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Bad Neustadt an der Saale
Handball

Der HSC landet den dritten Streich und hat wieder Hoffnung

Der HSC Bad Neustadt schöpft neue Hoffnung im Abstiegskampf. Warum die berechtigt ist.
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Voller Entschlossenheit und mit viel Wurfkraft: Vilim Leskovec (rechts) war nicht zu stoppen und steuerte acht Tore zum 30:22-Sieg des HSC Bad Neustadt gegen die HSG Biebergau-Modau bei. Foto: Anand Anders
Voller Entschlossenheit und mit viel Wurfkraft: Vilim Leskovec (rechts) war nicht zu stoppen und steuerte acht Tore zum 30:22-Sieg des HSC Bad Neustadt gegen die HSG Biebergau-Modau bei. Foto: Anand Anders

HSC Bad Neustadt - HSG Bieberau-Modau 30:22 (15:10). Der dritte Heimsieg in Folge nährt beim HSC die Hoffnung auf den Klassenerhalt. Der Triumph war nicht glücklich, "sondern absolut verdient", meinte ein schwer enttäuschter Gästetrainer Thorsten Schmid.

Die Rotmilane legten den Grundstein in den ersten zehn Minuten, als sie die ersten sechs Angriffe alle verwerteten. Es wurde konzentriert gepasst, der besser postierte Mitspieler gesucht und so Lücken in der gegnerischen Deckung, "die zu weit wegstand und weder den Rückraum ausschaltete noch Anspiele an den Kreis unterband", so Schmid, gnadenlos ausgenutzt.

Schmid musste früh Offensivschwächen seiner Schützlinge notieren. HSC-Keeper Felix Schmidl erwies sich als starker Rückhalt, entschärfte mit starken Reflexen selbst Würfe in 1:1-Situationen und verdiente sich über 60 Minuten hinweg "mein Kompliment", sagte HSC-Trainer Frank Ihl. Auf der Gegenseite präsentierten sich weder Routinier Martin Juzbasic noch der zuletzt hochgelobte Saad Khan in Normalform.

Engagierte Abwehr

Andererseits war der heimische Keeper im Vorteil, weil seine Vorderleute aggressiv und engagiert zupackten. Aber nicht unfair, was sich an einer einzigen Zeitstrafe zeigte. Vor allem Kapitän Franziskus Gerr klammerte erfolgreich; HSG-Kreisläufer David Rivic nahm früh auf der Bank Platz. Als Spielmacher konnten weder Robin Marquardt noch Simon Brandt gefährliche Aktionen einleiten.

Als Gerr, der am Kreis von den guten Anspielen von Vilim Leskovec profitierte, zum 6:3 einnetzte, wechselte Schmid den Keeper und wandte sich kopfschüttelnd ab, als Rivic aus sechs Metern frei an einem Spagat Schmidls scheiterte.

Die nächsten Minuten entwickelten sich zu schlimmen für die Gästefans. Ihre Deckung mit Abwehrchef Jonas Ahrensmeier wurde zermürbt. Ein wild- und wurfentschlossener Vilim Leskovec schloss zielsicher ab und brachte zudem Martin Bieger und Gerr in aussichtsreiche Positionen. Beide bedankten sich dafür und erzielten je sechs Treffer.

Da brach es über die Gäste herein

Als Eric Schäffter, der einzige Gästespieler, den die HSC-Deckung nicht effektiv auszuschalten vermochte, auf 7:10 verkürzte, brach binnen drei Minuten ein Gewitter über die Schmid-Truppe herein. Leskovec, Max Bauer mit einem Konter, Bieger und wieder Leskovec bauten das Vorsprung auf sieben Treffer (14:7) aus.

Bis zum Seitenwechsel verkürzten die Gäste nur marginal. Technische Fehler sowie ein weiter sehr fokussierter Schmidl verhinderten die Aufholjagd.

Die HSC-Führung schmolz in der Frühphase des zweiten Durchgangs (18:15); doch näher ließ man den Tabellenfünften nicht herankommen. Auch weil Schmidl einen Siebenmeter des Strafwurfspezialisten Robin Büttner parierte. "Die Leistung war zwar über 60 Minuten nicht perfekt, was auch selten möglich ist, aber mehr als löblich", so Ihl.

Gästespieler Robin Büttner, wegen seiner Konterstärke gefürchtet, lief keinen einzigen, weil seine mangelhaft parierenden Torhüter keinen einleiten konnten, zum anderen die Ballverluste der HSC'ler minimal waren. Diese waren in dieser Hinsicht konsequenter, besaßen in Hines, Bauer und Bieger schnelle Akteure, die die Führung zehn Minuten vor Spielende auf 26:18 anwachsen ließen. Als Bieger fünf Minuten später das 28:21 warf, gab es Standing Ovations der Fans. Gerr sowie sein Vertreter Maximilian Kalliske erzielten die letzten beiden HSC-Treffer der Partie. Franziskus Gerr leistete noch in der Halle ein Versprechen an die Fans: "Wir geben nicht auf."sbp Treffer für den HSC: Vilim Leskovec (8), Martin Bieger (6), Franziskus Gerr (6), Max Bauer (5/2), Gary Hines (4/2), Maximilian Kalliske (1).