Kein Kirchgänger muss Angst vor Auflagen bei zukünftigen Gottesdiensten haben. Es wird zwar merkwürdig anmuten, wenn man statt zum Weihwasser zum Desinfektionsmittel greifen muss und wenn man nur mit einer Nasen- Mundschutzmaske das Gotteshaus betreten darf, aber immerhin sind öffentliche Gottesdienste wieder möglich. Darüber freut man sich natürlich auch im Seelsorgebereich Frankenwald.

Nachdem inzwischen klar ist, dass auf Beschluss der Ministerpräsidentenkonferenz ab dem 4. Mai öffentliche Gottesdienste unter Einhaltung eines Infektionsschutzkonzeptes wieder möglich sind, befassten sich umgehend am 30. April die Pfarrer des Seelsorgebereichs Frankenwald mit der Umsetzung des Infektionsschutzkonzeptes in Kirchen. Bei einer Begehung und Besprechung über die Umsetzung in die Praxis in der St.-Bartholomäus-Kirche in Rothenkirchen erörterte der Dekan und Leitende Pfarrer des SSB Frankenwald, Detlef Pötzl, die Details der gesetzlichen Anordnungen.

Öffentliche Gottesdienste finden in der Regel ab Samstag, 9., und Sonntag, 10. Mai, wieder statt. Pfarrer Pötzl konnte bei dieser Gelegenheit sogar schon eine erste Gottesdienstordnung für verschiedene Pfarreien im SSB Frankenwald vorstellen. Erste Heilige Messe wird es demnach am Dienstag, 5. Mai um 19 Uhr in der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Teuschnitz geben. Am Mittwoch, 6. Mai, um 19 Uhr kann in der St.-Jakobus-Kirche in Tschirn und ebenfalls am Mittwoch, 6. Mai, um 19 Uhr in der St. Bartholomäus-Kirche in Rothenkirchen Heilige Messe gefeiert werden. In Wickendorf und Pressig wird am Donnerstag, 7. Mai jeweils um 19 Uhr erstmals wieder öffentlich Heilige Messe gefeiert.

Vor Ort im Gotteshaus in Rothenkirchen machte sich Pfarrer Pötzl ein Bild von der Durchführbarkeit einzelner Maßnahmen. Das Infektionsschutzkonzept sieht weitreichende Einschränkungen für den Gottesdienstbesuch vor. Der Sicherheitsabstand beträgt zwei Meter, pro Gläubigem sind das vier Quadratmeter, die benötigt werden. Die maximale Anzahl von zugelassenen Gottesdienstbesuchern ergibt sich somit aus der Größe des Gotteshauses. Für die St.-Bartholomäus-Kirche in Rothenkirchen hat Kirchenpfleger Mathias Beetz eine Besucherzahl von 63 errechnet, die im Kirchenschiff genügend Sicherheitsabstand finden.

Nur mit Mundschutz

Diese Abstandsregelung stellt für kleinere Kirchen allerdings eine große Herausforderung dar, stellen Mathias Beetz und Dekan Detlef Pötzl vor Ort fest. Für die Einhaltung der Abstandsregel sieht Beetz die Möglichkeit, die zur Verfügung stehenden Sitzplätze jeweils durch eine Kerze, ein Bild oder eine andere Markierung zu kennzeichnen. Das Tragen einer Mund-Nase-Schutzbedeckung ist Pflicht. Es werden Ordner eingesetzt, um die Einhaltung der Vorgaben zu garantieren.

Sollten mehr Gläubige kommen als zugelassen sind, müssen diese abgewiesen werden. Die deutschen Bischöfe dispensieren (befreien vorübergehend) weiterhin von der Sonntagspflicht.

Bei der Kommunionausteilung ist eine besondere Sorgfalt zu wahren. Entsprechend den Vereinbarungen kann die Kommunion - unter Einhaltung der Sicherheitsbestimmungen - auch bei Wortgottesfeiern gereicht werden. Pfarrer Pötzl weist auf die Möglichkeiten der Nutzung der Handdesinfektionsmittelspender hin. Weitere und nähere Bekanntmachungen, auch zur Gottesdienstordnung, werden in den Schaukasten der Kirchen ausgehängt.

Nach Beratung mit den Verantwortlichen finden in den Gemeinden Posseck, Gifting, Welitsch und Förtschendorf zunächst befristet bis zum Pfingstfest keine öffentlichen Gottesdienste statt. Die Kirchen sind relativ klein und erlauben nur kleine Gottesdienstgemeinden. Man möchte niemanden abweisen, der kommt. Außerdem sei es schwierig, die Sicherheitsvorkehrungen umzusetzen.

"Auch wenn die Anweisungen und Einschränkungen einschüchternd und ernüchternd klingen und mit viel Aufwand verbunden sind, dürfen wir uns doch freuen, dass wir wieder in (eingeschränktem) Maß Gottesdienst feiern dürfen", gibt der Pfarradministrator Pötzl zu bedenken. "Wir dürfen hoffen, dass wir die Krise mit Gottvertrauen, Zuversicht, Geduld und Gelassenheit bewältigen." Weil sich staatliche Vorgaben auch kurzfristig ändern können, wie auch kurzfristig Gottesdienstordnungen verändert werden können, bittet Detlef Pötzl die Informationen und Tagesimpulse auf der Homepage www.seelsorgebereich-frankenwald.de zu beachten.

Öffentliche Gottesdienste

Frist Im Erzbistum Bamberg sollen erst ab Sonntag, 10. Mai (einschließlich Vorabendmesse), unter Auflagen wieder öffentliche Gottesdienste gefeiert werden. Mit der Frist bis 10. Mai bekommen die Gemeinden Zeit, sich auf die Auflagen des Schutzkonzeptes vorzubereiten.

Abstand Das Infektionsschutzkonzept sieht unter anderem vor, dass in den Kirchen zwei Meter Abstand zwischen zwei Personen gehalten wird, wobei Familienmitglieder ausgenommen sind. Der Zugang zur Kirche wird kontrolliert. Die Besucher müssen Mund-Nase-Bedeckung tragen, Sitzplätze werden entsprechend markiert.

Dauer Gemeindegesang ist in sehr reduzierter Form vorgesehen. Die Länge des Gottesdienstes ist auf eine Stunde begrenzt, im Anschluss ist eine Reinigung der Bankreihen vorgesehen.

Beerdigungen sind nach staatlichen Vorgaben nach wie vor nur im engsten Familienkreis mit maximal 15 Personen erlaubt.