Das darf man haushoch nennen: Mit 76,48 Prozent gelang Amtsinhaber Volker Schmiechen (SPD) gestern Abend der Durchmarsch in Richtung zweiter Amtszeit - und damit gleich im ersten Wahlgang ein ungefährdeter Sieg. Mehr als zwei Drittel der Stimmen ist ein mehr als deutliches Votum, das sah auch der Wahlsieger gestern Abend so. "Ich hätte nicht im Traum dran gedacht. Ich nehme das dankbar an als riesigen Vertrauensbeweis der Bürger und als eine Bestätigung der Arbeit des gesamten Gemeinderats und nicht bloß meiner allein. Ohne das Gremium ist der Bürgermeister nur die Hälfte wert."

Erleichtert über das Ergebnis

Er zeigte sich erleichtert, dass die Versuche, ihn zu diskreditiere und ihm Steine in den Weg zu legen, bei den Wählern offenbar nicht verfangen hätten. "Ich denke, dass im Endeffekt meine geradlinige und ehrliche Art überzeugt hat." Er habe in seiner ersten Amtszeit heiße Eisen und harte Brocken angefasst. Dauerthema war unter anderem die Debatte um die Wasserversorgung. "Es war nicht immer sicher, ob die Bürger meine Vorhaben honorieren würden. Aber das Ergebnis zeigt, dass ich wohl nicht ganz falsch gelegen habe."

Mit diesem Votum könne er gestärkt die begonnene Arbeit fortsetzen. "Das war mir ein großes Anliegen, dass das, was ich angestoßen habe, in den nächsten sechs Jahren weitergeführt werden kann."

Dazu zählen unter anderem die Fertigstellung des Mammutprojekts Ortsumgehung und innerorts die Dorferneuerung. "Da haben wir viel Arbeit vor der Brust, das wird uns lange beschäftigen." Nun freue er sich mit dem neuen Gremium auf eine vernünftige Arbeit im Gemeinderat. "Ich hoffe und zähle auf Menschen, die nicht gleich zum Anwalt rennen, wenn sie mal nicht Recht bekommen. Wir haben Gott sei Dank Demokratie. Ich hoffe auch, dass die Querschüsse über andere Kanäle wie Facebook unterbleiben."

Die Mischung macht's

Es werden im neuen Gremium zwölf verschiedene Charaktere sitzen. "Jeder tickt anders, hat andere Erfahrungen aus dem Privat- oder Berufsleben, die er und sie mit einbringen können. Die Mischung machts's und ich hoffe, wir kommen für Untersteinach zu einem guten Ergebnis, denn das allein zählt."

"Wir wollten etwas verändern"

Für Schmiechens Gegenkandidat Helmut Bergmann (WGU) stimmten 14 Prozent der Wähler. "Es ist schade, dass es nicht geklappt hat, aber ich mache mir da keine großen Gedanken drüber, denn letztlich haben die Bürger entschieden." Der 70-Jährige habe versucht, bestmöglich die Themen und Vorstellungen der WGU zu vermitteln. "Wir wollten etwas verändern in Untersteinach, aber die Mehrheit hat es anders gesehen."

Die Kommune sei seit Jahrzehnten eine SPD-Hochburg. "Ich wohne seit 40 Jahren hier und es gab immer einen Sozialdemokraten als Rathauschef." In Markus Weigel habe man beim letzten Mal versucht, die Weichen in Untersteinach anders zu stellen. "Ich selber habe mich aus Überzeugung aufstellen lassen, nicht weil ich es irgendwie finanziell nötig hätte, sondern weil ich für nachfolgende Generationen etwas veränderh wollte."

Als Stichwort nannte Bergmann die Transparenz der Arbeit im Rathaus. "Der Bürgermeister spricht dauernd davon - dabei haben mittlerweile Gerichte entschieden, und trotzdem bekommt man zu gewissen Themen einfach keine Auskunft." Es bleibe bei Lippenbekenntnissen, klagt Bergmann. "Wir werden Bürgermeister Schmiechen auch künftig an seinen Taten messen und genau beobachten, wie er seine Amtsgeschäfte führt."

Auf den dritten Kandidaten im Bürgermeisterrennen, Harald Kleiber (UBG), entfielen 9,52 Prozent der Stimmen. Für eine Stellungnahme war er gestern Abend bis Redaktionsschluss nicht erreichbar.

Die Wahlbeteiligung lag bei knapp 75 Prozent.