Der Zwischenbericht zum Haushalt 2020 bestimmte die jüngste Gemeinderatssitzung. Noch verfügt die Gemeinde über eine Million Euro Rücklagen. Doch das kann sich in absehbarer Zeit möglicherweise noch ändern. Weiter wurden weitreichende Entscheidungen für die Zukunft getroffen.

Eingangs verwies Kämmerer Tobias Grünbeck auf den Vorbericht und die darin getroffene Feststellung, dass der gemeindliche Haushalt in weiten Teilen fremdbestimmt sei. Dies gelte für verschiedene Umlagen wie zum Beispiel die Kreisumlage, die Schulverbandsumlage oder die VG-Umlage. Aber auch beim Thema Tageseinrichtungen für Kinder sei keine große Einflussnahme auf das letztendliche Ergebnis möglich.

Ampelsystem installiert

Der Kämmerer informierte zum Zwischenbericht des Haushalts, dass mit Stand 9/2020 das Zahlenwerk und die Entwicklung der wichtigsten Haushaltspositionen trotz Corona bisher weitestgehend planmäßig verlaufen seien. Zur besseren Übersichtlichkeit sei das Tableau um eine Art Ampelsystem erweitert worden, welches größere Zielabweichungen leichter erkennen lasse.

Erfreulich wertete er die Entwicklung der Besucherzahlen und der daraus resultierenden Badegebühren-Einnahmen im Freibad Redwitz, das durch Covid-19 erst sieben Wochen später als normal öffnen konnte. Es konnte mit rund 32 000 Euro trotz allem annähernd an die Einnahmen der Vorjahre (rund 40 000 Euro) angeknüpft werden. Als einen wichtigen Punkt im Haushalt bezeichnete er die Einnahmen aus der Gewerbesteuer. Diese mussten nicht nur alleine wegen Covid-19 im Ansatz zurückgenommen werden. Unabhängig davon sei ein abflauender Trend in gewissen Branchen zu erkennen. Durch die Pandemie sei der Rückgang aber noch einmal verstärkt worden. Von den veranschlagten Einnahmen in Höhe von 1,9 Millionen Euro werden nach den aktuell vorliegenden Informationen aller Voraussicht nach wohl 1,7 Millionen Euro erreicht. Insgesamt sei jedoch noch nicht abschätzbar, inwieweit sich die wirtschaftliche Entwicklung in den kommenden Jahren auf die Gewerbesteuer auswirken werde.

Die Umstellung der kompletten Straßenbeleuchtung im Gemeindegebiet auf LED bezeichnete der Kämmerer als eine gelungene Sache. Es könne auf lange Sicht Geld durch den niedrigeren Stromverbrauch gespart werden. Für die Umstellung hat die Gemeinde rund 100 000 Euro investiert. Im roten Bereich lägen die Kanalleitungs- und Wassergebühren. Auch die Betriebskosten für die Kläranlage lägen im roten Bereich. Der Stand der Rücklagen beträgt noch rund eine Million Euro.

Der Landschaftspflegeverband Landkreis Lichtenfels. (LPV) hat das Maßnahmenprogramm 2020/2021 für die Gemeinde vorgestellt. Die Maßnahmen sind nach der Landschaftspflege- und Naturparkrichtlinie förderfähig und werden mit staatlichen Mitteln bis zu 90 Prozent bezuschusst. Der Maßnahmenträger (LPV) muss den Eigenanteil aufbringen. Laut Satzung beteiligen sich Gemeinde und Landkreis daran je mit 50 Prozent. Die Gesamtkosten für die beiden vorgesehenen Maßnahmen betragen 4600 Euro. Der kommunale Anteil der Gemeinde beträgt 340 Euro. Im Einzelnen handelt es sich um die Maßnahmen Offenhaltungsmahd von Extensivgrünland und Wiesenbiotopen (im Bereich Trainau: trockene Wiesenmulden im Steinachtal) und die Weiterentwicklung freigestellter Trockenstandorte (im Bereich Mannsgereuth: Weiterentwicklung Brandgraben). Weiterhin wird im Winter 2020/2021 der dritte und damit letzte Abschnitt der 2018 beantragten Heckenpflegemaßnahmen erfolgen. Dem Maßnahmenprogramm des Landschaftsverbandes stimmte das Gremium zu.

In der vergangenen Sitzung wurde das Innovations-Zentrum Region Kronach (IZK) vorgestellt. Hierbei handelt es sich um ein Netzwerk, das viele Kontakte zu Entscheidungsträgern auf verschiedenen Ebenen ermöglicht. Eine Entscheidung über einen Beitritt wurde in der vergangenen Sitzung noch nicht gefasst, da sich die SPD-Fraktion nochmals beraten wollte. Der Jahresbeitrag würde 1500 Euro betragen. Jochen Körner (SPD) sagte, seine Fraktion sei nicht überzeugt und gab zu bedenken, dass keine weiteren Kommunen beteiligt seien. Nach weiteren Beratungen in der Fraktion war man jedoch übereingekommen, dem Beitritt zuzustimmen. Man wolle aber nach drei Jahren zur Mitte der Legislaturperiode die Entwicklung und den Nutzen prüfen. Somit beschloss der Gemeinderat einstimmig dem Innovations-Zentrum Region Kronach (IZK) beizutreten.

Kommunale Zusammenarbeit

Bezüglich der Neugestaltung der Homepage der Gemeinde Redwitz in Verbindung mit der Homepage des Marktes Marktgraitz ließ der Bürgermeister wissen, dass diese in ihrer funktionalen und optischen Gestaltung nicht mehr zeitgemäß sei. Neben den funktionellen und gestalterischen Anforderungen müsse eine Homepage insbesondere auch rechtliche Aspekte erfüllen, ergänzte Gäbelein. Der Markt Marktgraitz beabsichtigt ebenfalls eine Neugestaltung seiner Homepage. Aufgrund der Verknüpfung beider Gemeinden über die Verwaltungsgemeinschaft sah es der Bürgermeister als sinnvoll an, die Neuerstellung wieder gemeinsam anzugehen. Ziel sei es, zwei öffentliche Seiten zu betreiben. Die für beide Gemeinden gemeinsamen Inhalte würden im Redaktionssystem im Hintergrund an einer Stelle gepflegt.

Im September fand ein gemeinsamer Informationstermin der Bürgermeister aus Redwitz und Marktgraitz bei der inixmedia GmbH in Bamberg statt. Die regional ansässige Agentur ist spezialisiert auf kommunale Öffentlichkeitsarbeit.

In Zusammenarbeit mit inixmedia wurde auch die vor kurzem erschienene Gemeindebroschüre erstellt. Das Gremium sprach sich einvernehmlich für die Neugestaltung des Internetauftritts der Gemeinde Redwitz aus.