Wie die Stadt Bamberg berichtet, lade ein neues Buch zum Atelierbesuch in Stadt und Landkreis Bamberg ein. Der Bamberger Fotograf Gerhard Hagen habe 19 Künstlerinnen und Künstler sowie das Atelier Lebenskunst der KUFA besucht und fotografische Porträts der Menschen in ihren Ateliers geschaffen.

Die Texte dazu stammten von Anne Nikolin Hagemann. Erschienen sei das Buch bei „sehdition – Verlag für Sehenswertes“. Bernd Wagenhäuser, Christiane Toewe, Adelbert Heil, Albert Ultsch, Alexandre Madureira, Christine Gruber, Dagmar Ohrndorf, Gerhard Schlötzer, Heidrun Schimmel, Johannes Schreiber, Monika Meinhart, Peter Schoppel, Richard Wientzek, Rosa Brunner, Ruth Loibl, Thomas Gröhling, Thomas Michel, Ulla Reiter und Walli Bauer hätten ihre Ateliertüren für Gerhard Hagen geöffnet und "zeigen vielfach einen nahezu intimen Einblick in ihre Arbeit". Werner Kohn, mit dem bereits erste Gespräch zu einem Atelierbesuch geführt wurden, erscheine nur noch posthum in dem Buch. Er verstarb kurz, bevor der erste Termin stattfinden konnte, so die Stadt.

Seine Motivation zu dem Buchprojekt fand Hagen demnach als er vor zwei Jahren in Bamberg einen Raum für seine druckgrafische Arbeit suchte und der Bildhauer Albert Ultsch ihm einen Platz in seinem Atelier anbot. „Hinter dem Rolltor eines von außen eher funktionalen Zweckbaus, eine ehemalige Reparaturwerkstatt, eröffnete sich mir eine ganz eigene Welt in einem ansonsten eher unscheinbaren Hof. Ich fand mich in einem offenen Innenraum mit Oberlicht wieder: darin Köpfe aus Gips und Bronze, fertige und unfertige, Gussformen, Modelle, Steinblöcke, Farbtöpfe, Pigmente, Gips sowie Werkzeuge aller Art. Der Raum war bis zum letzten Winkel gefüllt mit Kreativität,“ erinnert sich Hagen an den Eindruck seines ersten Besuchs. 

Das Buch wolle Bamberger Künstlerinnen und Künstler und ihre Arbeitsstätten vorstellen, "erlebbar machen, welches Umfeld sich jeder einzelne geschaffen hat, um seine Kreativität auszuleben". Es nehme den Besucher mit "in die ansonsten eher verborgene Welt der Ateliers, die viel Überraschendes bereithält: oft Nüchternes und Funktionales, dann aber auch wieder Verspieltes und scheinbar Chaotisches. Manche Orte sind erstaunlich still, nur das Kratzen von Bleistift auf Papier ist zu hören. Manche Orte wiederum sind ohrenbetäubend laut, wenn etwa der blanke Stahl mit schwerem Gerät bearbeitet wird. Dann ist da auch mitunter der Geruch von Farbe und Lösungsmittel, ein Geruch, den der Besucher mit seinen Kleidern unweigerlich mit nach Hause trägt und der – auch nach dem Umkleiden – in Erinnerung bleibt. Und natürlich sind da die vielen Skizzen, Gemälde, Fotos, Drucke und Skulpturen, die Kunst", heißt es.