Sieben Spiele, nur ein Punkt - der ATS Kulmbach befindet sich in der Fußball-Bezirksliga Ost auf Talfahrt und ist am letzten Vorrundenspieltag der Fußball-Bezirksliga Ost auf einen Abstiegsrang abgerutscht. Jetzt hat die Fußballabteilung mit ihrem neuen Leiter Christian Kolb an der Spitze reagiert und einen Trainerwechsel vollzogen.

Einen Tag nach dem 0:2 gegen den FC Eintracht Münchberg verpflichtete der ATS Ralf Werner Ohnemüller als Nachfolger von Vitor do Adro. Der hatte den Posten nach der überraschenden Trennung von Florian Ascherl erst Mitte Juni übernommen.

Der 46-Jährige ist aber keineswegs traurig, dass er nur vier Monate im Amt sein durfte: "Es war klar, dass ich es aus beruflichen Gründen nicht auf Dauer ausüben kann." Wie do Adro gesteht, sei ihm sogar "ein Stein vom Herzen gefallen", schließlich habe die Situation zuletzt schon an seinen Nerven gezehrt. "Wir waren wie zuletzt gegen Münchberg oft gleichwertig, doch es haben immer ein paar Prozent gefehlt. Und dann triffst du das leere Tor nicht." Do Adro hofft, dass es Ohnemüller gelingt, "die letzten Prozent aus den Spielern herauszukitzeln". Man habe sich keineswegs im Bösen getrennt, sagt do Adro ("Alles ist gut"). So wolle er weiter für den Verein tätig sein - ebenso wie seine Söhne Nino und Sandro auf dem Spielfeld.

Gestern abend leitete Ralf Werner Ohnemüller erstmals das Training. Der 52-Jährige freut sich über die Rückkehr an die alte Wirkungsstätte. Als Spieler des ATS zog er einst aus, um eine erfolgreiche Trainerkarriere mit diversen Stationen zu starten. Anfang 2017 kehrte er dann als Spielertrainer der 2. Mannschaft zurück, konnte sie aber nicht mehr vor dem Abstieg aus der Kreisklasse retten. Ohnemüller verabschiedete sich wieder und ging zum TSC Mainleus in die Kreisklasse.

Das dritte Engagement bei seinem Heimatverein beendete Ohnemüller aber schon nach einem Jahr wieder. Es stand ebenso unter keinem glücklichen Stern wie die Zeit beim A-Klassisten TSV Melkendorf, die er im Sommer antrat. Nach nur drei Monaten war dort Ende September schon wieder Schluss. "Ein Missverständnis", sagt Ohnemüller nur zu seiner letzten Station.

Jetzt freut er sich auf den ATS: "Mein Herz hängt immer noch am Verein. Der ATS hat immer noch den größten Stellenwert in Kulmbach und große Möglichkeiten." Ohnemüller weiß aber, dass seine Mission schwierig wird, hat er doch den ATS in dieser Saison schon gesehen: "Die Tabellensituation wundert mich in keiner Weise, denn der Kader ist einfach zu dünn." Deshalb sehnt er die Winterpause herbei, um den Kader dann personell noch etwas verstärken zu können. Bis dahin brauche man allerdings "noch ein paar Punkte, um im neuen Jahr nicht zu viel Druck zu haben".

Kellerduell zur Premiere

Ohnemülllers Premiere am Sonntag ist gleich ein "Sechs-Punkte-Spiel". Denn der ATS (12 Punkte) gastiert im Kellerduell beim Schlusslicht FSV Bayreuth (10). "Das dürfen wir auf keinen Fall verlieren", weiß der 52-Jährige. Genauso, dass in der jetzigen Phase vor allem seine Motivationskünste gefragt sind: "Die Mannschaft muss wieder an sich glauben - und natürlich braucht sie endlich wieder ein Erfolgserlebnis."