Die beliebte Ferieninsel Mallorca verknüpfen viele automatisch mit Saufgelagen und Partymusik am Ballermann. Doch jenseits davon hat die Insel für Touristen landschaftlich und kulturell viel zu bieten. Die Coburger Autorin Heidi Fischer entführt ihre Leser mit ihrem neuen Werk "Weißer Tod im Paradies", ihrem zweiten Mallorca-Krimi, auf die Balearen-Insel.

Neben landestypischen Eindrücken stehen dieses Mal zwei Frauen und das mallorquinische Drogenmilieu im Mittelpunkt des Romans. Das Coburger Tageblatt hat mit der Autorin über ihr gerade erschienenes Buch und ihre Leidenschaft fürs Schreiben gesprochen.

CT: Frau Fischer, wie sind Sie auf das Thema ihres neuen Mallorca-Krimis gekommen?

Heidi Fischer: Ich habe in der Zeitung auf Mallorca einen Artikel über die Drogenkriminalität dort gelesen. Ganz in der Nähe der Hauptstadt Palma gibt es ein Drogendorf. Es ist etwa fünf bis zehn Fahrminuten vom Flughafen, wo alle Touristen landen, entfernt. Das konnte ich mir gar nicht vorstellen, dass es dort so etwas gibt. Mir war klar: Darüber muss ein Krimi entstehen.

Waren Sie selbst auch in dem Drogendorf?

Ja, ich war dort, zusammen mit meinem Mann. Wir haben uns aber nicht getraut, aus dem Auto auszusteigen. Das war eine Atmosphäre, die man nicht unbedingt erleben muss. Die ausgebrannten Autowracks, die Baracken und Müllberge haben mich an die Slums in Indien erinnert. Dass es so etwas auf Mallorca gibt, hätte ich nicht erwartet. Die mallorquinische Regierung plant aber, das Dorf abzureißen. Wie weit sie damit ist, weiß ich allerdings nicht.

Wie liefen die Recherchen zu ihrem Mallorca-Krimi ab?

Was die Drogenkriminalität betrifft, habe ich viel im Internet recherchiert. Auch bei den Leuten vor Ort habe ich mich erkundigt. Dann hatte ich natürlich die Eindrücke aus dem Drogendorf im Kopf. Und es war so, dass zu der Zeit die Drogenchefin eines mallorquinischen Clans aus dem Gefängnis entlassen wurde. Trotzdem ist mein Roman natürlich immer noch ein Roman und die Handlung frei erfunden.

Auf dem Titel des Buchs sind zwei Frauen-Skulpturen zu sehen. Wo ist das Bild entstanden?

Die Skulpturen stehen auf einer Terrasse im Hafen von Sóller. Sie stammen von einer dänischen Bildhauerin und sind ein echter Blickfang. Viele Touristen bleiben stehen und machen Bilder. Mich haben die beiden Skulpturen schon immer fasziniert. Da es sich um zwei Frauen handelt, passt das Bild gut zu meinem Roman mit seinen zwei Protagonistinnen. Das Haus, vor dem die Skulpturen stehen, gehört zufällig Freunden meiner Tochter.

Woher rührt Ihr Bezug zu Mallorca?

Meine Tochter wohnt inzwischen seit mehr als 10 Jahren auf Mallorca. Seitdem verbringen mein Mann und ich jedes Jahr ein paar Wochen dort. Aber auch vorher haben wir die Insel schon zum Wandern besucht. Es ist eine wunderschöne Insel, die auch kulturell viel zu bieten hat. Sie besteht zum Glück nicht nur aus dem Ballermann.

Wie lange brauchen Sie in etwa, um ein Buch zu schreiben?

Die Idee für ein neues Buch reift erstmal relativ lang in meinem Kopf. Ich überlege mir die Personen und die Handlung. Das Schreiben an sich geht dann relativ zügig. Etwa ein halbes bis ein dreiviertel Jahr brauche ich dafür. Die Vorarbeit dauert wesentlich länger.

Wie sind Sie zum Schreiben gekommen?

