Eigentlich wollte Hilmar Kraus nur sagen, dass er seinen vereinbarten Termin im Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) der Chirurgie nicht wahrnehmen kann - doch wieder dasselbe Problem: "Ich bin telefonisch einfach nicht durchgekommen. Mir blieb nichts anderes übrig, als die Untersuchung sausen zu lassen." Wegen einer Gehbehinderung ist er zurzeit in ärztlicher Behandlung im MVZ in der Bahnhofstraße 10 in Lichtenfels. "In den letzten Wochen habe ich immer wieder telefonisch versucht, wegen Terminvereinbarungen Kontakt aufzunehmen." Doch ohne Erfolg. "Man hängt ewig in der Warteschleife fest." Mehrmals hat er sich deshalb mit dem Auto zum MVZ fahren lassen - nur um Termine zu vereinbaren. "Die nette Dame an der Annahme hatte alle Hände und Ohren voll zu tun. Einerseits musste sie die bei meinem Eintreffen anwesenden und ebenfalls verärgerten Patienten beruhigen und aufnehmen, andererseits soll sie gleichzeitig auch noch das Telefon bedienen. Eine schier unmachbare Aufgabe." Er - als in Lichtenfels Wohnender - habe sich so helfen können. "Aber was machen Patienten auf dem Jura? Das MVZ hat ja ein weites Einzugsgebiet?" Er kam deshalb auf unsere Redaktion zu.


Regiomed hat schon reagiert

Bei Regiomed, dem Klinikverbund, der das MVZ wie auch das Klinikum Lichtenfels betreibt, ist die Situation bekannt. "Da kamen zwei Probleme zusammen", sagt Birgit Schwabe, Pressesprecherin bei Regiomed. Zum einen habe es durch die Grippewelle auch unter den Beschäftigten sehr viele Krankheitsfälle gegeben.
Man habe aber versucht, den Betrieb so gut es geht aufrecht zu erhalten. "Das MVZ zu schließen, wäre auch nicht im Sinne der Patienten gewesen."
Zum zweiten habe man in der vergangenen Woche die Schaltung der Telefonleitung modifiziert. "Bisher konnte es vorkommen, dass durch ausgehende Anrufe alle Leitungen belegt waren. Jetzt haben wir Änderungen vorgenommen, dass immer zwei Leitungen pro MVZ frei für eingehende Anrufe sind." Neben der Chirurgie gibt es noch ein MVZ für innere Medizin in der Bamberger Straße. Dort seien, wenn alle gesund sind, auch zwei Personen an der Anmeldung, sagt Schwabe. "Wir werden in den nächsten Wochen beobachten, wie unsere Maßnahmen helfen."