Seit 27 Jahren gibt es eine Einrichtung, die auf Landkreisebene herausragende Leistungen im Sinne des Natur- und Umweltschutzes würdigt. Die Rede ist vom "Sparkassen-Förderpreis Natur- und Umweltschutz", der jetzt an acht Personen mit Projekten vergeben wurde.

Bürgerschaftliches Engagement gewürdigt

Geht es nach Landrat Christian Meißner (CSU), dann steht in drei Jahren das "runde Jubiläum" des Preises an. Und auch den Begrüßungsworten des Sparkassen-Direktors Roland Vogel war zu entnehmen, dass sein Haus Wert darauf legt, bürgerschaftliches Engagement zu würdigen. Im zweiten Stock der Hauptgeschäftsstelle der Sparkasse Coburg - Lichtenfels fand dafür ab 17 Uhr ein kleines Zeremoniell statt. Für den Landkreis Lichtenfels kamen die Bürgermeister Christine Frieß aus Burgkunstadt, Robert Hümmer aus Altenkunstadt und Thomas Kneipp aus Hochstadt.

Doch dem feierlichen Höhepunkt ging noch ein weiteres bürgerschaftliches Engagement voraus. Eine siebenköpfige Jury hatte sich im Vorfeld mit den Projekten zu befassen, hatte abzuwägen und zu empfehlen. Insgesamt 2000 Euro Preisgeld sowie die würdig gestalteten Urkunden stellte die Sparkasse für die Projekte bereit, "in denen Herzblut und Leidenschaft (...) Geschichten und Engagement stecken", wie Meißner es ausdrückte. "Für Sie (...) ist Natur- und Umweltschutz eine Selbstverständlichkeit", so der Landrat weiter, der auch von "Lebenshaltung" sprach. Dabei ging er auch auf die jüngsten Ergebnisse der Europawahl ein, bei denen sich zeigte, wie wichtig Umweltfragen der Wählerschaft geworden sind.

Insgesamt 150 Preisträger

150 Preisträger kamen über die vielen Jahre zusammen, unter ihnen nun auch Dietmar Laude aus Fassoldshof, der Baur-Azubi Lukas Porzelt, eine Helfergruppe des Bund Naturschutz, bestehend aus Günther Lutz, Günther Scheler und Dieter Fischer aus Lichtenfels, dem Hochstadter Benedikt Reuther und Gabi und Heinrich Will aus Pfaffendorf. Hörte man den Begründungen für ihre Berücksichtigung zu, dann durfte man feststellen, dass Preisträger neben ihrem langjährigen und ausdauernden Einsatz auch für die Vielfalt ihres Tuns geehrt wurden.

Lutz, Scheler und Fischer beispielsweise gehen auf Wildkatzen-Spurensuche und leiten ihre Erkenntnisse zur wissenschaftlichen Auswertung weiter, beteiligen sich alljährlich an Müllsammelaktionen oder bringen den Umweltgedanken Grundschülern bei.

Alle Preisträger brachten sich "über Normalmaß" hinaus ein. Doch es gab mit Lukas Porzelt auch einen Preisträger, der ob seiner Jugend noch nicht langjährig und vielfältig tätig sein konnte, dafür 2016 einen zündenden Gedanken hatte. Anbetrachts der Streuobstwiesen beim Firmenparkplatz kam ihm die Idee, Bienenvölker gleichsam als betriebseigene Völker aufzustellen. Dabei habe er alles selbst organisiert und betreut seither die Bienen eigenständig. Auch wenn die Bemühungen der Ausgezeichneten "nicht empirisch messbar" seien, so hätten sie doch Signalwirkung und hohen Wert, versicherte Meißner den Anwesenden, bevor die Sparkasse zu einem kleinen Imbiss lud.