• 400.000 Menschen in Deutschland haben Parkinson
  • Männer sind deutlich öfter betroffen als Frauen
  • Verbreiteter Irrglaube: Ein bestimmtes Symptom ist nicht eindeutig für Parkinson

Parkinson ist in Deutschland und Europa weit verbreitet. Rund 400.000 Deutsche leiden nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) an dem Syndrom, etwa 7.000 von ihnen sterben jährlich daran. Bei der Krankheit werden Nervenzellen im Mittelhirn zerstört. Dabei kommt es zu einem Dopaminmangel, der gravierende Schäden in Körper und Psyche verursacht. Um schlimme Folgen zu verhindern, ist es wichtig, auf typische erste Anzeichen für Parkinson zu achten - und im Ernstfall schnell zu reagieren. 

So erkennen Sie wichtige Parkinson-Anzeichen bei Angehörigen und Bekannten

Oft sind es die Menschen aus dem eigenen Umfeld, die Wesens- und Verhaltensveränderungen früh bemerken. Parkinson ist eine Krankheit, die häufig schleichend beginnt. Teilweise sind erste Anzeichen schon zehn Jahre vor den deutlichen motorischen Symptomen zu erkennen. 

Tipp: Achten Sie auf Gesicht, Sprache und Körperhaltung. Viele Parkinson-Patienten im Frühstadium bewegen sich plötzlich langsamer als gewöhnlich, machen beim Laufen kleinere Schritte und schwingen ihre Arme beim Gehen mit. Andere wirken urplötzlich wie "eingefroren" und stoppen mitten in einer Bewegung. Mediziner sprechen hier von Akinese (Bewegungsblockade) und Hypokinese (verminderte Bewegungsamplitude). Betroffenen fällt es schwer, unterschiedliche Bewegungen gleichzeitig auszuführen. 

Außerdem wirken Parkinson-Patienten bereits im Frühstadium häufig steif und wackelig auf den Beinen. Teilweise ist auch der Oberkörper nach vorne oder zur Seite gebeugt. Besonders auffällig: Die Bewegungsprobleme sind zu Beginn der Krankheit meist nur einseitig. Dadurch laufen Menschen, die an Parkinson erkrankt sind, zum Beispiel plötzlich im Schlurfgang. 

Parkinson: Wenn der Angehörige emotionslos wirkt - das sind weitere Anzeichen

  • Verwaschene Sprache
  • Zittern bei Bewegungen
  • Muskelzittern in Ruhe (Parkinson-Tremor)
  • Leise und monotone Sprache
  • Heftige Bewegungen im Schlaf des Partners

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Forscher haben herausgefunden, dass Parkinson-Erkrankte ihre Gefühle schlechter durch Sprache ausdrücken können. So fällt es ihnen schwerer, Dinge bewusst fröhlich oder traurig zu sagen. Bereits im Anfangsstadium kann es sein, dass die Betroffenen im Gespräch plötzlich emotionsloser wirken. 

Auch Vergesslichkeit gehört zu den Anzeichen von Parkinson. Allerdings ist Demenz eher eine Spätfolge des Syndroms. Andere Frühanzeichen sind also entscheidender. Und: Parkinson tritt mit zunehmendem Lebensalter deutlich wahrscheinlicher auf, weil hier mehr Nervenzellen im Gehirn absterben. Dem Max-Planck-Institut zufolge erkranken nur acht Prozent aller Betroffenen vor dem 40. Lebensjahr. Männer sind im westlichen Teil der Welt rund 1,5 Mal häufiger betroffen als Frauen. 

Habe ich selbst Parkinson? Auf diese Symptome sollten Sie bei sich achten

Auf sich selbst zu achten und Signale ernst zunehmen, kann ebenfalls helfen, eine Parkinson-Erkrankung frühzeitig zu erkennen. Wer zunehmend unter Erektionsstörungen leidet und immer häufiger Probleme beim Toilettengang hat, insbesondere Verstopfungen, sollte besonders aufmerksam sein. Gleichzeitig kann es im Frühstadium passieren, dass Parkinson-Erkrankte sich in der Nacht plötzlich selbst einnässen. Auch das Urinieren fällt möglicherweise schwerer als früher

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Weitere Warnzeichen für Parkinson, die Sie an sich selbst bemerken können:

  • Depressive Verstimmung
  • Müdigkeit und Abgeschlagenheit
  • Aufstehen fällt körperlich schwer
  • Geruchs- und Geschmacksstörungen
  • Schmerzen in Schultern und Armen

Frank Elstner, Muhammed Ali & Co. - Viele prominente Parkinson-Patienten

Parkinson ist eine Volkskrankheit. Auch historische Persönlichkeiten wie Ex-US-Präsident Theodore Roosevelt, Boxlegende Muhammed Ali oder Mao Tse-Tung litten an der Krankheit. Und immer wieder outen sich Promis wie Moderator Frank Elstner, Schauspieler Ottfried Fischer und Michael J. Fox als Betroffene. 

Parkinson ist zwar unheilbar. Patienten ohne Zusatzerkrankungen haben aber dank moderner Medizin eine ähnlich hohe Lebenserwartung wie die Normalbevölkerung. Neue Medikamente, Bewegungstherapie und teilweise sogar Hirnschrittmacher machen die Erkrankung gut behandelbar. Vorausgesetzt, die Betroffenen erkennen frühzeitig erste Anzeichen und melden sich bei ihrem Hausarzt

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