Als Corona im Frühjahr erstmals Fahrt aufnahm, erlebte Gabriele Morath Seltsames. Kaum Anrufe in ihrem Büro in der Hartmannstraße, keine Beratungstermine: Ausgerechnet die Menschen, die sie seit Langem betreute, meldeten sich kaum mehr.

Eine Erklärung? Besitzt die Sozialberaterin des Caritasverbandes in Bad Kissingen bis heute nicht. Vielleicht wollten sich die Menschen erst schütteln in der Krise. Schauen, wie sie die neue Situation meistern. Sich darin einrichten.

Dabei ist Gabriele Morath genau dafür da: In Krisen Menschen Mut machen. Mit ihnen gemeinsam kleine Konflikte angehen, die aber für die Betroffenen große Hindernisse darstellen. Ihnen Selbstvertrauen zu verleihen, damit sie selbst ihr Leben meistern können.

Die Sozialberaterin war von Beginn an überzeugt, dass trotz Corona Beratungsbedarf besteht. Sogar mehr als sonst. Doch dann dieses Schweigen.

Das sich erst auflöste, als der Stützpunkt des Caritasverbandes seine Mitarbeiter vier bis fünf Wochen ins Homeoffice schickte. "Dann kamen vermehrt die Anrufe und ich habe viel telefonisch abgewickelt." Zu manchen Klienten fuhr Morath auch in der Zeit der Ausgangsbeschränkungen hin.

Ihre "Stammkunden" - sie meldeten sich bis Juni Stück für Stück wieder. Sie sahen sich Problemen gegenüber, die sie zuvor nicht kannten. Denn auch die Sachbearbeiter in den Behörden, speziell dem Jobcenter, zogen sich zurück. Gespräche von Angesicht zu Angesicht? Kaum noch möglich. Also half Morath denjenigen, die sich fernmündlich vielleicht nicht so verkaufen können. "Ich habe in dieser Zeit viel Enttäuschung und Wut bei den Betroffenen gespürt."

Die Corona-Krise spülte auch fast zwei Dutzend Menschen Menschen in ihr Haus, die in Normalzeiten wohl nicht gekommen wären. Menschen, denen ihr Gehalt immer gerade so zum unabhängigen Überleben reichte. Die in der Kurzarbeit steckten. Und denen das magere volle Gehalt einfach fehlte. "Sie wollten Informationen, welche zusätzlichen staatlichen Hilfen - wie Wohngeld oder Zuschlag zum Kindergeld - es gibt."

Weihnachtshilfe weiter nötig

Wie sich der aktuelle Lockdown für ihre Klienten auswirkt - Gabriele Morath wagt noch kein Urteil. Aber sie sagt: "Die Weihnachtshilfe ist dringend notwendig. An der Situation der Menschen hat sich nichts geändert."

So konnte sie über die Spendenaktion den Kindern einiger Betroffener Winterkleidung finanzieren. Vor 14 Tagen half Morath einem Mann, der keinen Spreißel Holz zum Heizen mehr besaß. Neues konnte er sich keines leisten. Über eine Zentralheizung verfügt der Mann nicht.

Als das Holz eintraf, schrieb der Mann einen Dankesbrief. Und gelobte: "Wenn bei mir wieder alles im grünen Bereich ist, mach' auch ich eine Spende."

Spenden-Aktion der Saale-Zeitung zu Weihnachten

Aktion Das Spenden-Projekt "Weihnachtshilfe" der Saale-Zeitung findet heuer zum 24. Mal statt. Das Geld wird für die Soforthilfe für Menschen gebraucht, die in eine Notlage geraten sind. Neu in diesem Jahr ist, dass Sie Ihre Spende direkt an die Institution überweisen können, die profitieren soll. Neben dem Caritasverband Bad Kissingen setzen die Kissinger Drogenhilfe "Kidro" sowie der sozialpsychiatrische Dienst der Diakonie Bad Kissingen und "Solwodi", ein Hilfsprojekt für Frauen, das Geld ein.

Helfen Sie wollen als Teil der Aktion helfen, dass Ihre Mitmenschen wieder auf die Beine kommen?

Das Spendenkonto des Caritasverbandes bei der Bad Kissinger Sparkasse: IBAN DE75793510100008238107

Spendenkonto von Kidro bei der Sparkasse Bad Kissingen: DE05793510100000033555

Spenden ans Diakonische Werk

DE48 793501010000002535 (Sparkasse Schweinfurt).

Spenden erreichen Solwodi unter DE73790650280005726050 bei der VR-Bank Bad Kissingen-Bad Brückenau.st