Du meine Güte, was wird zurzeit nicht alles über die bösen Buben bei der Bundeswehr hergezogen. Wie so oft im Leben reichen ein paar schwarze Schafe (wobei hier braun wohl passender wäre), um die ganze Truppe in Verruf zu bringen.


Die Kaserne gibt's nicht mehr


Ich war auch mal beim Bund. Ich habe 15 Monate gedient und als Radartiefflugmelder den Luftraum im Grenzgebiet zur ehemaligen DDR und zur Tschechoslowakei (die hieß damals wirklich noch so) überwacht.

Aus heutiger Sicht klingt das schon irgendwie komisch: Ich wurde in einer Kaserne (in Naila) ausgebildet, die seit 25 Jahren städtischer Bauhof ist, und habe in einem militärischen Sperrgebiet (Oschenberg) das Schießen gelernt, das heute als Rückzugsgebiet für Fledermaus und Schwarzkehlchen dient. Ich habe nach der Grundausbildung das Vaterland gegen einen Feind verteidigt, mit dem wir heute Arm in Arm durch die Welt laufen, und das an einer Grenze, die längst offen ist.


Echte Freunde gefunden


Eine nutzlose Zeit, möchte man meinen. Keineswegs. Denn so trist und deprimierend manche Drill-Stunde auch war, ich habe viele echte Freunde gefunden (Kameraden ist mir zu flach).

Am Samstag haben wir uns wiedergetroffen, 33 Jahre nach der Einberufung. Wir haben viel geredet und noch mehr gelacht. Und wir waren uns einig, dass manchem Schulabgänger von heute ein Grundwehrdienst wie wir ihn "genießen" durften, nicht schaden würde. Wir lernten damals auch Respekt und Rücksichtnahme. Tugenden, die ich leider immer häufiger vermisse.