Das Wetter wird extremer, heiße Tage (über 30 Grad Celsius) kommen vermehrt vor. Auch sogenannte Tropennächte (über 20 Grad Celsius) werden häufiger. Nach den Forschungen von Heiko Paeth, Professor der Klimatologie in Würzburg, ist Unterfranken sogar stärker als andere Regionen vom Klimawandel betroffen.

Es ist nicht nur unangenehm: Bei Hitze kann das körpereigene Kühlsystem überlastet werden, schreibt das Umweltbundesamt. Die Folgen sind Regulationsstörungen und Kreislaufprobleme, typische Symptome sind Kopfschmerzen, Erschöpfung und Benommenheit. Ältere Menschen und Personen mit chronischen Vorerkrankungen sind von diesen Symptomen besonders betroffen. So gibt es während extremer Hitze vermehrt Rettungseinsätze.

Wo sich Hitze besonders gut halten kann, sind bebaute Flächen - also Städte. Die Stadt Nürnberg hat daher einen Hitzeaktionsplan aufgestellt, in dem diverse Probleme angegangen und Lösungen aufgezeigt werden. Zum einen erstellt die Stadt eine Karte der kühlen Orte, darunter Kirchen, die für die Menschen offenstehen. Außerdem wird geklärt, wie Menschen in der Stadt bei extremer Hitze alarmiert werden. Als längerfristige Ziele soll der Plan festlegen, wie mehr Bäume gepflanzt und mehr Grünflächen und Brunnen in der Stadt geschaffen werden können. Außerdem gibt es eine Trinkwasserbrunnenkarte mit öffentlich zugängigen Trinkwasserbrunnen.

Schattenspendende Bäume an der Saale

Nachgefragt in Bad Kissingen, sagt für die Stadt als zuständiger Pressesprecher Thomas Hack: "Das Leben in Bad Kissingen hat im Gegensatz zu Großstädten wie Nürnberg oder München viele Vorteile, vor allem angesichts der derzeitigen Lage." Durch die schattenspendenden Bäume entlang der Saale, insbesondere im Bereich des Rosengartens und Luitpoldparks, gebe es große Flächen, die sich nicht so stark aufheizen. Sie böten eine hohe Aufenthaltsqualität auch bei hohen Temperaturen. Abgesehen davon gebe es das Freibad.

Unabhängig davon habe sich die Stadt Bad Kissingen in den vergangenen Jahren schon in einigen Punkten aufgestellt: Grünflächen werden klimaverträglich umgestaltet und entsprechende klimaresistente Bäume gepflanzt. Bad Kissingen ist auch Teil des "Blühpaktes Bayern" und gehört damit zu den 100 blühendsten Kommunen in Bayern.

Bauleute haben Vorschriften

Ein paar Regelungen gibt es in der Gestaltungssatzung der Stadt, um der Aufheizung entgegenzuwirken. Beispielsweise sind Stellplätze und Garagen nur beschränkt erlaubt, der Vorgartenbereich ist freizuhalten. Für Stellplätze sind etwa Rasengittersteine oder Rasenfugenpflaster empfohlen. Rund um das Haus sollen bevorzugt heimische Baum- und Straucharten stehen. Soweit auf dem Grundstück Pflanzflächen nicht vorhanden sind, soll eine Verbesserung durch Begrünung von Fassaden und Dächern erreicht werden.

Außerdem würden mit den Baumpatenschaften mehr Bäume gepflanzt, es gibt Kneippbecken und ab Januar 2023 soll es einen Klimamanager für die Stadt geben. Auch das Projekt "Wir machen's uns schöner" sieht Grünbereiche und Beschattungen vor. Erste Arbeiten hierzu gibt es am Marienplatz.

Hammelburg: Bäume am Marktplatz

Heike Gnerlich, Assistentin des Bürgermeisters der Stadt Hammelburg, macht es kurz: "Einen Plan wie Nürnberg haben wir nicht. Aber ich denke, hier in den ländlichen Regionen wissen die Menschen, wo sie etwas finden." Bisher habe auch kein Besucher diesbezügliche Wünsche an die Stadt herangetragen. Ein Trinkwasserspender für das Bürgerhaus sei eine Überlegung wert.

Was die kühlende Begrünung abgeht, nennt Gnerlich bestehende Ausgleichsflächen und den Familienwald. Bäume gebe es in der Stadt auch, "allein auf dem Marktplatz zähle ich sieben". In den Bebauungsplänen seien ebenfalls Bäume vorgesehen.