Ich habe als Jugendliche Tagebuch geschrieben, was ja viele Leute machen. Und ich habe Gedichte verfasst. Das war eigentlich der Anfang. Vor etwa zwölf, 13 Jahren habe ich mich dann intensiv mit dem Schreiben auseinandergesetzt. Außerdem reise ich gerne. Diese Erfahrungen und Eindrücke kann ich dann gut in meine Romane einfließen lassen. Zum Beispiel habe ich die Lokale, die ich in meinem Mallorca-Krimi erwähne, alle schon selbst besucht.

Wie fühlt es sich an, wenn Sie Ihr frisch gedrucktes Buch zum ersten Mal in der Hand halten?

Das ist ein tolles Gefühl! Viel schwieriger ist es, das Manuskript zum Verlag zu schicken. Man fragt sich: Passt das alles so? Was ändert das Lektorat vielleicht noch? Da muss man als Autor loslassen können.

Haben Sie schon eine Idee für Ihr nächstes Buch?

Tatsächlich habe ich schon eine Idee für eine neue Geschichte im Kopf. Die Handlung ist dieses Mal nicht in Mallorca, sondern in Franken angesiedelt - mit einem männlichen Protagonisten, der auch schon in meinen Kurzgeschichten aufgetreten ist. Mehr möchte ich aber noch nicht verraten. Während der Corona-Zeit habe ich zum ersten Mal auch Kindergeschichten geschrieben - für meine Enkel, die ich ja nicht sehen konnte. Über WhatsApp habe ich ihnen die Geschichten dann vorgelesen.

"Weißer Tod im Paradies" - Signierstunde mit Heidi Fischer in Coburg

Krimi Der neue Roman der Coburger Autorin Heidi Fischer trägt den Titel "Weißer Tod im Paradies" (Preis: 15 Euro) und spielt, wie schon ihr letzter Krimi, auf der Ferieninsel Mallorca.

Inhalt Die Handlung rankt sich um zwei Frauen zwischen Freundschaft und tödlicher Feindschaft: Pilar Martinez ist die Chefin eines mallorquinischen Drogenclans und Diana Mittermeier eine deutsche Auswandererin mit fränkischen Wurzeln (Coburg). Die beiden unterschiedlichen Frauen lernen sich zufällig kennen und freunden sich an, während ihre Enkelkinder gemeinsam am Strand spielen.

Ohne es zu ahnen, stolpert die lebensfrohe Diana in kriminelle Machenschaften und wird immer tiefer in den Sumpf der Drogenmafia hineingezogen. Auch ihre Beziehung zu dem gut aussehenden Mallorquiner Antonio muss sie in Frage stellen.

Der ermittelnde Comisario Casas warnt Diana vor der Macht des Drogenclans, doch sie glaubt nicht daran, bis ihr Bruder und dessen Enkel Max in akute Gefahr geraten. Aus der Freundschaft der beiden Frauen wird eine tödliche Feindschaft. Beide versuchen mit allen Mitteln ihre Familien zu schützen.

Themen Der Roman erzählt von Verbrechen und Schuld sowie von Freund- und Feindschaft. Er führt den Leser an traumhaft schöne Plätze im Nordwesten der Ferieninsel Mallorca. Nicht jeder wird in diesem Jahr wieder Urlaub außerhalb Deutschlands wagen. "Weißer Tod im Paradies" lädt den Leser auf eine spannende Fantasiereise ein.

Rezepte Wie schon in ihrem ersten Mallorca-Krimi "Tod der Schmetterlingsfrau" finden sich am Ende des neuen Buches von Heidi Fischer einige landestypische Rezepte.

Termin Wer sich ein Buchexemplar von Autorin Heidi Fischer signieren lassen möchte, hat die Gelegenheit dazu am Samstag, 27. Juni, zwischen 10 und 12 Uhr in der Buchhandlung Riemann (Markt 9) in Coburg.

Autorin Heidi Fischer wurde 1954 in Oberfranken geboren, lebte einige Jahre in München, um dann mit Ehemann und drei Kindern wieder nach Coburg zurückzukehren. Sie ist Mitglied im Fränkischen Autorenverband und schreibt seit vielen Jahren Gedichte, Kurzgeschichten und Romane.red

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