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Stockheim
Wirtschaft

Stockheim: kleine Häuser, großes Potenzial

In Stockheim hat sich eine Firma gegründet, die nicht nur mit Immobilien, sondern auch mit Tiny- und Minihäusern handelt.
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Noch ist einiges zu tun, bis das Tinyhaus (im Hintergrund) fertig sein wird. Von links Frank Eisenbeis, Bürgermeister Rainer Detsch, Alfred Lang, Marion Lang und Sohn Thomas Lang.  K.- H. Hofmann
Noch ist einiges zu tun, bis das Tinyhaus (im Hintergrund) fertig sein wird. Von links Frank Eisenbeis, Bürgermeister Rainer Detsch, Alfred Lang, Marion Lang und Sohn Thomas Lang. K.- H. Hofmann
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In der Bergwerksgemeinde wird in Corona-Zeiten eine neue Firma gegründet. Es handelt sich um Handel mit Immobilien, Tiny- und Minihäuser. Die beiden Geschäftsführer Alfred Lang und Frank Eisenbeis legen großen Wert auf die Zusammenarbeit mit heimischen Handwerkern und regionalen Zulieferern. Sie möchten, dass die Wertschöpfung in der Region bleibt. Unter diesen Voraussetzungen und mit diesem Grundgedanken gründeten Lang und Eisenbeis ihre Firma im Februar dieses Jahres.

Bis alle Formalitäten und Modalitäten erledigt waren, wurden auch sie von den Auflagen und Folgen der Corona-Pandemie überrascht und mussten sich auf die strengen Sicherheitsvorschriften einstellen.

"Natürlich hat uns die Pandemie getroffen, denn kurz nach unserer Gründung kam der Lockdown. Es konnten immer nur zwei Leute arbeiten, das hat zu Verzögerungen und zu Lieferengpässen beim Material geführt. Wir konnten keine Werbung machen und hatten auch nichts zum Vorzeigen. Die Anfragen, die wir hatten, wurden storniert und auf nächstes Jahr verschoben".

Dennoch zeigen sich die Geschäftsführer optimistisch und bauen auf ihre Idee. In Burggrub soll mit circa zehn Häusern ihrer Firma ein Baugebiet mit circa 4500 Quadratmetern belebt werden. Zudem will man die alte Schule in Burggrub mit Mietwohnungen ausbauen und das seit etlichen Jahren leer stehende Gebäude herausputzen und mit Leben erfüllen. Es sollen fünf moderne Mietwohnungen im Schulhaus entstehen, welches auch energetisch saniert wird.

Neue Perspektiven im Wohnungsbau

Zurück aber zu den Tiny- und Minihäusern. In der Schützenhalle in Stockheim entsteht gerade ein neues Tinyhaus. Zusammen mit Bürgermeister Rainer Detsch können wir das Objekt besichtigen. Der Bürgermeister dankte den Unternehmern Alfred und Marion Lang sowie Frank Eisenbeis für die Initiative in Burggrub. Die Bergwerksgemeinde war schon lange bemüht, das alte Schulhaus mit Umgriff einer neuen sinnvollen Nutzung zuzuführen. In der Vergangenheit waren einige Ansätze da, sind aber nie zur Realisierung gekommen. Durch das Konzept des Start-up-Unternehmens IPH GmbH Stockheim ergeben sich erfreulicherweise ganz neue hoffnungsvolle Perspektiven. Die Nachfrage nach modernem Wohnraum in der Gemeinde Stockheim ist nach wie vor auf hohem Niveau. Die Gemeinde unterstützt daher Initiativen von Privatinvestoren.

Das Projekt der Start-up-Unternehmer Lang und Eisenbeis zeichnet Qualität in Planung sowie technischer Ausführung aus, wovon er sich bei dem Besuch persönlich überzeugen konnte, so der Bürgermeister. Er zeigte sich zudem erstaunt über das Platzangebot, der niedlich wirkenden, neun mal drei Meter Grundfläche großen Gebäudekubatur und über die Raumaufteilung, die Ausstattung und insbesondere über die Qualität der Ausführung, an der einheimische Firmen mitwirkten. Es sei sehr erfreulich, dass ausschließlich einheimische Firmen und Handwerker bei der Auftragsvergabe berücksichtigt werden. Nach Meinung des Bürgermeisters "entsteht hier ein Start-up-Unternehmen mit großem Potenzial".

Sparen beim Hausbau

Wie Alfred Lang erläuterte, waren es hauptsächlich Sparmöglichkeiten beim Hausbau, die zur Idee der Gründung führten. Dabei baut man auf eine einfache Dachform, nachhaltiges Baumaterial und Energieträger, was langfristig die Unterhaltskosten reduziert. Ein einfacher Baukörper muss nicht langweilig aussehen, ist aber in jedem Fall kostengünstiger und gut für die Energieeffizienz.

Lang: "Unser Baumaterial ist Holz für das Ständerwerk in Dimensionen von zwölf bis 20 Zentimeter, gedämmt mit Mineralwolle, Holzfaser, diffusionsoffen. Wir können das Haus auf Wunsch auch autark mit Solar- und Windenergie betreiben, sowie Biotoilette und Hauswasserwerk sind möglich. Wir sind für alle Innovationen offen. Wenn jemand seinen ,Lieblingshandwerker' stellen will, gibt es auch keine Probleme."

Zu den Investoren und Mitarbeitern des Start-up-Unternehmens: Alfred Lang ist 59 Jahre alt und seit 1998 selbstständig als Netzwerk- und EDV- Techniker in eigener Firma tätig. Seine Ehefrau Marion Lang ist Grafikerin und für die Buchhaltung, die Dekoration und Ausstattung sowie für Design zuständig. Frank Eisenbeis (51) ist Telekom-Spezialist für Datenleitungen. Thomas Lang (22) ist gelernter Konstrukteur für Anlagenbau und ist momentan noch im Minijob beschäftigt. Er wird ein weiterer Vollzeitjob-Mitarbeiter der neu gegründeten Firma werden.

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