Ende Oktober gab der angeschlagene Fernseh-Hersteller Loewe bekannt, einen Kaufinteressenten gefunden zu haben. Von einem konkreten, schriftlichen Angebot war dabei die Rede. Während in Bezug auf den Namen des Investors weiterhin Unklarheit herrscht, ist nun durchgesickert, dass es weitere Interessenten geben soll, die ins Unternehmen investieren möchten. Die Rede ist aktuell von mindestens zwei Angeboten, die dem Unternehmen vorliegen sollen.

Offiziell bestätigen wollte das gestern niemand: "Kein Kommentar", lautete die Antwort von Unternehmenssprecher Christoph Möller auf eine entsprechende Anfrage.


Gesamtkonzept mittragen

"Egal, wer der Investor letztlich sein wird - es ist wichtig, dass er das Konzept in seiner Gänze mittragen wird", sagte Jürgen Apfel von der IG Metall.
Damit sprach er nicht zuletzt den Erhalt der jetzt noch bestehenden 650 Arbeitsplätze an - ein wesentlicher Aspekt für den Gewerkschafter, der die Suche nach einem Investor als diffizile Angelegenheit bezeichnet.

Die Vorstände des Unternehmens seien "sehr, sehr engagiert, den passenden Investor zu finden. Das stimmt mich positiv." Das erarbeitete Gesamtkonzept ist seiner Meinung nach schlüssig und absolut nachvollziehbar. Ob es am Ende tatsächlich zum Erfolg führen wird, werde der Markt zeigen. Dennoch ließ Apfel keinen Zweifel daran, heute optimistischer zu sein als noch vor einigen Wochen.


2015 in die Gewinnzone

Ein Grund hierfür mag auch sein, dass es in der strategischen Partnerschaft mit dem chinesischen Unternehmen Hisense "spannende Ansätze" geben soll, wie zu hören war. Zudem wurden den Mitarbeitern in einer Betriebsversammlung mitgeteilt, bereits 2014 wieder eine schwarze Null schreiben und 2015 wieder in die Gewinnzone zurückkehren zu wollen. Ein Grund hierfür mag vielleicht auch die positive Entwicklung des japanischen Elektronikkonzerns Sharp sein, der ja Partner von Loewe ist. Demnach hat Sharp erstmals nach zwei Jahren wieder einen Nettogewinn im Quartal eingefahren.

Doch wie geht es jetzt weiter? Am 19. November findet unseren Informationen zufolge ein so genannter Prüfungs- und Abstimmungstermin statt, an dem die Gläubiger von Loewe zusammen kommen und mit den weiteren Planungen des Unternehmens konfrontiert werden. Dabei wird dann auch der erarbeitete Sanierungsplan ein Thema sein.

Sollten die Gläubiger dem Plan zustimmen, muss dann noch das zuständige Gericht grünes Licht geben, womit das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung abgeschlossen wäre. Sollten die Gläubiger nicht zustimmen, könnte dies zur Zerschlagung des Unternehmens führen.