Auch in der Rente geht der Vermögensaufbau weiter und die Sicherung des angesparten Kapitals spielt eine besonders große Rolle. Wir verraten, welche Fehler bei der Geldanlage im Alter vermieden werden sollten.
Die finanzielle Lebensplanung endet nicht mit dem Eintritt in den wohlverdienten Ruhestand. Gerade in der Rentenphase kommt es darauf an, das angesparte Vermögen so anzulegen, dass es den eigenen Lebensunterhalt möglichst lange sichert. Gleichzeitig verändern sich die Anforderungen an eine Geldanlage im Ruhestand. Während des Berufslebens steht häufig der Vermögensaufbau im Vordergrund. Später rücken Kapitalerhalt, Liquidität und planbare Erträge stärker in den Fokus. Viele Rentner stehen vor der Frage, wie sie Erspartes sinnvoll anlegen oder größere Summen, zum Beispiel aus einer Lebensversicherung oder dem Verkauf einer Immobilie, verwenden können. Wir geben einen Überblick über die wichtigsten Eckpunkte:
- Grundsätzlich gilt: Nie auf eine einzige Anlageform setzen.
- Bedarf realistisch einschätzen: Wie viel Geld sollte jederzeit verfügbar bleiben?
- Nicht außer Acht lassen: Kosten und Steuern berücksichtigen.
Nie auf eine einzige Anlageform setzen
Bei der Geldanlage im Alter - wie auch generell - gilt: Nie alles auf eine einzige Anlageform setzen. Eine der häufigsten Fehlentscheidungen im Ruhestand besteht darin, das gesamte Vermögen ausschließlich auf einem Giro- oder Tagesgeldkonto zu belassen oder vollständig in risikoreiche Wertpapiere zu stecken. Während sehr sichere Anlagen bei längeren Zeiträumen durch Inflation an Kaufkraft verlieren können, unterliegen Aktien und andere Wertpapieranlagen teils erheblichen Kursschwankungen. Immer beliebter werden deshalb auch ETFs, also Anlagefonds, die verschiedene Wertpapiere bündeln.
Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht empfiehlt ausdrücklich, das angesparte Vermögen breit zu streuen. Durch die Verteilung auf unterschiedliche Anlageklassen können Risiken reduziert werden, ohne vollständig Renditechancen einzubüßen. Auch die Deutsche Bundesbank weist darauf hin, dass Inflation die reale Kaufkraft von Geldvermögen mindert und deshalb bei Anlageentscheidungen berücksichtigt werden sollte.
Vor jeder Anlageentscheidung sollte geprüft werden, welcher Teil des Vermögens im Bedarfsfall kurzfristig verfügbar sein muss und welcher Betrag langfristig investiert werden kann. Dann ist es gut, sich für ausgewogene Anlagelösungen zu entscheiden. Denn eine ausgewogene Struktur ist häufig widerstandsfähiger gegenüber Markt- und Zinsentwicklungen als die Konzentration auf nur eine Anlageform.
Bedarf einschätzen: Warum sollte ein Teil des Vermögens liquide bleiben?
Wer in die Rente bzw. den Ruhestand geht, muss auch mit möglicherweise steigenden Kosten rechnen. Denn es können unerwartete Ausgaben entstehen, etwa für Gesundheit, Pflege, Modernisierungen am Eigentum oder notwendige Anschaffungen, um im Alltag besser zurechtzukommen. Wer sein Vermögen langfristig bindet, kann in solchen Situationen gezwungen sein, Geldanlagen aufzulösen, die besser noch gewachsen wären. Auch gibt es nicht immer eine kurzfristig mögliche Auszahlung des angelegten Kapitals.
Die Deutsche Rentenversicherung empfiehlt, sich frühzeitig einen Überblick über die persönlichen Einnahmen und Ausgaben im Ruhestand zu verschaffen. Es hilft, im Vorfeld eine realistische Haushaltsplanung aufzustellen, um den tatsächlichen Bedarf an finanziellem Kapital im Alter besser einzuschätzen. Nur so können ausreichend finanzielle Reserven aufgebaut werden, an die man im Bedarfsfall auch herankommt.