Wer hat den Blick für das, was oft unbemerkt am Wegesrand wächst? Gabriele Feulner in jedem Fall. Die Harsdorferin hat sich als Expertin auf Kräuter spezialisiert - und wirbt als Genussbotschafterin der Genussregion Oberfranken für diese wunderbare Pflanzengattung. Frau Feulner, was macht eine Genussbotschafterin - und wie wird man das überhaupt? Gabriele Feulner: Sie ist für die Entwicklung kreativer Erlebnisangebote verantwortlich - mit den Grundlagen der oberfränkischen Kulinarik. Man muss Freude daran haben, Nahrungsmittel zu veredeln und wertzuschätzen. Und diese mit Geschichten und Fachwissen den Kunden und Gästen näher bringen zu wollen. Hierfür gibt es verschiedene Weiterbildungen, welche unter anderem von der Handwerkskammer für Oberfranken angeboten werden. Was passiert in Ihrer Naturkräuterschmiede in Harsdorf? Wir sind ein Bauernhof mit Erlebnisgastronomie, ein Familienbetrieb mit sieben Kindern, Partnern und Enkeln. Gemeinsam gestalten wir individuellen Familienfeiern mit hausgemachter fränkischer Küche. Unter anderem kann man bei uns eine Veranstaltung in Verbindung mit Kräutern buchen, aber auch Baumwanderungen oder eine Kirchenführung mit mir als Markgrafenkirchenführerin. Neben dem Hofcafé, das einmal monatlich mit hausgemachten Torten, Kuchen und Küchla stattfindet, bieten wir ebenso auch Angebote für Kindergärten und Schulen sowie Kindergeburtstage an. Auch für Busgruppen oder Vereine lohnt sich eine Fahrt ins schöne Harsdorf mit vielen besonderen Erlebnissen. Denn in der Naturkräuterschmiede Harsdorf gehen Liebe und Natur Hand in Hand!

Sie befassen sich intensiv mit dem Thema Kräuter. Was ist für Sie das Faszinierende daran? Faszinierend an Kräutern ist für mich die Vielfalt. Das, was die Natur uns Gutes tun kann, die Naturheilkunde für unseren Körper, sowie die kulinarischen Genüsse, welche sie mit sich bringt. Leider wissen noch zu wenig Menschen, welche Schätze uns das Leben mit der Natur schenkt.

Kommen Kräuter - gerade aus unserer Region - Ihrer Ansicht nach in der heimischen Küche immer noch zu kurz? Ich denke, dass vielen das Wissen und die Erfahrung in der Verarbeitung von Kräutern fehlen. Das möchte ich ändern und als Kräuterpädagogin die Wertschätzung der Natur lehren sowie die Vertrautheit zu den Kräutern näher bringen.

Andere nennen es Unkraut, aber selbst mit Giersch und Löwenzahn lässt sich klasse kochen. Was ist dabei zu beachten? Das Äußere einer Pflanze ist nur die Hälfte ihrer Wirklichkeit. Es ist wichtig, die Wirkung einer Pflanze zu kennen und die richtige Dosis zu wählen. Welches ist Ihr Lieblingskraut und warum? Für eine Kräuterpädagogin sind Pflanzen und Kräuter alle gleich viel wert. Dennoch hat mir unter anderem das Johanniskraut schon in vielen Situationen die Kraft der Natur bestätigt und mich von der heilenden Wirkung überzeugt. Gegen alles soll ein Kraut gewachsen sein, heißt es: Kann man Gesundheit mittels Kräutern also einfach essen? Gesundheit kann man nicht kaufen wie Nahrungsmittel. Aber durch die Ernährung im Bezug auf Kräuter kann ich ohne viel Geld meinem Stoffwechsel etwas Gutes tun, indem ich gesunde und heilende Kräuter mittels Tees oder in Gerichten zu mir nehme. Die Fragen stellte Jochen Nützel.