470 Schulanfänger werden am kommenden Dienstag in die Grundschulen im Schulamtsbezirk Lichtenfels eingeführt werden. Das sind 31 weniger als im Vorjahr. Somit besuchen insgesamt 2106 Schüler die Grundschulen. 929 sind es in den Mittelschulen.

Der Trend sinkender Schülerzahlen zeichne sich seit Jahren ab, so Schulamtsdirektorin Stefanie Mayr-Leidnecker. Das führe zunächst zu kleineren Klassen, was viele Eltern freue. Auf der anderen Seite herrschen jedoch Probleme in der Personalversorgung. Die Zuweisung von Lehrerstunden durch die Regierung von Oberfranken erfolge pro "Schülerkopf", zugleich seien allein im Landkreis Lichtenfels zehn Lehrkräfte in den Ruhestand sowie 13 in andere Landkreise versetzt worden.

Neben den neuen Zuweisungen sei das Schulamt zunehmend selbst gefordert, eigene Lehrkräfte auf Basis eines Arbeitsvertrags zu finden: für das neue Schuljahr sind dies beispielsweise zwölf an der Zahl - ausgebildete Mittelschul- oder Grundschullehrkräfte sowie fachfremde Teamlehrkräfte. Die Corona-Krise erschwere die Planungen zusätzlich durch Beschäftigungsverbote oder Zugehörigkeiten zur Risikogruppe.

Klassenstreichungen die Folge

"Es wird auch in diesem Schuljahr vor jeder Klasse ein Lehrer stehen", so Stefanie Mayr-Leidnecker, aber die immer knapper werdende Lehrerversorgung bereite ihr Sorgen: Schon im Mai mussten bei der vorläufigen Klassenbildung Einsparungen vorgenommen werden. So wurden etwa die eCn-Klasse an der Johann-Puppert-Mittelschule Michelau, zwei siebte Klassen und eine zusätzliche M9-Klasse im Mittelschulverbund Lichtenfels sowie eine zweite Klasse an der Ivo-Hennemann-Schule Bad Staffelstein gestrichen.

Für die Grundschulen versprach die Schulamtsdirektorin Existenzsicherheit, solange alle Jahrgangsstufen dort unterrichtet werden, nötigenfalls in "jahrgangskombinierten Klassen". Für die Mittelschulen gebe es ein an der Schülerzahl orientiertes Stundenbudget, das zur Bildung der Klassen ausgeschöpft werden kann. Sollten Klassen oder Fachangebote wie Technik, Wirtschaft oder Soziales wegen der gesunkenen Schülerzahlen nicht mehr angeboten werden, kann die Schule durch den Verbund bestehen bleiben.

Der seit 2011/12 agierende Verbund Lichtenfels vereint die Herzog-Otto-Mittelschule Lichtenfels, die Johann-Puppert-Mittelschule Michelau, die Albert-Blankertz-Mittelschule Redwitz und die Adam-Riese-Mittelschule Bad Staffelstein. Die Mittelschule Altenkunstadt bildet seit 2015/16 einen eigenen Verbund. An den Mittelschulen im Landkreis Lichtenfels existieren Mittlere-Reife-Klassen, Ganztagsklassen oder Modelle der offenen Ganztagsschule. In ihnen werden alle berufsbildenden Fächer gelehrt. Das individuelle Angebot regeln die Verbünde selbst.

Vorbereitung für Lockdown

Auch auf die Möglichkeit eines zweiten Lockdowns wurden die Schulen vorbereitet: Sowohl Bundesregierung als auch Sachaufwandsträger haben die Mittel für die technische Ausstattung erhöht. Gleichzeitig seien die Lehrgänge für Lehrkräfte zur Planung und Konzeption des Home-Schoolings stets voll besetzt gewesen. Viele Schulen haben zudem eigene Strategien entwickelt, um mit Schülern und Eltern schnell und digital in Kontakt treten zu können.

Erfreulich ist das breite Angebot an Sonderzuweisungen: Spezielle Vorkurse in Kindergärten und Deutsch-Förderkurse an Grund- und Mittelschulen sind zu einem wertvollen Teil der Deutschförderung für Migranten geworden. Ebenso wird es gebundene Ganztagsklassen an der Mittelschule Altenkunstadt sowie der Herzog-Otto-Mittelschule Lichtenfels geben. Zusatzstunden für Kombiklassen und Inklusion, wie sie etwa an der Ivo-Hennemann-Schule Bad Staffelstein praktiziert werden, und der Islamische Religionsunterricht an der Albert-Blankertz-Schule Redwitz sind ebenso gesichert.

Inklusion stellt einen Schwerpunkt der Schulen dar: In Kooperation mit der Förderschule Regens-Wagner Burgkunstadt findet die AG Inklusion seit fünf Jahren an der Grundschule Altenkunstadt statt. Wöchentlich betätigen sich hier Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderung gemeinsam gestalterisch und kreativ. Ebenso erfolgreich arbeiten die Lehrkräfte der allgemeinen Einrichtung und Lehrkräfte für Sonderpädagogik an der Ivo-Hennemann-Schule Bad Staffelstein zusammen und gestalten für Kinder mit und ohne Beeinträchtigung das gemeinsame Lernen. Mit der Inklusionsberatungsstelle und der Förderstelle Rechenschwäche für den Schulamtsbezirk wird das spezielle Angebot für Kinder und Jugendliche abgerundet.

Die Flexible Eingangsstufe wird es auch in diesem Schuljahr an den Grundschulen in Markzeuln, Lichtenfels in der Schney und Hochstadt am Main geben: Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 1 und 2 werden in einer jahrgangsgemischten Eingangsstufe unterrichtet - für die Dauer von ein, zwei oder drei Jahren.