Die Gemeinde Trebgast nutzte als eine von bisher fünf im Landkreis und 36 in Oberfranken ein Angebot der Energieagentur Oberfranken für ein kostenloses Energiecoaching.

In der Gemeinderatssitzung stellte Diplom-Ingenieur Alexander Bächer von der Energieagentur die Ergebnisse dieser Untersuchung vor. Auch im kommunalen Bereich lohne es sich, Einsparpotenziale zu nutzen, denn die beste Energie sei immer noch die, die gar nicht verbraucht werde: "Die Kommunen sollten hinsichtlich der Energiewende mit gutem Beispiel vorangehen." Durch das Coaching sollen die Kommunen eine erste Standortbestimmung und konkrete Empfehlungen zur Umsetzung der Energiewende erhalten.

N"Aufgrund der ländlichen Struktur mit 88 Prozent land- und forstwirtschaftlicher Fläche im Gemeindegebiet ist ein entsprechendes Potenzial für die Bereitstellung von Energiequellen vorhanden", erläuterte Bächer.
Wichtig sei bei der Betrachtung auch die Entwicklung der Bevölkerungsstruktur.

Der Energiebedarf pro Wohnung sei seit 1995 gleich geblieben, aber pro Einwohner gestiegen, denn weniger Menschen wohne auf der gleichen Fläche. 47 Prozent des Stromverbrauchs entsteht in Privathaushalten. Der kommunale Anteil beträgt 3,9 Prozent, das sind 200 000 kWh pro Jahr. Davon entfallen über 50 Prozent auf die Straßenbeleuchtung. "Das ist ein großer Hebel, bei dem angesetzt werden kann, um zu sparen."

Der Anteil der erneuerbaren Energien ist mit 15 Prozent noch relativ klein. Derzeit erzeugen 323 PV-Dachanlagen 730 MWh. Verfügbar wären theoretisch 10 000 MWh. "Da ist noch genug Potenzial vorhanden, um Energieautarkie zu erreichen", ist Bächer überzeugt.

Der Wind bläst in und um Trebgast niocht stark genug, dass man ihn wirtschaftlich nutzen könnte.


Konkrete Ansätze

Hinsichtlich Einsparmöglichkeiten wurde das gemeindliche Gebäude in der Bahnhofstraße ("Rathaus II") untersucht. Ursprünglich als Lagerhaus errichtet, haben die Energieexperten hier gleich mehrere Schwachstellen ermittelt: Wärmebrücken, ungedämmte Wände, Geschossdecken und Betonböden, Glasbausteine, Türen mit Einfachverglasung und Holzfenster ohne Dichtung.

Bei einer Nutzungsänderung sind auch die vorhandene Speicherheizung, die Ölradiatoren und elektrischen Schnellheizer nicht mehr zeitgemäß. Bächer stellte mit Pelletheizung, Wärmepumpe oder einer Kombination aus PV-Speichersystem mit Wärmepumpe einige energieeffiziente Heizungsvarianten vor: Außerdem würde sich die Dachfläche zur Stromeigenerzeugung anbieten.

Als nächste Schritte bietet die Energieagentur die Mitwirkung bei der Erstellung eines Energienutzungsplans an für den tieferen Einstieg in die Materie, umfangreiche Bestandsaufnahmen, Potenzialanalysen und einen praxisnahen Maßnahmenkatalog. Ein Energiemanagement könne zusätzlich Transparenz beim kommunalen Energieverbrauch schaffen, Einsparungen realisieren, erneuerbare Energien nutzen und die Kommune dauerhaft begleiten. Dafür gibt es bis zu 70 Prozent Förderung.

"Auf diesem Coaching können wir sicherlich aufbauen", meint Bürgermeister Werner Diersch (SPD/WG). Über weitere Erkenntnisse aus dem Vortrag wurde in der nichtöffentlichen Sitzung beraten.