Das Argument, dass immer mehr Vereine mit Viererkette spielen und es daher für den Unparteiischen schwieriger bei Abseitsentscheidungen wird, kann so nicht gelten. Vom Grundsatz her mag dies richtig sein, sollten qualifizierte Schiedsrichter-Gespanne zum Einsatz kommen. Denn nur sie könnten manch kniffliger Entscheidung die Brisanz nehmen. Dies ist jedoch nicht zu erwarten.

Schon jetzt hat mancher Obmann Probleme, alle Spiele besetzen zu können, was durch Starks Zahlen nur unterstrichen wird. Und mit der Einführung des digitalen Spielberichtbogens ist zudem zu befürchten, dass manch älterer Schiedsrichter sich nicht mehr mit der Technik auseinander setzen will und sein Amt niederlegt.
Was wäre also die Konsequenz? Als Schiedsrichter-Assistenten müssten wohl unerfahrene Neulinge zum Einsatz kommen. Als aktiver Fußballer habe ich solch eine Situation sogar in der Bezirksliga erlebt, als ein jugendlicher Linienrichter bei vielen Angriffen nahezu vogelwild die Fahne hob. Und genau damit ist niemandem geholfen - am allerwenigsten dem Fußball selbst.

Nicht zu vergessen sind die Kosten. Von jährlich rund 400 Euro ist die Rede, die auf die Kreisligisten zusätzlich zukommen. Ein Betrag, der bei rückläufigen Zuschauerzahlen erst einmal erwirtschaftet werden muss. Gerade für kleinere Vereine im ländlichen Raum stellt dies einen Kraftakt dar, der sie mitunter vor Probleme stellen kann.
Auch vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung wäre die Einführung der Schiedsrichter-Gespanne auf Kreisebene die falsche Entscheidung, mit der man auf Dauer die Vereine und damit den Fußball ins Abseits stellt.