Ingo Walther ist wieder Trainer des ATS Kulmbach. Der 49-jährige ehemalige Profi tritt die Nachfolge von Ralf Werner Ohnemüller an, von dem sich der Bezirksligist vor knapp zwei Wochen ohne nähere Angabe von Gründen getrennt hat. Unterstützung erhält Walther von Torwart Patrick Pohl, der neben seinen Aufgaben als Torwart und Sportlicher Leiter nun auch noch Co-Trainer wird.

Walther und Pohl sehen sich allerdings nur als Interimslösung: "Wir haben uns bereit erklärt, dem Verein zu helfen, damit die Mannschaft eine vernünftige Vorbereitung absolvieren kann." Sollte die ATS-Verantwortlichen, von denen bislang keiner zu erreichen war, doch noch eine einen externen Trainer und damit eine langfristige Lösung finden, wäre der Postangestellte keineswegs böse. Schließlich steht er auch noch bei der SpVgg Bayreuth im Wort, deren Damen-Landesliga-Team weiterhin zu trainieren. "Aber das überschneidet sich mit dem Trainingsbetrieb des ATS nicht, höchstens ein, zwei Spiele", sagt Walther.

Der ehemalige Fürther Zweitliga-Spieler ist von der Qualität der ATS-Mannschaft überzeugt: "Die Jungs sind gewillt und besser, als ihr Tabellenstand." Natürlich würde der 49-Jährige lieber "von außen die Spiele steuern" - aber wenn Not am Mann ist, wird er auch weiter die Fußballschuhe schnüren.

Überraschender Rauswurf

Die Demission von Ralf Werner Ohnemüller kurz nach Aufnahme der Winter-Vorbereitung war ein echter Paukenschlag, zumal er erst im Oktober verpflichtet wurde. Unter dem 54-Jährigen hatte der ATS immerhin sieben Punkte aus fünf Partien geholt (Schnitt 1,4) und war auf den Abstiegs-Relegationsplatz geklettert. Sein Vorgänger Vitor do Adro hatte dagegen bis zu seiner Ablösung nur zwölf Pünktchen aus 15 Spielen eingefahren (Schnitt 0,8).

Ingo Walther fungierte bereits von Januar 2012 bis Juni 2014 als Spielertrainer des ATS und führte ihn von der Kreisklasse in die Bezirksliga. Dabei blieb die Mannschaft in 72 Partien in Folge ungeschlagen. Deshalb war es im Sommer 2014 eine echte Überraschung und für Erfolgstrainer Walther eine herbe Enttäuschung, als der ATS seinen Vertrag nicht verlängerte und stattdessen Armin Eck verpflichtete. "Wenn ich als Grund höre, der Verein will sich neu ausrichten, obwohl ich Erfolg habe, dann passt doch was nicht." Walther spielte danach eine halbe Saison beim Kreisligisten SC Altenplos, ehe er Anfang Februar als Trainer beim damals bereits insolventen und deshalb bereits als Absteiger feststehenden Regionalligisten VfC Plauen einstieg. Ende Oktober war beim nunmehrigen Oberligisten schon wieder Schluss.

Geschichte wiederholt sich

Ein Jahr später, im Januar 2016, heuerte Walther beim FSV Bayreuth an und führte ihn in die Landesliga. Und hier wiederholte sich die Geschichte, denn auch der FSV Bayreuth verlängerte den Vertrag mit seinem Aufstiegstrainer nicht.

Ingo Walther kickte weiter für den SC Altenplos und in der Rückrunde der Saison 2017/18 für den Bezirksligisten SV Poppenreuth. Im Herbst 2018 kehrte er als Spieler zum ATS zurück. Eigentlich sollte sein Engagement bis zur Winterpause befristet sein. "Acht Spiele kann ich machen", sagte der Ex-Profi damals. Nun werden es wohl einige mehr. Zehn Partien verbleiben dem ATS in dieser Serie, um noch einen Verein hinter sich zu lassen und damit den Klassenerhalt zu sichern. Zum Punktspielauftakt im neuen Jahr erwarten die Kulmbacher am 17. März den TSV Mistelbach (5.).

Am vergangenen Samstag bestritt der ATS sein erstes Testspiel. Mit dem torlosen Remis gegen den Ligakonkurrenten SV Bavaria Waischenfeld waren die Verantwortlichen zufrieden, wie man einer Pressemeldung entnehmen kann. Da heißt es: "Während man in den Offensivreihen die Kugel teilweise sehr sehenswert laufen ließ und gute Torchancen kreieren konnte, hielt man hinten dicht und gab den schnellen Waischenfelder Offensivspielern keine Möglichkeit zur Entfaltung."

Am Samstag, 23. Februar, bestreitet der ATS das nächste Testspiel gegen einen Ligarivalen. Dann geht es gegen Walthers Ex-Klub FSV Bayreuth..