• Fettiges Essen in Kombination mit Arzneimitteln
  • Ballaststoffe nicht bei der Einnahme mancher Medikamente geeignet
  • Diese Auswirkungen hat die Grapefruit
  • Bei diesen Medikamenten solltest du auf Milch und Milchprodukte verzichten
  • Diese Auswirkungen haben Alkohol, Kaffee, Tee, Süßigkeiten und Co.

2021 wurden in Deutschland an gesetzlich Krankenversicherte und Privatversicherte insgesamt rund 900 Millionen Packungen Arzneimittel ausgegeben. Das geht aus Zahlen des Bundesverbandes der Arzneimittel-Hersteller (BAH) hervor. Gerade Menschen, die regelmäßig oder unregelmäßig Medikamente einnehmen, ist geläufig, dass man Pharmazeutika nur nüchtern einnehmen sollte. Für bestimmte Medikamente gilt - abhängig von den Lebensmitteln - eine Zeitspanne von 30 Minuten bis zu drei Stunden von der Einnahme bis zur Mahlzeit. Wie die Verbraucherzentrale informiert, solltest du aber auch auf die Zusammensetzung deines Essens in Kombination mit bestimmten Arzneimitteln achten - gerade, wenn du Medikamente verschrieben bekommen hast, die du bewusst zum Essen einnehmen sollst.

Medikamente: Das solltest du bei fettigem Essen beachten

Wenn du Arzneimitteln brauchst, die zur Mahlzeit eingenommen werden müssen, ist fettiges Essen nicht hilfreich. Denn fette Lebensmittel können die Magenentleerung verzögern. Das hat zur Folge, dass die Wirkstoffe verspätet in den Dünndarm gelangen. Dort werden die meisten Medikamente vom Körper aufgenommen.

Die Wechselwirkung kann aber auch in die andere Richtung gehen. Das verlängerte Einwirken der Magensäure bewirkt die schnellere Aufnahme im Dünndarm. Das betrifft laut Verbraucherzentrale zum Beispiel Arzneimittel gegen Wassereinlagerungen und cholesterinsenkende Medikamente.

Wie du Medikamente richtig aufbewahrst, erfährst du hier.

Ballaststoffe: Gesund, aber nicht in Kombination mit allen Medikamenten geeignet

Lebensmittel, die viel Ballaststoffe enthalten, sind grundsätzlich gesund. Bei der Einnahme mancher Arzneimittel solltest du aber auf Nahrungsmittel wie Müsli oder Vollkornbrot verzichten.

Zum Beispiel das Diabetes-Medikament Metformin oder die Herztabletten Digoxin reagieren auf ballaststoffreiche Lebensmittel kontraproduktiv. Denn Wirkstoffe können an Ballaststoffe gebunden werden und finden so den Weg in den Körper nicht. Die Folge ist eine schwächere Wirkung.

Mit einer ähnlichen Antiwirkung musst du beim Verzehr von Aktivkohle rechnen. Diese wird unter anderem in Detox-Produkten oder als Färbemittel in schwarzen Lebensmitteln eingesetzt.

Medikamente: Früchte hemmen Enzyme

Obst ist ebenfalls gesund und sorgt für die nötige Zufuhr von Vitaminen. Doch auch hier gilt: In Kombination mit manchen Arzneimitteln solltest du auf bestimmte Früchte verzichten. Grapefruits enthalten enzymhemmende Substanzen.

Enzyme sind wichtig, um Wirkstoffe zu inaktivieren und aus dem Körper wieder zu entfernen. Bereits geringe Mengen Grapefruit hemmen die körpereigenen Enzyme. Die Folge: Die Wirkung der Arzneimittel wird verstärkt. Pomelos und Pampelmusen haben die gleiche Wirkung. Folgende Medikamente werden durch den Verzehr der Früchte verstärkt:

  • Cholesterinsenker
  • Beruhigungsmittel
  • Calciumkanalblocker
  • Medikamente zur Behandlung von Potenzstörungen
  • Arzneimittel gegen Lungenhochdruck

Wechselwirkung: Milch und Milchprodukte reduzieren Wirksamkeit

Das Calcium und die in Milch- und Milchprodukten ebenfalls enthaltenen Caseine gehen mit den Wirkstoffen bestimmter Medikamente chemische Bindungen ein. Dadurch kann der Körper weniger Wirkstoffe aufnehmen, die Wirksamkeit sinkt.

