Kürzlich meldete sich bei mir eine Mitarbeiterin des NDR-Medienmagazins "Zapp". Ich hatte mich bei dem Magazin über das dort um sich greifende "Gendern" beschwert, insbesondere darüber, dass Journalisten in Radio und TV jetzt auch das "Gendersternchen" mitsprechen, was beim Hören oft zu absurden Sinnverdrehungen führt.

Verhunzung der Sprache

Die junge Journalistin wollte für einen Beitrag zum Thema mehr über meine Einschätzung des Genderns wissen. Seit in deutschen Medien das Gendern um sich greift, ärgere ich mich über diese Verhunzung der deutschen Sprache. Das Gendern erschwert die Verständigung.

Die Sprache wird unnötig verkompliziert, uneindeutig und teilweise inhaltlich falsch. Ursache ist ein grandioses Missverständnis. Die Verfechter des Genderns vermengen Grammatik mit Biologie. Sie werfen das grammatische Geschlecht (Genus) und das biologische Geschlecht (Sexus) durcheinander. Außer dem gleichen Namen im Deutschen haben diese beiden Begriffe jedoch nichts gemein.

Gendern ist Sexismus

Wer gendert, rückt das biologische Geschlecht auch überall dort in den Vordergrund, wo es keine Rolle spielt. Das ist schlicht Sexismus, also das, was die Verfechter des Genderns eigentlich zu bekämpfen vorgeben.

Gendern ist auch nicht das Ergebnis von natürlichem Sprachwandel. Es ist der Versuch einer kleinen selbsternannten Avantgarde, der übrigen Gesellschaft ihre selbstgebastelte Privatgrammatik aufzudrücken - für welche hehren gesellschaftlichen Ziele auch immer. Das ist übergriffig und anmaßend.

Der "böse alte weiße Mann"

Gesellschaftliche Verhältnisse ändern sich nicht durch sprachliche Verrenkungen, und Journalisten sollten nicht missionieren, sondern die gesellschaftliche Wirklichkeit beschreiben. Über all dies redeten wir in einem knapp einstündigen Gespräch, das wir pandemiebedingt über Skype führten. Im fertigen Zapp-Beitrag finden sich naturgemäß nur wenige, plakative Ausschnitte.

Unnötig zu betonen, dass ich damit den Part des "bösen, alten, weißen Mannes"in dem Beitrag übernommen habe. Aber seltsam: Im Fall des Genderns fühlt es sich überhaupt nicht verkehrt an, nicht zu den Guten gezählt zu werden.

Den Kommentar der Gegenseite lesen Sie hier

Der Zapp-Beitrag "Gendern - machen oder lassen" steht in der NDR-Mediathek (hier klicken) oder bei Youtube (hier klicken).

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