Jedenfalls hatte ich eines Morgens diese leicht genervte Frauenstimme in der Telefonleitung. Sie erhebe im Auftrag einer (mir fremden) Konsumgesellschaft Daten ausgewählter Bürger und würde mir ein paar Fragen zu meinem Kaufverhalten in Sachen Wurst und Fleisch stellen wollen. Gut, dachte ich mir, die Dame will ja auch weiterkommen, machste halt mal mit.

Unterm Strich wurden es zehn vergnügliche Minuten - jedenfalls für mich. Ich sollte unter anderem beantworten:

1. Wie schätze ich meinen privaten Fleischkonsum ein?

2. Wann habe ich das letzte Mal Wurst verzehrt oder daran gedacht es zu tun?

3. Als welchen Ernährungstyp würde ich mich bezeichnen?

4. Würde ich Fleisch aus der Region bevorzugen?

Nun ist ja Fakt, dass nirgendwo mehr gelogen wird als bei solchen Umfragen (und auf Beerdigungen). Und so gab ich "wahrheitsgetreu" Folgendes zu Protokoll:

1. Nahezu fleischlos, wobei mich bei Vollmond komischerweise immer dieser unerklärliche Heißhunger auf blutiges Nackensteak überkommt.

2. Dran gedacht, mal wieder reinzubeißen, hab ich, als ich neulich in der Supermarktauslage Bärchenwurst mit der Physiognomie von Andreas Scheuer sah - wobei ich prinzipiell allem Essbaren misstraue, das ein Gesicht hat(te).

3. Pesci- und Biscintarier, also der typische Fisch-in-Bratöl-Verzehrer.

4. Unbedingt. Früher war das stets von der Theke des örtlichen Wurst-Dealers mit typisch einheimischen Produkten wie dem italienischen Pharmaschinken aus dem Schwarzwald.

Inwiefern meine Aussagen in die Statistik einfließen, sagte die Dame nicht...