Wenn die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) am 16. März ihre Jahrestagung startet, sind auch drei Wissenschaftlerinnen der Universität Bayreuth dabei. Wie die Universität Bayreuth berichtet, forschen und lehren sie an der Fakultät für Lebenswissenschaften: Lebensmittel, Ernährung und Gesundheit in Kulmbach und können zu wichtigen Fragen von Essgewohnheiten und gesunder Ernährung Stellung nehmen.

"Das Gehirn regelt unsere Er­nähr­ungs­ge­wohn­hei­ten, es steuert, wann wir was essen wollen, weiß, wie wir uns ernähren sollten und entscheidet, was wir dann tatsächlich zu uns nehmen. Umgekehrt spielt die Ernährung eine wichtige Rolle bei der Entwicklung, Al­ter­ung und De­gen­er­a­tion des Gehirns. Und schließlich haben die Wech­sel­be­zieh­ung­en zwisch­en Er­nähr­ung und Ge­hirn Einfluss auf die Entstehung von Diabetes oder Herzkreislauferkrankungen", heißt es. Diesem Themenkomplex widme sich die diesjährige, mittlerweile 59. wissenschaftliche Jahrestagung der DGE.

Die DGE sei die wichtigste Experten-Vereinigung für Fragen der Ernährung im deutschsprachigen Raum. Ihr vierjährlicher "Ernährungsbericht" bilde Ernährungstrends und Gesundheitsgefahren durch Ernährung ab. Ihre Angabe zu Richtwerten für die Nährstoffzufuhr, die DGE-Qualitätsstandards für die Gemeinschaftsverpflegung sowie ihre Leitlinien und Stellungnahmen seien wichtige Orientierung für Politik und Wirtschaft.

Professorin Janin Henkel-Oberländer, Inhaberin des Lehrstuhls Biochemie der Ernährung, werde bei der DGE über die Rolle von bestimmten Signalstoffen auf Entzündungsprozesse und über die Bedeutung von Ausdauertraining auf die ernährungsbedingte Entstehung einer Fettleber sprechen. Janin Henkel-Oberländer untersuche in Kulmbach unter anderem den Einfluss einer Cholesterin- und fettreichen Ernährung auf die Entwicklung metabolischer Erkrankungen, etwa Übergewicht, Zucker- und Fettstoffwechselstörung.

Tina Bartelmeß, Juniorprofessur für Ernährungssoziologie, werde bei der DGE-Tagung über die vielfältigen Funktionen von Zucker in der Kinderernährung sprechen. Sie betrachte die daraus resultierenden Implikationen für Ernährungsbildung und -kommunikation. Die Forschung von Tina Bartelmeß widme sich gesellschaftlichen Kommunikationsprozessen rund um Ernährung sowie der Entstehung und der Bedeutung soziokultureller Konstrukte für unser Ernährungshandeln.

Laura M. König, Juniorprofessur Public Health Nutrition, werde beim DGE-Kongress in Vorträgen die Effektivität von Videos, Podcasts und Online-Texten in der Ernährungskommunikation vergleichen und erläutern, wie "Wahrheits-Sandwiches" gegen Ernährungsmythen immun machen. Laura König ist Psychologin und untersucht als solche in Kulmbach beispielsweise, warum wir essen, was wir essen, wie die Auswahlumgebung Einfluss auf die Nahrungsauswahl nimmt oder wie Essverhalten mittels Smartphone-Apps verändert werden kann.

Mehr zur Forschung Lebensmittel, Ernährung und Gesundheit in Kulmbach: https://www.f7.uni-bayreuth.de/de/index.html