Die Plassenburg kennt in Kulmbach jedes Kind. Aber hatten die Markgrafen noch eine Burg in Kulmbach? Wo war diese "Markgrafen-Burg"? Das Haus auf unserem alten Foto von 1937 steht heute nicht mehr. Es befand sich am Festungsberg, gleich hinter der Petrikirche.

Hier betrieben Johanna und Christian Weiß, der auch Büttner war, von 1905 bis 1968 eine Gastwirtschaft. Anfangs wurde Bier der 1919 geschlossenen Kapuzinerbräu ausgeschenkt. Deshalb kam die Markgrafenbräu zum Zuge, und so erklärt sich auch der Name des Wirtshauses.

Nach dem Krieg wurde die Brauerei erneut gewechselt: Es gab Bier der Reichelbräu, die 1930 Markgrafen übernommen und ein paar Jahre später den Betrieb eingestellt hatte.

Sehr bequem für NS-Kreisleiter Fritz Schuberth

Bei der Weißn Hanna, wie die Einheimischen die Bierkneipe nannten, wurde 1922 die NSDAP-Ortsgruppe Kulmbach gegründet. Hier war das Stammlokal der Nazis, was vor allem für NS-Kreisleiter Fritz Schuberth sehr bequem war, der nur 500 Meter entfernt am Eisberg in der Oberen Buchgasse wohnte. Wie Zeitzeugen berichten, blieb das Wirtshaus auch nach dem Krieg ein Treffpunkt der Rechten.

Anfang der achtziger Jahre kaufte die Stadt Kulmbach das Gebäude und ließ es abbrechen.