Aber wir erfahren, dass der Betrieb bald 160 Jahre alt wird. Spezialität: Doppelt gebackenes Brot. "Schauen Sie mal", sagt Schorschi und hält uns eine Scheibe vor die Nase, "das ist schon zwei Wochen alt und immer noch gut."
Neugierig und kaufinteressiert gehen wir zum Bäcker hinüber. Aus dem Laden kommen Kunden und werden gleich angesprochen. Jens Titius erzählt, dass er in der Mittagspause schnell seinen Sohn Liam abgeholt hat. In der Schule war heute "Trikottag", weshalb der Siebenjährige im Fußballdress unterwegs ist. "Ich bin Stürmer beim VfB Neuensee", berichtet Liam. "Und ich bin sein Trainer", ergänzt Papa Jens.
Beide wechseln jetzt von der G- in die F-Jugend. "Es ist ein kleiner Verein und schwer, Mannschaften zusammenzukriegen", sagt Titius. In der nächsten Saison planen sie eine Spielgemeinschaft mit Hochstadt. An Neuensee schätzt der "Eingeborene" die Ruhe. "Es ist schön hier." Allerdings bedauert Titius, dass es kaum mehr Wirtschaften gibt, Metzgerei und Tante-Emma-Laden zugemacht haben. Dafür gibt es jetzt einen Rewe.
Wochenlang mit Prosecco durch die Läden
Wir fahren weiter nach Schwürbitz, das wie Neuensee zur Gemeinde Michelau gehört. Dort, ein Brautmodenladen! Hier? Mitten in dem kleinen Ort mit seinen 1400 Einwohnern? Nix wie rein! Geschäftsführerin Susanne Menger führt uns durchs Geschäft. Auf drei Etagen gibt es festliche Mode für Kinder, Damen und Herren. Die Brautkleider hängen im zweiten Stock. "Weber Moden ist ein alteingesessenes Geschäft", erzählt Susanne Menger und dass sie ihr eigenes Brautkleid hier gekauft hat - lange, bevor sie mit Silke Eberth den Laden samt Verkäuferinnen und Schneiderinnen übernommen hat.
Die Chefin ist "eher der sportliche Typ", verkauft aber gerne die festlichen Roben. "Es läuft gut, wir haben Kundinnen aus ganz Oberfranken", sagt Menger. Eine Beratung gibt es nur mit Termin. "Ich empfehle den Bräuten, nicht mehr als drei Begleiterinnen mitzubringen. Sonst werden sie durch zu viele Meinungen verunsichert."
Zwei Stunden sind für die Anprobe der zwischen 800 und 1500 Euro teuren Tüll- und Taft-Träume angesetzt. Wenn eine Kundin sagt, sie müsse nochmal drüber schlafen, kommt sie erfahrungsgemäß nicht mehr. "Es gibt Bräute, die wochenlang mit Prosecco durch die Fachgeschäfte ziehen."
Regenschönes Sommerparadies
Auch wir ziehen weiter und machen am Rudufersee Halt. Wo sich sonst Badegäste tummeln, sind an diesem regnerischen Tag nur Sebastian Hofer und Tobias Zirkelbach von der Wasserwacht Michelau anzutreffen. In der Hoffnung auf besseres Wetter bauen sie für ein Seefest auf. "Wir bewachen von April bis September ehrenamtlich mit je drei Leuten am Wochenende den Badebetrieb und passen auf, dass sich Schwimmer und Angler nicht in die Quere kommen." Die beiden loben die Ausstattung des kleinen Naturparadieses. "Vom Kiosk über Tretboote bis hin zu Feuerstellen ist alles da." Für diesen Service, die gute Wasserqualität, intakte Umwelt und den Wachdienst gibt es zum vierten Mal das internationale Umweltsymbol "Blaue Flagge". Wenn das kein Anreiz zum Wiederkommen ist! Dann aber bei Sonnenschein und mit Bikini. Am Donnerstag lesen Sie, was Christoph Hägele in Todtenweisach (Kreis Haßberge) aufgespürt hat.