Ohne Gegenstimme sprachen sich die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses für den Verwaltungs- , den Vermögenshaushalt 2021 und den Finanzplan für die nächsten Jahre aus. Oerlenbachs Kämmerer Steffen Borst hatte das umfangreiche Zahlenwerk vorgelegt, Bürgermeister Nico Rogge erläuterte in der dreistündigen Sitzung die wichtigsten Eckpunkte. Im Ausschuss wird der Haushalt lediglich vorbesprochen, es hätten Änderungen angebracht werden können; die einstimmig verabschiedeten Zahlen werden im Vollgremium des Gemeinderates nochmals diskutiert, gegebenenfalls abgeändert und verabschiedet.

Das größte Projekt der nächsten Jahre - der Bau des neuen Kindergartens in Eltingshausen - kommt im Zahlenwerk 2021 nur mit einer vergleichsweise geringen Summe vor. Heuer fallen nur die Planungsleistungen und vielleicht noch die Kosten für einen etwaigen Grundstückskauf an. Die mit mehr als vier Millionen Euro veranschlagte Bausumme verteilt sich dann über die nächsten Jahre, im Finanzplan sind grobe Richtwerte hinterlegt, die Jahr für Jahr neu abgestimmt werden. Der Gemeinderat hatte sich in seiner letzten Sitzung für einen Neubau und damit gegen die aufwändige Sanierung der KiTa in Eltingshausen ausgesprochen.

Vollkommen verschobene Werte weist der Haushalt 2021 für die Leistungen des Bauhofes aus. Weil die EDV es nun ermöglicht, geben die Mitarbeiter im System an, wo sie ihre Aufgaben verrichten: also im Wald, am Friedhof oder an den Spielplätzen. Daraus ergeben sich zum Teil deutliche Verschiebungen in den Zahlen. So sank der Arbeitsanteil der Bauhof-Mitarbeiter im Wald und tauchte dafür an Stellen auf, die bisher nicht detailliert erfasst wurden.

Auch die neue Personalstruktur im Rathaus und neue Tarife für die Beamten und Angestellten haben den Haushalt geändert. So sind auch wegen des Wechsels in der Geschäftsleitung - Jürgen Markert übernahm das Amt von Werner Rauh, beide sind aber noch für ein paar Wochen gleichzeitig für Oerlenbach tätig - zusätzliche Stellen geschaffen worden.

Die pro Kopf-Verschuldung für Oerlenbach bleibt auf einem geringen Niveau und liegt bei 123 Euro, im bayernweiten Vergleich ein besonders guter Wert. Vorsichtshalber - so Bürgermeister Nico Rogge - werde man eine neue Kreditaufnahme von einer Million Euro in den Haushalt stellen. Normalerweise benötige man dieses fremde Geld aber nicht, für den Notfall - dabei geht es auch um Zahlungsfristen für Vorfinanzierungen - stünde das aber Geld bereit, ein Nachtragshaushalt wäre dann nicht notwendig.

Die vorgelegten Zahlen zeigen, dass die Auswirkungen der Pandemie geringer ausfallen als erwartet, das betrifft die Einkommensteuer und die Gewerbesteuer gleichermaßen. Mit einem konservativen Ansatz für 2021 hofft man, auch den noch zu erwartenden Effekten gewappnet zu sein. Insgesamt hat der vorgestellte Haushalt ein Volumen von rund 13.5 Millionen Euro, davon entfallen auf den Vermögenshaushalt rund 5,1 Millionen Euro, auf den Verwaltungshaushalt 8,4 Millionen.