Im Coburger Hofgarten unweit des Herzog-Alfred-Brunnens stehen zwei Bäume, die optisch aus dem Grün der Umgebung herausstechen: Sie fallen durch ihre rötlichen Blättern auf. Es handelt sich um zwei Blutbuchen. Vor rund 130 Jahren wurden sie dort in die Erde gesetzt und haben sich zu stattlichen Bäumen entwickelt.

Doch die Idylle trügt. "Wir machen uns Sorgen um die Blutbuchen", sagt Grünflächenamtsleiter Bernhard Ledermann bei einem Ortstermin. Er verweist auf die Kronen der Bäume, die sich merklich lichten. "Die Vitalität ist auf dem Rückzug."

Gewitter: Stattliche Blutbuche fiel um

Dass Handlungsbedarf besteht, wurde auch beim einem Gewitter im zurückliegenden Jahr deutlich. Eine der Blutbuchen im Hofgarten fiel dabei um, wie Ledermann berichtet. Dieser Vorfall habe schlussendlich den Ausschlag gegeben, dass man nun aktiv wurde.

Im Hofgarten stehen noch drei Blutbuchen, im übrigen Stadtgebiet zwei weitere. Mit Hilfe von Druckluft und Mykorrhiza-Pilzen soll der Fortbestand der Bäume gesichert werden. Man habe sich das Verfahren der Baumbelüftung bei einem Privatbesitzer im Coburger Land einmal angesehen, berichtet Ledermann.

Es gebe unterschiedliche Methoden, führt er weiter aus. Man habe Vergleichsangebote eingeholt und drei Parallelaufträge für die Belüftung der einzelnen Coburger Blutbuchen vergeben. So könne man die Ergebnisse der Methoden dann miteinander vergleichen.

Coburger Blutbuchen: Bäume werden belüftet

Grob gesagt wird bei der Belüftung der Bäume über eine Lanze alle ein bis zwei Meter Druckluft in den Boden eingeschossen. "Die ständige Luftzufuhr ist wie das Rühren im Kochtopf", erklärt Bernd Küster von einer der mit der Belüftung beauftragten Firmen. In der Folge entstehen im Boden Löcher und Spalten. In diese werden dann Dünger und weitere spezielle Stoffe eingeführt.

So werden unter anderem auch Mykorrhiza-Pilze in den Boden eingebracht. Diese docken an den Wurzeln der Blutbuchen an und bilden im Boden ein System aus Fäden (Hyphen) aus. Die Mykorrhiza-Pilze leben in Symbiose mit dem Baum: Sie liefern diesem Nährstoffe und Wasser, im Gegenzug erhalten sie Energie aus der Photosynthese des Baums.

Im Endeffekt vergrößert und verfeinert sich durch die Fäden der Mykorrhiza-Pilze das Wurzelwerk der Bäume im Boden. Etwa zwei bis drei Jahre dauere es, bis sich die Mykorrhiza im Boden etabliert habe, erklärt Küster.

Standzeit der Blutbuchen verlängern

Begleitend zu den Belüftungsmaßnahmen, die die Stadt laut Ledermann rund 15 000 Euro kosten, werden die Bäume in regelmäßigen Abständen gewässert. Außerdem soll das Totholz aus den Kronen entfernt werden. Ledermann hofft, dass sich durch die Maßnahmen die Standzeit der Blutbuchen um ein bis zwei Jahrzehnte verlängern lässt, so dass die Bäume auch in 30 bis 50 Jahren noch im Hofgarten stehen.

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