"Ich will keine tote Platzgestaltung", redete Landschaftsarchitektin Susanne Augsten Klartext. Ihre Vorstellung von Altenkunstadts neuer Mitte glich der einer grünen Lunge. Die Weismain, die zwischen Gerbergasse und Theodor-Heuß-Straße fließt, wird aufgewertet, verlängert und renaturiert. Sitzstufen laden zum Verweilen ein und Stege zum Überqueren. Auf dem künftigen Raiffeisenplatz spenden Bäume Schatten.

Das Bild einer kleinen grünen Oase, in der der dörfliche Charakter Altenkunstadts gewahrt bleibt und in der sich die Bürger wohlfühlen, sprach viele der rund 20 Zuhörer an. Diese hatten sich am Montagabend im Rathaus von Altenkunstadt zu einem Workshop versammelt, um weitere Details für das integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) abzuklären.

Diskussion um die Parkplätze

Für Jutta Löbling würde sich die Weismain ideal für ein Kneipp-Tretbecken eignen. Bürgermeister Robert Hümmer (CSU) begrüßte den Vorschlag. Zugleich wies er darauf hin, dass man bereits mit dem Lichtenfelser Kneippverein in Kontakt stehe.

Im Zuge der Renaturierung soll ein Teil der Weismain, der derzeit verrohrt ist, ans Tageslicht geholt werden. Elf Parkplätze in der Gerbergasse würden der Verlängerung des Baches zum Opfer fallen. Dies rief erneut jene Bürger auf den Plan, die bereits bei einer Ortsbegehung im Mai lautstark über den Verlust von Parkplätzen in der Gerbergasse geklagt hatten.

Der Bürgermeister betonte jedoch, dass insgesamt 79 öffentliche und von der Bank noch einmal 54 private Stellplätze geschaffen werden. Davon befänden sich 23 im vorderen Bereich. Außerhalb der Geschäftszeiten und am Wochenende stünden die Parkplätze der Raiba auch der Allgemeinheit zur Verfügung. "Wir werden keine Schranke errichten", versicherte Vorstand Thomas Siebenaller.

Ladestation für Elektroautos?

Für Susanne Augsten würde sich die neue Mitte auch als Standort für eine Ladestation für Elektroautos anbieten.

Der Fußweg entlang der Weismain sollte erhalten bleiben und nicht, wie von Augsten vorgesehen, an die Theodor-Heuß-Straße verlagert werden, betonten mehrere Bürger. Damit er wieder stärker begangen werde, sollte er einen barrierefreien Belag erhalten. Zudem verständigte man sich darauf, die Gerbergasse zur Einbahnstraße zu machen und für den Schwerlastverkehr zu sperren. Lieferanten und die Müllabfuhr bleiben ausgenommen. Mit farbigem Asphalt oder barrierefreiem Pflaster soll ein Bereich für Fußgänger, Rollstuhl- und Rollatorfahrer sowie Personen mit Kinderwagen von der Straße abgetrennt werden. Des Weiteren ist geplant, bei der Eisdiele einen Zebrastreifen zu errichten. Den Vorschlag von Hans Schramm, die Bushaltestelle dorthin zu verlegen, hielt Hümmer für überlegenswert.

Wie kann man den Fußgängern im Ortskern von Altenkunstadt mehr Platz einräumen? Viele Bürger würden es begrüßen, wenn der angedachte barrierefreie Fußweg entlang der Weismain über die Rechtsanwalt-Krauß-Straße und den Marktplatz bis zum Friedhof verlängert würde. Ein Knackpunkt ist die Rechtsanwalt-Krauß-Straße, wo der Gehweg sehr schmal ist.

Der Bereich bei der ehemaligen Metzgerei Pfadenhauer stellt Rollator- und Rollstuhlfahrer, die zur Kirche oder zum Friedhof wollen, ebenfalls vor Probleme. Siebenaller sicherte in seiner Funktion als Kirchenpfleger zu, dass die Kirche im Rahmen der Innensanierung der Pfarrkirche Mariä Geburt für einen barrierefreien Aufgang sorgen werde.

Einig waren sich alle, dass der Bereich zwischen Eisdiele und Rathaus zur Tempo-30-Zone werden sollte. Augsten schlug zudem vor, den Verkehr über die Klosterstraße zu führen.