In Sachen Gesundheit soll sich in Kronach etwas tun. Zum Beispiel könnte eine psychiatrische Tagesklinik des Bezirks entstehen. Zunächst war dafür das Grundstück, auf dem das Schwesternwohnheim steht, im Gespräch. Mittlerweile hat der Bezirk wohl, wenn überhaupt, vielmehr Interesse an einem anderen, einem Hanggrundstück, das sich auch in der Nähe der Klinik befindet.

Trotzdem gibt es auch für das Schwesternwohnheim Pläne eines Investors, mit dem die Frankenwaldklinik GmbH als Eigentümerin des Grundstücks im März einen Kaufvertrag abgeschlossen hat.

"Unser Ziel ist es, ein attraktiver Arbeitgeber zu sein und dazu gehört auch, attraktiven Wohnraum für das Personal anzubieten", erklärt André Naumann, Verwaltungsleiter der Frankenwaldklinik. In dem Schwesternwohnheim stünden derzeit aber zwei Drittel der Räume leer.
Wenn es nach den Planungen des Investors geht, der das Gebäude sanieren will, könnte dort dann eben wieder Wohnraum für Klinikpersonal entstehen. Aber auch Praxen, die bereits im Kreis etabliert sind, könnten dort angesiedelt werden. Die bereits dort bestehende Hebammenpraxis soll außerdem erhalten bleiben.

Auch das BRK habe wohl Interesse an Flächen in dem Gebäude, zusätzlich entstünden dort Parkmöglichkeiten. André Naumann spricht von "Gesundheit aus einem Guss".

Allerdings gibt es bei dem Vorhaben noch einen Haken: Der Landkreis Kronach besitzt für das Schwesternwohnheim-Grundstück ein Vorkaufsrecht. Heißt, wenn die Frankenwaldklinik das Grundstück verkaufen will, hätte zunächst der Landkreis das Recht, das Grundstück zurückzukaufen und zwar zu einem Preis, der 2005 beim Verkauf der Frankenwaldklinik an Rhön vereinbart worden war. Von dem Vorkaufsrecht ist der Kreis mit Beschluss im Mai 2013 zwar zurückgetreten - allerdings nur unter der Bedingung, dass auf dem Schwesternwohnheim-Grundstück die Tagesklinik des Bezirks entsteht. Und dies ist ja nun fraglich. Der im März geschlossene Kaufvertrag zwischen Frankenwaldklinik GmbH und dem potenziellen Investor wird also nur wirksam, wenn der Landkreis von seinem Vorkaufsrecht zurücktritt. Und dazu bräuchte es einen neuen Beschluss des Kreisausschusses, der nicht an die Bedingung, dass die Bezirksklinik in dem Schwesternwohnheim entsteht, gekoppelt ist. Schließlich nütze es ja auch keinem, wenn das Schwesternwohnheim leer steht, meint Naumann.

Gegen den Vorwurf

"Wenn beides käme, wäre es für den Standort Kronach super", sagt Heiko Leske, Regionalleiter Unternehmenskommunikation und Marketing für die Region Bayern der Helios Kliniken, zu der die Frankenwaldklinik mittlerweile gehört. Er meint damit das Vorhaben des Investors im Schwesternwohnheim als auch die Bezirksklinik - egal, ob diese nun im ehemaligen Schwesternwohnheim integriert würde oder nicht. "Wir wollen, dass das Krankenhaus gut läuft, die Menschen gut versorgt werden. Durch ein Ineinandergreifen, das durch die beiden Vorhaben möglich wäre, funktioniert das noch besser", ist auch Naumann überzeugt und wehrt sich gegen den Vorwurf, der Frankenwaldklinik gehe es nur darum, Kasse zu machen, indem man vom Investor mehr Geld bekomme, als wenn der Kreis von seinem Vorkaufsrecht Gebrauch machen würde.

"Wir haben in den vergangenen Jahren schon einiges investiert", sagt er. Das müsse schließlich auch refinanziert werden. "Der Kaufpreis setzt sich aus dem Preis, der für den Landkreis gilt und den getätigten Investitionen zusammen", erklärt Naumann. Für das Grundstück mit dem Schwesternwohnheim darauf habe es seit dem Zeitpunkt des Vertragsabschlusses mit dem Landkreis schließlich - durch die getätigten Investitionen - eine Wertsteigerung gegeben.

Für die Frankenwaldklinik stehe die gute Versorgung im Vordergrund. Das Konzept des Investors sehe dies eindeutig vor, berichten André Naumann und Heiko Leske. Und deshalb unterstütze die Frankenwaldklinik auch den Bezirk - egal, für welches Grundstück sich dieser letztlich entscheiden wird. Beim Hanggrundstück müsste die Klinik beispielsweise Wege- und Leitungsrechte zur Verfügung stellen, was sie auch tun würde, so Naumann.