Hofmann und ließ seine über 40-jährige Dienstzeit in Heßdorf und Großenseebach Revue passieren. "In dieser langen Zeit durfte ich viele kommunale Maßnahmen und Projekte begleiten. Damit konnte ich einen kleinen persönlichen Beitrag zur positiven Veränderung des Seebachgrundes leisten", schreibt Hofmann. Dabei sei ihm eine gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit allen kommunalen Mandatsträgern und natürlich mit der Bevölkerung immer besonders wichtig gewesen. Und dass er allen Bürgern immer ein vertrauensvoller Ansprechpartner und Ratgeber sein konnte. Von wenigen Ausnahmen abgesehen könne er auf eine harmonische und meist vertrauensvolle Amtszeit zurückblicken, die ihm auch viel Freude bereitet habe. Insbesondere dankt Hofmann den vielen Mitarbeitern in allen gemeindlichen Einrichtungen mit ihren ganz unterschiedlichen Aufgaben, den Bürgermeistern, die ihm ihr uneingeschränktes Vertrauen entgegen gebracht hätten, den Mitgliedern der Gemeinderäte und der Verbandsgremien, den vielen Vereinen und Verbänden im VG-Gebiet, den Kirchen und den Vertretern der Behörden und der Fachbüros sowie der gesamten Bevölkerung des VG-Gebietes.

Abschließend wünscht der scheidende Verwaltungsleiter seinem Nachfolger Jörg Hausam eine glückliche Hand in seiner neuen Aufgabe. "Mögen in der VG künftig die Stellschrauben so gestellt werden, dass sich die VG-Gemeinden und die Zweckverbände erfolgreich und zukunftsorientiert entwickeln können und das Miteinander dabei eine wichtige Rolle spielt."