Insbesondere Bisphosphonate gegen Osteoporose und bestimmte Antibiotika, wie Tetrazykline und Fluorchinolone, regieren auf Milch und milchhaltige Lebensmittel.

Calciumreiche Mineralwässer und mit Calcium angereicherte Fruchtsäfte haben den gleichen Effekt.

Arzneimittel: Alkohol kann zu Geschwüren führen

Alkohol und Arzneimittel ist ebenfalls keine gute Kombination. Wein, Bier und andere Alkoholika haben starke Wechselwirkungen mit vielen Medikamenten.

Die Gefahr: Wenn du längerfristig zum Beispiel die Schmerzmittel Ibuprofen, Diclofenac oder Acetylsalicylsäure einnimmst, kann Alkoholkonsum zu Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren führen. Wer auf diese Medikamente angewiesen ist, sollte möglichst wenig Alkohol trinken.

Dass zu viel Alkohol der Gesundheit schadet, ist bekannt. Schon gewusst? Diese 27 Krankheiten kann Alkohol auslösen.

Kaffee, Tee, Süßigkeiten und Co.: Das solltest du beachten, wenn du Medikamente einnimmst

Auch andere Lebensmittel können die Wirkung von Medikamenten beeinflussen.

  • Käse, Joghurt, Salami, Sojaprodukte, Rotwein, Schokolade und Trockenfrüchte: Diese Lebensmittel enthalten Tyramin. Alkohol in Kombination mit Antidepressiva, wie Tranylcypromin, kann zu gefährlichen Blutdruck-Krisen führen. 
  • Goji-Beeren, Granatapfelsaft und andere Granatapfelprodukte: Die als Superfood geltenden Produkte solltest du keinesfalls verzehren, wenn du gerinnungshemmende Arzneimittel, wie Cumarin-Derivate, Vitamin-K-Antagonisten oder Warfarin einnimmst. Wenn du das nicht beachtest, kann es zu einer schwächeren Wirkung kommen. Darüber hinaus solltest du zwischen dem Verzehr von Granatapfelprodukten und der Einnahme von Potenzmitteln oder Blutverdünnern einen größeren zeitlichen Abstand einhalten. Diese Kombination kann zu gefährlichen, veränderten Wirkungen führen.
  • Schwarzer und grüner Tee: Diese Teesorten enthalten Gerbstoffe. Die Wirkung von Arzneimitteln gegen Depression und anderen Psychopharmaka kann um bis zu 80 Prozent zurückgehen. Andere Tees, wie Hagebutte und Kamille, kannst du bedenkenlos trinken.
  • Kaffee: Auch Kaffee enthält Gerbstoffe. Des Weiteren kann Koffein die Wirkung des Antibiotikums Ciprofloxacin, des Magensäurehemmers Cimetidin oder auch des Kortisons Prednison vermindern.
  • Lakritze: Sie wird aus der Süßholzwurzel hergestellt. Diese enthält Glycyrrhizin, das die Ausscheidung von Kalium über die Niere erhöht. Den gleichen bewussten Effekt haben Arzneimittel gegen Wasserablagerungen. Die Kombination kann deshalb zu Kaliummangel führen.

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Fazit

Die Liste der Lebensmittel, die in Kombination mit bestimmten Medikamenten Auswirkungen haben können, ist lang. Die Wirkung von Arzneimitteln kann sich erhöhen, kann aber auch sinken. Du solltest dir die Ratschläge der Verbraucherzentrale zu Herzen nehmen, um gesundheitliche Probleme zu vermeiden. 

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